Mausgrauer Neubau mit Anspruch und Ausstrahlung

Neue Rettungswache in Spenge offiziell eingeweiht

DSC 0158Spenge. Der Kreis Herford hat seine neue Rettungswache in Spenge in Betrieb genommen. Die offizielle Einweihung, an der etwa 100 Gäste teilnahmen, fand noch kurz vor dem Jahreswechsel statt. Bereits im Oktober hatte das Rettungsdienstpersonal die neuen Räumlichkeiten bezogen. 1,75 Millionen Euro wurden dafür investiert. Der Kreis nehme damit seine Verantwortung war, sagte Landrat Christian Manz. Die Mitarbeiter im Rettungsdienst hätten schließlich auch eine hohe Verantwortung zu tragen.

Zeitgemäß, zweckmäßig und technisch auf dem neuesten Stand, mit diesen Attributen lässt sich der Neubau an der Industriestraße am trefflichsten beschreiben. Entstanden sind eine Fahrzeughalle mit fünf Stellplätzen und ein moderner Sozialtrakt. Die Außenfassade des Wohnbereichs ist durch große Fensterfronten geprägt, während im Inneren eine offene Raumgestaltung für eine gemütliche Atmosphäre sorgt. Architekt Mario Schurbohm lobte seinen Entwurf während der Einweihungsfeier: Ursprünglich sei ein schlichter und funktionaler Bau gefordert gewesen. „Entstanden ist hingegen ein ansprechendes Gebäude mit viel Eigenständigkeit und vor allem Ausstrahlung!“ Das Anthrazit der Außenfassade, man könnte es auch als Mausgrau beschreiben, ist dabei sicherlich Geschmacksache. Die Farbgebung ist auf jeden Fall unempfindlich gegen Witterungseinflüsse und mag vielleicht auch besser zum Wesen einer Rettungswache passen. Dafür durften die Rettungsassistenten bei der Gestaltung der Innenräume ihres neuen Domizils mitwirken. Sie verbringen hier schließlich während der einsatzfreien Zeiten viele Stunden miteinander. „Eine Rettungswache ist damit immer auch so etwas wie ein zweites Zuhause“, sagte Jörg Hülsmann, der die Einrichtung in Spenge leitet und so, wie das gesamte Rettungsdienstteam, mit dem Neubau rundum zufrieden ist. Waren die Platzverhältnisse am bisherigen Standort an der Eschstraße sehr begrenzt, so gibt es nun, nur einen Steinwurf weit entfernt, großzügige Aufenthalts-, Schulungs- und Ruheräume, separate sanitäre Anlagen für die weiblichen Einsatzkräfte, ein Lager, eine Waschhalle und vor allem den dringend benötigten Desinfektionsplatz. In der Schleuse kann das Material nun nach einem Infektionstransport unter optimalen Sicherheitsbedingungen gereinigt werden. Die Mängel der alten Wache gehören damit der Vergangenheit an. In Spenge sind drei Rettungswagen stationiert. Nach dem Rettungsdienstbedarfsplan ist ein Fahrzeug rund um die Uhr besetzt, während tagsüber zwei Rettungswagenbesatzungen ihren Dienst versehen. Ein drittes Auto wird als Ersatzfahrzeug bereitgehalten. Zur Mannschaft gehören 16 Beschäftigte, die im Schichtdienst arbeiten und gleichzeitig Praktikanten ausbilden.
Die Entscheidung für den Neubau war im Jahr 2007 gefasst worden. Zuvor hatte sich die Möglichkeit einer Erweiterung und Modernisierung der alten Räumlichkeiten an der Eschstraße als nicht realisierbar herausgestellt. Es gab daraufhin zunächst Überlegungen, die bewährte Einrichtung in eine andere Kommune zu verlegen. Schließlich konnte das Grundstück an der Industriestraße, das ebenfalls in zentraler Lage liegt, gefunden werden. Spenges Bürgermeister Bernd Dumcke lobte in diesem Zusammenhang die gute Kooperation der Kommunen Enger und Spenge bei der Standortsuche. Gerhard Koch, er leitet sei kurzem das Amt für Sicherheit und Ordnung des Kreises Herford, blickte noch einmal auf die Bauphase zurück. Der erste Spatenstich für das Projekt sei im Oktober 2012 erfolgt. Alles sei nach Plan verlaufen, so Koch, und exakt ein Jahr später hätten die Umzugskartons gepackt werden können. 1,75 Millionen Euro waren für das Projekt veranschlagt worden und dieser Kostenrahmen soll auch eingehalten worden sein; dem Vernehmen nach konnten aufgrund der durchdachten Planungen sogar Finanzmittel eingespart werden. Von der öffentlichen Hand sei somit solide gewirtschaftet und von den beauftragten Handwerkern solide gearbeitet worden, wurde von den Vertretern aus Politik und Verwaltung betont, bevor Jörg Hülsmann den symbolischen Schlüssel überreicht bekam.
Durch die neue Rettungswache wird die Versorgung der Städte Enger und Spenge, ein etwa 80 Quadratkilometer großes Gebiet mit insgesamt rund 37.000 Einwohnern, weiterhin auf hohem Niveau gewährleistet. Im Jahr 2010 leistete das Personal rund 3.522 Notfalleinsätze und Krankentransporte. Bereits vor der Gebietsreform im Jahre 1980 gab es an der Warmenau eine Rettungswache, die zum damaligen Amt Spenge gehörte. 

-Vo-
(Fotos: J. Vogelsang)

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Modern und zweckmäßig: Die neue Rettungswache an der Industriestraße in Spenge.

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Rückwärtige Gebäudeansicht

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Eingangsbereich

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Sozialtrakt: Außen dominieren große Fensterfronten, innen sorgt eine
offene Raumgestaltung für eine behagliche Wohnatmosphäre.

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