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Löschgruppe Herford-Schwarzenmoor feiert 112. Geburtstag im fast fertigen Gerätehaus

DSC_1003Das war ein Tag mit Symbolcharakter: Am 1.12 erinnerte die Löschgruppe Herford-Schwarzenmoor an ihr 112-jähriges Bestehen  – und zwar mit einer Feierstunde und einer „112-Notrufparty“ im neuen Gerätehaus an der Senderstraße. Dabei wird der Neubau offiziell erst im Frühjahr nächsten Jahres eingeweiht; denn noch sind die Außenanlagen nicht fertig gestellt. „Die Stadtverwaltung und die beteiligten Baufirmen haben das Vorhaben dennoch möglich gemacht“, so Löschgruppenführer Frank Schröder.

Bereits am Samstagmittag herrscht auf der Baustelle mächtig Trubel. Das hügelige Gelände unterhalb des Eggebergs wirkt wie eine bewohnte Insel in einer nebeligen Dezemberlandschaft. Ein Blaulicht blinkt auf dem Dach zur Schau.  Feuerwehrabordnungen, Nachbarn, Vertreter des Stadtrates und befreundeter Vereine, sie alle sind gekommen, um sich das neue Domizil der Löschgruppe Schwarzenmoor anzusehen und auf deren 112. Geburtstag  anzustoßen.

Den Wehrleuten aus dem Herforder Norden ist die Freude sichtlich anzumerken. In wenigen Wochen sind ihre neuen Räume endlich bezugsfertig und das Provisorium  am alten Standort „An den Teichen“, wo die Löschgruppe seit Anfang der siebziger Jahre untergebracht ist, gehört endlich der Vergangenheit an. „Dort nutzen wir zurzeit noch eine Doppelgarage als Fahrzeughalle“, sagt Frank Schröder. Der Platz sei für die drei Einsatzfahrzeuge viel zu knapp. Es gebe keine vernünftigen Umkleidemöglichkeiten und auch der Schulungsraum sei marode. Er befindet sich in der gegenüberliegenden ehemaligen Grundschule, einem Gebäude, das noch aus dem 18. Jahrhundert stammt. „Alles entspricht nicht mehr dem Unfallschutz und den Anforderungen an einen modernen Feuerwehrstandort!“. Jetzt führt Schröder die Besucher, darunter eine Abordnung der Partnerfeuerwehr aus Ditterke bei Hannover (Nds.), durch die neuen Räumlichkeiten und ist mächtig stolz.

Das neue Gerätehaus verfügt über eine Nutzfläche von gut 400 Quadratmeter. Es gibt eine dreiständige Fahrzeughalle mit Lager, in der das Löschgruppenfahrzeug 16/12 (LF 16/12), Tanklöschfahrzeug 16/25 (TLF 16/25) und Mannschaftstransportfahrzeug (MTF), bequem Platz finden werden. Weiterhin sind separate Umkleidebereiche mit Duschmöglichkeiten entstanden. Der große Schulungsraum kann durch einen Raumteiler getrennt werden. Die aktive Wehr und die Jugendfeuerwehr verfügen so über eigene Bereiche.  Noch fehlen die Möbel im neuen Domizil. Tische und Stühle sind bereits bestellt. „Für die Einrichtung der Küche konnte ein Sponsor gefunden werden“, sagt Axel Freitag, stellvertretender Leiter der Löschgruppe. Gesucht würden jetzt noch weitere Förderer, damit das Lager mit  Schwerlastregalen ausgestattet werden könne. In den kommenden Wochen müssen außerdem noch die Übungsfläche und der Parkplatz im Außenbereich angelegt werden. 35 PKW-Stellplätze sind für die Einsatzkräfte geplant. Ein Parkchaos, so wie am alten Standort so manches Mal geschehen, wird dann ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Das Bauvorhaben an der Senderstraße wurde vom Immobilien- und Abwasserbetrieb (IAB)  – Sparte Immobilien, einem kommunalen Eigenbetrieb der Stadt Herford, in Auftrag gegeben. Die Mitarbeiter des technischen Dezernats der Stadtverwaltung, unter Leitung von Dr. Peter Böhm, hatten die Baupläne erstellt. Für den Schulungs- und Sozialtrakt wählten die Beamten eine Flachdachvariante. Nicht ohne Hintergedanken: Damit besteht die Möglichkeit, das Gebäude später einmal aufzustocken, sofern der örtliche Sportverein ebenfalls an den neuen Standort umziehen sollte. Zuletzt hatte sich der Baustart lange verzögert, da zunächst kein geeigneter Standort gefunden werden konnte. Frank Schröder: „Die Stadt hat uns letztendlich bei all ihren Überlegungen mit ins Boot genommen!“  Für die Neubaumaßnahme sind insgesamt rund 600.000 Euro veranschlagt.

