Alle Jahre wieder...

Hinweise des Kreisfeuerwehrverbandes zum Weihnachtsfest

Kerze_polizeinews_SchweizDuftendes Tannengrün, flackernde Kerzen und Lichterkettenglanz: Viele Wohnungen werden in diesen Tagen festlich hergerichtet. Der Festtagsschmuck kann allerdings auch für reichlich Zündstoff in den eigenen vier Wänden sorgen. Jetzt heißt es, aufmerksam zu sein, damit die „Weihnachtsstimmung nicht in Rauch aufgeht“, warnt der Kreisfeuerwehrverband Herford. Die Feuerwehrleute erinnern an die wichtigsten Sicherheitsregeln zur Weihnachtszeit und wünschen sich ein ruhiges Fest ohne „Feuer und Flammen“.

Echte Kerzen am Weihnachtsbaum mögen für eine besonders festliche Atmosphäre sorgen. Eines ist allerdings sicher: Sie erhöhen die Brandgefahr - und zwar deutlich! Eine intensive Kontrolle ist daher wichtig. Stecken wirklich alle Kerzen fest in ihren Halterungen? Ist der Abstand zu den Zweigen ausreichend? Steht für den Notfall ein Eimer Wasser bereit? Gerade ausgetrocknetes Tannengrün kann binnen Sekunden in Flammen aufgehen. Und dann?

Vom Erkennen des Brandes, über das Absetzen des Notrufs, die Alarmierung der Feuerwehr, deren Anfahrt und Positionierung an der Einsatzstelle, bis zum Aufbau des Löschangriffs vergehen normalerweise rund 15 Minuten, so die Erfahrungswerte der Experten. In dieser Zeit breitet sich ein Zimmerbrand rasend schnell aus. Die Brände sind heutzutage schneller und entwickeln größere Temperaturen, als noch vor einigen Jahren. „Das liegt an den modernen Materialen mit hohen Kunststoffanteilen und der isolierenden Bauweise“, sagt ein Feuerwehrmann, der im Hauptberuf als Ingenieur für Sicherheitstechnik tätig ist. Versuche aus der Vergangenheit hätten gezeigt,   dass sich ein Entstehungsbrand bereits nach 3.30 Minuten zum Vollbrand entwickeln und nach fünf Minuten zur Rauchgasdurchzündung führen könne.  „Verwenden sie stattdessen elektrische Lichterketten – und zwar mit dem VDE-Symbol (Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e.V.) – rät der Feuerwehrverband.“ Bei diesen Ketten müsse allerdings ebenfalls Obacht gegeben werden, damit  Überlastungen von Steckdosen und Verlängerungskabeln vermieden würden.

Adventsgestecke oder Kränze brauchen immer einen festen Stand und eine feuerfeste Unterlage. Die Kerzen sollten nur auf hierfür geeigneten, nicht brennbaren Halterungen befestigt werden. Purer Leichtsinn wäre, die Lichter auf einer brennbaren Unterlage oder in der Nähe von brennbaren Materialien, wie Gardinen oder Geschenkpapier, zu entzünden. Außerdem sollten die Kerzen rechtzeitig ausgewechselt werden, bevor sie ganz heruntergebrannt sind. Unachtsamkeit, so die Erfahrungen der Feuerwehr, sei die Brandursache Nummer eins. „Löschen sie die Kerzen immer, wenn sie den Raum verlassen und achten sie darauf, dass die Lichter möglichst an einem Ort brennen, den Kinder nicht erreichen können!“ Weiterhin empfehlen die Feuerwehrleute, für alle Fälle einen Eimer Wasser, eine gefüllte Gießkanne oder einen Feuerlöscher griffbereit zur Stelle zu haben.

Im Notfall sollten nur Löschversuche unternommen werden, die noch ohne Eigengefährdung sicher möglich seien, rät die Feuerwehr. Ansonsten solle die Tür zum Brandraum geschlossen werden und die Wohnung so schnell wie möglich mit allen Personen verlassen werden! Der Kreisfeuerwehrverband ruft in diesem Zusammenhang nochmals zum Einbau von Rauchmeldern auf. Die Geräte seien gerade zur Nachtzeit echte Lebensretter, da der Mensch im Schlaf seinen Geruchssinn ausschalte und der Brandrauch damit nicht wahrnehmbar sei. Und noch einen Sicherheitstipp haben die Feuerwehrleute parat: Um die Spitze des Christbaums ebenso problemlos schmücken zu können, sollte in jedem Fall eine Stehleiter verwendet werden. Alle anderen „wackeligen Konstruktionen“ führten schnell zu Unfällen.

Von Jens Vogelsang
Fotos: Vogelsang (2)

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„Knochentrockenes“ Nadelgrün steht nach wenigen Sekunden im Vollbrand
(Foto: © Winterberg-total-lokal)

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Echte Kerzen am Weihnachtsbaum:  Sie sind besonders festlich, aber auch hoch gefährlich.
(Foto: © Malene Thyssen)

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Auf einen fester Sitz und ausreichenden Abstand der Kerzen muss unbedingt geachtet werden.
(Foto: © Polizeinews Schweiz)

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„Schöne Bescherung“: Unachtsamkeit ist die Brandursache Nr.1

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Zimmerbrände entwickeln heutzutage hohe Temperaturen.
Es kann zu Betonabplatzungen an der Decke kommen.

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