Fahrzeug des Monats Oktober 2012 - Ford FK 1000

Einsatzfahrzeug des Monats

 

Oktober 2012

 

Rotkreuz-Rettungswagen (Typ Ford Taunus Transit)

Historisches Fahrzeug des Rotkreuz-Museums Nürnberg

 

Daten (zur Baureihe Ford FK 1000, später FK 1250, ab 1961 Taunus Transit (TT))

Baujahre

1953 - 1965

Stückzahl

rd. 256.000 Exemplare (Montage ua. in Köln-Niehl)

Motor

1,2 Liter Reihen-Vierzylinder mit 38 PS,

ab 1955: 1,5 Liter Vierzylinder mit 55 PS,

ab 1963: TT 1500 mit 1,7 Liter und 60 PS

Kraftübertragung

4-Gang Getriebe mit Lenkradschaltung,

ab 1963 TT 1500 mit Knüppelschaltung,

Heckantrieb

Höchstgeschwindigkeit

rd. 95 km/h (38 PS-Version)

Nutzlast

1,0t – 1,5t

Verbrauch

rd. 9,7l auf 100km bei 80 km/h (38 PS-Version)

Neupreis

rd. 7.000 DM

Wissenswertes:

Die Geschichte des Ford FK 1000, dem Vorgänger des Ford Transit, geht bis in das Jahr 1949 zurück. Damals gab es beim Kölner Autobauer erste Überlegungen, einen Eintonner auf die Räder zu stellen. Die Vorgaben an die Ingenieure lauteten: Geringes Eigengewicht, vorne eingebauter Motor, Heckantrieb, Nutzung als Transporter, Bus oder Pritschenwagen. Ein erster Prototyp wurde 1952 fertig gestellt. Er zeigte deutliche Ähnlichkeiten zum VW-Transporter.  So machten sich die Ford-Designer nochmals an die Arbeit. Sie verpassten dem Auto eine breite Frontscheibe und ein filigranes Viereck-Kühlergrill. Darüber wurde das Typenschild des neuen Kleinlasters vom Rhein platziert: „FK 1000“. Die Buchstaben „FK“ standen dabei für „Ford Köln“ und die Zahl 1000 für die Nutzlastkilogramm.

Der Wagen wurde zunächst von einem 1,2l Reihen-Vierzylindermotor angetrieben, der anfangs vor der Vorderachse platziert war. Das bescherte dem FK 1000 eine unangenehme Kopflastigkeit. Spötter empfahlen daher den Transport eines Wasserbehälters im Heck als Lastausgleich. Trotzdem war der Wagen mit seinen 38 PS ein echter „Renntransporter“. Er erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 95 km/h und fuhr seinen Konkurrenten, dem Tempo Matador und dem VW Bulli auf und davon. Der Transporter von Volkswagen war anfangs nur mit einem Käfermotor bestückt, der gerade einmal 25 PS leistete, was für max. 75 km/h langte.

Im März 1953 wurde der FK 1000 auf der Automobilausstellung in Frankfurt der Öffentlichkeit präsentiert. Das Auto war auf Anhieb ein Verkaufsschlager. Es kam zeitweise sogar zu langen Lieferzeiten. 1954 lieferte Ford den FK 1000 erstmals mit einem sperrsynchronisierten Vierganggetriebe aus. Zum Modelljahr 1955 wanderte der Motor zwischen die beiden Sitze, um das Problem der Kopflastigkeit zu beheben. Anfang 1958 wurden weitere Neuerungen eingeführt: Die Ingenieure verpassten dem „Eiltransporter“ moderne Blinker. Sie ersetzten die veralteten, seitlich angebrachten Winker. Die Nutzlast betrug jetzt 1 ¼ Tonnen, sodass der Wagen künftig unter der Bezeichnung FK 1250 verkauft wurde. Im Jahr 1961 erfolgte die Umbenennung des Kleinlasters in Taunus Transit (TT). Der Name wurde aus dem lateinischen „transire“ („übertreffen“) abgeleitet. Und so versprach Ford in einem Werbeslogan: „Ein Taunus Transit schafft es immer!“ Ab 1963 wurde der TT als 1,5 Tonner mit einer 1,7l-Maschine ausgerüstet, die  60 PS leistete.

Mit den FK- und späteren TT-Transportern war Ford sehr erfolgreich.  Nicht nur kleine Handwerksbetriebe setzten auf den agilen Flitzer, sondern auch der Rettungsdienst und die Feuerwehr. So begann die Nachkriegsmotorisierung gerade vieler kleinerer Wehren mit einem Ford. Die Feuerwehr Enger/Westf. stellte im Jahr 1963 einen Taunus Transit als Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) in Dienst (Ausbau Schlingmann, Dissen a.T.). Das Auto leistete in der Widukindstadt viele Jahre lang treue Dienste und konnte dank guter Pflege vor der Schrottpresse bewahrt werden. Es ist heute im Feuerwehrmuseum in Kirchlengern-Häver ausgestellt.

Im Dezember 1965 wurde die Modellreihe eingestellt. Fast 256.000 FK 1000, FK 1250 und TT waren im Verlaufe der Jahre in Köln-Niehl vom Band gelaufen. Die Ford- Konzernzentrale in Detroit hatte die gemeinsame Entwicklung eines modernen,  gesamteuropäischen Transporters verordnet. Im Jahr 1965 begann schließlich die Fertigung des neuen Modells unter der Bezeichnung „Ford Transit“. Er prägte von nun an als „Kurzhauber“ ganze Generationen von leichten und mittleren Nutzfahrzeugen (s. Foto des Monats Mai/2012).

Vo
Fotos (3): J. Vogelsang


Ford TT als Rettungsdienstfahrzeug des Roten Kreuzes


Blick in den „Eiltransporter“: Trage, Decke, Sauerstoffflasche u. Erste-Hilfe-Kasten
gehören zur Ausrüstung eines Rettungsfahrzeugs Anfang der 60er Jahre.


Hat bei der Feuerwehr Enger über viele Jahre gute Dienste geleistet:
Ford TT als TSF im Feuerwehrmuseum Kirchlengern-Häver ausgestellt

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