Fahrzeug des Monats März 2013 - LF 8 (DDR)

Feuerwehrfahrzeug des Monats

März 2013

Löschgruppenfahrzeug 8 (LF 8) auf Robur-Fahrgestell
Fahrzeuge aus der ehemaligen DDR – Teil 1 (wird fortgesetzt)

Ehemaliges Einsatzfahrzeug der "VEB Schiffswerft Oderberg" in Brandenburg (1978 – 1992) und der Freiwilligen Feuerwehr Lüdersdorf (Eberswalde/Brandenburg); wird heute von der JF Heiligenhaus im Kreis Mettmann (Rb Düsseldorf) genutzt

Technische Daten (für ein DDR-Standard-LF 8 auf Robur-Fahrgestell)

Fahrgestell

Hersteller: VEB Robur-Werke Zittau (Sachsen),

Typ LO 2002A, Allradantrieb (LO = luftgekühlter Ottomotor; A = Allradantrieb)

Motor/ Getriebe

4-Zylinder, 4-Takt-Otto-Motor, luftgekühlt

5-Gang-Wechselgetriebe (1 Rückwärtsgang, 2. bis 5. Gang synchronisiert, Verteilergetriebe mit Untersetzung und Allradantrieb getrennt zuschaltbar)

Hubraum

3.345 ccm

Höchstgeschwindigkeit

55,2 kW (75 PS)

Verbrauch

Normalverbrauch: rd. 24 l auf 100 km

Gelände: Bis zu 32 l auf 100 km

Reichweite: rd. 350 km

Gesamtgewicht

5,5 t

Maße

Radstand: rd. 3,0 m; Länge: rd. 5,80 m; Breite: rd. 2,40 m; Höhe: rd. 2,80 m

Steigvermögen (Geländegang)

82 % (100 % = 45 Grad)

Ausbau (Ausrüstung)

VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz, Sachsen   (war Bestandteil des VEB Robur)

- Vorbaupumpe (FP 8/8) hinter der Kühlerverkleidung    

(800 Liter/min bei 8 bar Nennförderdruck)

- Aufbau: Palettenartig in „Gemischtbauweise“ (Stahl, Holz,
Kunststoff) gefertigt; Mannschaft u. Gerät finden auf der
Ladefläche Platz

- Tragkraftspritze/ TS (seitlich eingeschoben)

- 2 Steckleiterteile, Klappleiter, Einreißhaken (unter der

Plane über Kopfhöhe verstaut)
- Notstromaggregat 0,5 kW (für die Speisung der
Arbeitsscheinwerfer)

- 6 A-Sauglängen (unter dem Aufbau in einem separaten

Kasten)

- Telefonverbindung vom Mannschaftsraum zur

   Fahrerkabine

Schlauchtransportanhänger

(StA)

Komplettierung der Ausrüstung durch StA:
- 600 Meter B-Schläuche in Buchten

Besatzung

1/8 (Gruppe)


Wissenswertes:
Der Volkseigene Betrieb (VEB) Robur-Werke Zittau ist 1946 aus dem Phänomen Werken AG hervorgegangen. 1961 präsentierte das ostdeutsche Unternehmen erstmals den Frontlenker-LKW vom Typ Robur LO auf der Frühjahrsmesse in Leipzig. Ab Mitte der 70er Jahre kam die Allradvariante „LO 2002A“ mit gesteigerter Nutzlast bei der Feuerwehr zum Einsatz. Der LKW wurde im Werk Görlitz mit relativ geringem Aufwand zu einem vollwertigen Löschfahrzeug umgerüstet. Das Prinzip bewährt sich zum Teil noch heute: Denn bei einigen ostdeutschen Wehren sind die Autos, die sich durch gute Fahreigenschaften im Gelände, Watfähigkeit und Steigfähigkeit auszeichnen, noch immer im Einsatz. Der „Unimog des Ostens“ kann im Übrigen unkompliziert umgerüstet werden. Einsatzmöglichkeiten als:
- Mannschaftstransportwagen (mit zusätzlichen Sitzbänken),
- Gerätewagen „Technischer Zug“ (mit Krangeschirr am Heck),
- Schlauchwagen (mit Schlauchkasten-Einschub),
- Tanklöschfahrzeug (mit 900 Liter „Tankblase“) oder
- als Lastkraftwagen sind bzw. waren vorgesehen.
Die letzten Robur-Lastwagen wurden nach der Deutschen Einheit mit Deutz-Dieselmotoren ausgeliefert. Das Unternehmen war dennoch nicht mehr konkurrenzfähig. 1991 wurde die Fahrzeugproduktion eingestellt. Von 1950 bis 1990 wurden etwa 250.000 „Roburs“ gebaut.  

Vo
Fotos (2): J. Vogelsang


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War das „DDR-Standardlöschfahrzeug“: LF 8 der Robur-Werke Zittau.

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Hinter der Kühlerverkleidung verbirgt sich die Vorbaupumpe.

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Robur LF 8 mit Schlauchtransportanhänger/StA (Foto: © Ronny Garbe)

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