2018

Grundausbildung vermittelt nötiges Fachwissen

Modullehrgang der Ausbildungsgemeinschaft Herford, Hiddenhausen und Vlotho

DSC 0379Herford/ Hiddenhausen/ Vlotho. Feuerwehrleute müssen über ein umfangreiches Fachwissen verfügen, die Technik beherrschen und dazu noch schnell sein, um im Notfall wirksam helfen zu können. Ohne eine gute Ausbildung ist das nicht zu schaffen. Für 20 Ehrenamtliche der Feuerwehren Herford, Hiddenhausen und Vlotho stand deshalb während der vergangenen Wochen der dritte Teil der Grundausbildung auf dem Programm. Am vergangenen Samstag (30.06.2018) endete der Lehrgang mit mehreren praktischen Übungen. Axel Freitag, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Herford, sowie seine Amtskollegen Bernd Gante (Hiddenhausen) und Sven Detering (Vlotho) lobten die Leistungen der Prüflinge.

Im Industriegebiet Vlotho-Exter warten die Feuerwehr-Azubis auf ihren Einsatz. Die Nervosität ist ihnen anzumerken. „Macht Euch nicht verrückt“, sagt einer der Ausbilder. Dann bekommt die Gruppe ihren Einsatzbefehl. Auf dem Gelände einer Spedition an der Industriestraße brennt ein Flüssigkeitsbehälter, so die angenommene Lage. Die Wehrleute sind schnell vor Ort. Gruppenführer Alexander Schöneberg (Herford) erteilt den Einsatzbefehl: „Angriffstrupp zur Brandbekämpfung mit Schaumrohr zum Container über den Hof vor!“ Jeder weiß sofort, was er zu tun hat. Tim Niedernolte (Vlotho) und Patrick Bluhm (Hiddenhausen) übernehmen die Aufgabe des Wassertrupps. Sie stellen die Schlauchverbindung vom Hydranten bis zum Verteiler her. Schlauchtruppführer Lukas Beckmann (Hiddenhausen) und Schlauchtruppmann Uli Holst (Vlotho) bauen in der Zwischenzeit den Zumischer ein und schleppen einige Schaummittelkanister herbei. Währenddessen haben Simon Trinczek (Herford) und Christopher Benning (Herford) bereits das Schwerschaumrohr in Stellung gebracht, mit dem sie den angenommenen Flüssigkeitsbrand innerhalb kürzester Zeit ersticken. Die stellvertretenden Wehrführer aus Herford, Hiddenhausen und Vlotho haben sich alles genau angesehen. Sie sind zufrieden: „Das war eine fehlerfreie Leistung“, sagt Sven Detering. Zuvor hatten die Lehrgangsteilnehmer bereits den theoretischen Teil absolviert und 20 Fragen beantwortet.

Löschangriff in verschiedenen Varianten trainiert

„Der Grundlehrgang ist in vier Module aufgeteilt. Jeder einzelne Ausbildungsabschnitt umfasst 40 Unterrichtsstunden“, erläuterte Axel Freitag. In den vergangenen Wochen standen deshalb zahlreiche Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis auf dem Stundenplan. Während der Brand- und Löschlehre erfuhren die Feuerwehrschüler welche Voraussetzungen für den Verbrennungsvorgang gegeben sein müssen und welches Löschmittel für welche Brandklasse in Frage kommt. „Längst nicht jedes Feuer lässt sich nämlich mit Wasser löschen“, so Freitag. Oftmals seien Schaum, Kohlendioxid oder Löschpulver die wirksameren Alternativen. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die neun Gefahren an der Einsatzstelle, angefangen von den Atemgiften, über die chemischen Stoffe bis zur Elektrizität.
Der praktische Teil der Modulausbildung fand auf dem Gelände der Stadtwerke Herford an der Werrestraße statt. Dort übte der Lehrgang den Aufbau eines Löschangriffs in verschiedenen Varianten. Die Anwärter nahmen dabei drei C-Rohre, B-Rohr oder Schaumrohr vor. Sie trainierten außerdem die Menschenrettung im Innenangriff und den Umgang mit der vierteiligen Steckleiter und der dreiteiligen Schiebleiter, die eine Gesamtlänge von 14 Metern misst. „Ein solches Gerät in Stellung zu bringen“, so Freitag, „erfordert schon einiges Können.“
Bereits seit vielen Jahren führen die Feuerwehren Herford, Hiddenhausen und Vlotho gemeinsame Modullehrgänge durch. „Die Ausbildungsgemeinschaft hat sich bewährt“, meinte Sven Detering.
Folgende Teilnehmer/innen absolvierten erfolgreich den dritten Teil der Grundausbildung: Christopher Benning, Jonas Eggesieker, Patrick Gillies, Filipp Huß, Patrick Möntkemann, Tiemo Nolte, Lars Otterpohl, Volker Reinhold, Sascha Rüger und Simon Trinczek (alle Feuerwehr Herford), Lukas Beckmann, Patrick Bluhm, Anna Böske, Yannik Dockweiler, Lukas Krowicki, Christian Kuhlmann und Maximilian Reeck (alle Feuerwehr Hiddenhausen), Ulrich Holst, Tim-Jordan Niedernolte und Tobias Scheiding (alle Feuerwehr Vlotho)

Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)


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Im Industriegebiet Vlotho-Exter findet die praktische Prüfung statt.
Gruppenführer Alexander Schöneberg erteilt den Einsatzbefehl.

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Die Feuerwehranwärter zeigen zunächst einen Löschangriff mit …

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… drei C-Rohren.

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Danach verwenden sie einen Zumischer, um dem Löschwasser Schaummittel beizumengen.
Der Vorgang wird allerdings während der Übung nur angedeutet.

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Der Angriffstrupp nimmt das Schwerschaumrohr vor.

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Er wird vom Wassertrupp (l) und …

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… Schlauchtrupp verstärkt, die …

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… mit C-Rohren vorrücken.

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(v.l.) Axel Freitag (stellv. Wehrführer Herford), Sven Detering (stellv. Wehrführer Vlotho) und
Bernd Gante (stellv. Wehrführer Hiddenhausen, rechts im Bild) loben die gezeigten Leistungen.

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20 Feuerwehranwärter aus Herford, Hiddenhausen und Vlotho absolvieren mit Erfolg den dritten Teil der Grundausbildung.