Mehr Fußgänger und Motorradfahrer auf NRW-Straßen gestorben - Verkehrsunfallstatistik 2015 vorgestellt

Mehr Fußgänger und Motorradfahrer auf NRW-Straßen gestorben - Verkehrsunfallstatistik 2015 vorgestellt

Düsseldorf. 2015 starben in NRW 521 Menschen im Straßenverkehr. Die Zahl der Unfalltoten blieb damit auf dem Stand des Jahres 2014. Allerdings ging die Anzahl der Schwerverletzten um 2,7 Prozent zurück. Dafür kamen mehr Motorradfahrer und mehr Fußgänger bei Unfällen ums Leben. „Die Zahlen zeigen, dass unsere Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit nicht nachlassen dürfen“, sagte Innenminister Ralf Jäger am Montag (15.02.2016) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik in Düsseldorf.

Zu schnelles Fahren ist nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen. Im vergangenen Jahr führte die Polizei 158 tödliche Verkehrsunfälle auf eine unangepasste Geschwindigkeit zurück. Die Autofahrer müssen deshalb weiterhin mit intensiven Kontrollen rechnen. Minister Jäger setzt zudem auf mehr Aufklärung und mehr Transparenz, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die NRW-Polizisten haben im Jahr 2015 rund 2,2 Millionen Temposünder gemessen. 2011 waren es noch 1,43 Millionen. Das ist ein Anstieg um mehr als die Hälfte. Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradunfälle ist ebenfalls erschreckend. Mit 83 Bikern starben 13 mehr als im Vorjahr. Ab Mitte März, wenn die Zweiradsaison beginne, starte die Polizei erneut mit ihren Kontrollen, um rücksichtslose Motorradfahrer aus dem Verkehr zu ziehen, kündigte Jäger an. Sorge bereitet dem Innenminister ebenso der deutliche Anstieg der Unfalltoten bei den Fußgängern um sieben Prozent. Die Analyse der Unfälle ergab, dass etwa die Hälfte der 123 getöteten Fußgänger  Senioren waren. „Das bedeute nicht, dass ältere Menschen häufiger gegen Regeln verstoßen als andere“, meinte Jäger. Unsere Gesellschaft werde einfach immer älter und die Senioren gleichzeitig immer mobiler.

Im Blindflug telefonieren

Die NRW-Polizei hatte 2015 das Thema Handy am Steuer zu einem Schwerpunkt der Verkehrsunfallbekämpfung gemacht.  Tatsächlich stellten die Beamten mehr als 146.000 Handy-Sünder fest. 339 Mobiltelefone beschlagnahmten die Beamten nach schweren Verkehrsunfällen.  In 182 Fällen konnten sie im nach hinein ermitteln, dass die Geräte Unfallursache waren. Viele Autofahrer unterschätzen die Gefahr: Wer bei Tempo 50 für zwei Sekunden auf das Display seines Telefons schaut, der fährt fast 30 Meter im lebensgefährlichen „Blindflug“. „Wir brauchen klarere rechtliche Vorschriften, die das Nutzen von Mobiltelefonen im Straßenverkehr eindeutig einschränken“, meinte Jäger. Der Bundesverkehrsminister müsse endlich handeln, da die aktuelle Rechtslage der rasanten technischen Entwicklung hinterherhinke. (MIK NRW, Redaktion: kfv-herford.de)

-Vo-

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Innenminister Jäger hat in Düsseldorf die Verkehrsunfallstatistik vorgelegt. Die Anzahl der Schwerverletzten
ging zurück, dafür stieg die Zahl der getöteten Fußgänger und Motorradfahrer. (Foto: Archiv KFV Herford)

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