Für Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink ist die Feuerwehrwelt (noch) in Ordnung. Er lobt die Wehrleute der Löschgruppe Schwarzenmoor in seinem Grußwort. „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft und fördern das nachbarschaftliche Zusammenleben!“ Das sei zukunftsweisend. „Die Feuerwehr hat auch in Zeiten der Haushaltskonsolidierung eine hohe Priorität!“, so Wollbrink. Nach seinen Worten könne die Stadt zwar keine Steuermittel mit dem „Füllhorn“ verteilen, doch stände für nötige Infrastrukturmaßnahmen weiterhin Geld zur Verfügung. Nach Ansicht von Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer sei das neue Zuhause der Löschgruppe allerdings längst überfällig gewesen.

Herfords Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier erinnert an die Anfänge der Feuerwehr Schwarzenmoor. Im Jahr 1900 hätten sich verantwortungsbewusste Menschen an der örtlichen    Mühle zusammengeschlossen, um im Notfall „Hab und Gut“  der Bürger zu retten. Die offizielle Anerkennung der Wehr durch die Bezirksregierung sei im Jahr 1902 erfolgt. Der Wehrführer unterstreicht die Bedeutung der drei „Außenstandorte“ (Diebrock, Elverdissen und Schwarzenmoor) für den Schutz der Bürger. „Die Löschgruppe Schwarzenmoor ist der Stützpunkt für den nördlichen Stadtteil“. In ihrem Einsatzgebiet liege unter anderem ein Abschnitt der Autobahn 2.

Läuft alles glatt, dann können im nächsten Jahr weitere Bauprojekte im Stadtgebiet in Angriff genommen werden. So soll die Löschgruppe Diebrock ebenfalls ein neues Gerätehaus erhalten. Weiterhin ist an der Hauptwache eine weitere Fahrzeughalle für das Wechselladersystem geplant. Michael Stiegelmeier zeigt sich zuversichtlich: „Im IAB-Wirtschafsplan sind für die beiden Bauprojekte finanzielle Mittel ausgewiesen.“

Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

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Rückblick: Im Juli 2012 steht das Stahlgerüst für die neue Fahrzeughalle und …

 

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… der Rohbau für den Schulungs- u. Sozialtrakt ist fertig gestellt.

 

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Dezember 2012: Die Arbeiten am Gerätehaus sind fast abgeschlossen.

 

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Der neue Schulungsraum …

 

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… bietet viel Platz. Er ist durch einen Raumteiler trennbar.

 

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Die Jugendfeuerwehr ist im  Umkleidebereich angetreten.

 

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Sicher ist sicher: Die Kleiderspinde sind mit kleinen Tresoren ausgerüstet, zeigt Marco Krause.

 

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Das Blasorchester der Feuerwehr Herford unter Leitung von Christian Tölke spielt zur Feierstunde,
bevor am Abend die „112-Notrufparty“ startet.

 

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Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink: „Die Belange der Feuerwehr haben eine hohe Priorität!“

 

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Sind im neuen Gerätehaus zur 112.-Jahrfeier zusammengekommen: (v.l.) Frank Schröder (Leiter der LG),
KBM Wolfgang Hackländer, Wehrführer Michael Stiegelmeier, Bürgermeister Bruno Wollbrink,
Baudezernent Dr. Peter Böhm u. Axel Freitag (stellv. Leiter der LG)

 

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Videofilm zur Feierstunde: Bis Anfang der neunziger Jahre war ein Magirus-Eckhauber (Bj. 1962)
in Schwarzenmoor stationiert. Das Fahrzeug ist unverwüstlich und noch heute bei der
Feuerwehr Wustermark (Brandenburg) im Einsatz (www.feuerwehr-wustermark.de).

 

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Frank Schröder (l) u. Axel Freitag blicken auf die Geschichte der LG zurück und
sind stolz auf das neue Gerätehaus an der Senderstraße.

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Kümmern sich um das leibliche Wohl: Heinrich Haake (l) u. Klaus Willmann
vom Verpflegungszug des LZ Bünde-Hunnebrock.

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