Fahrzeug des Monats November 2017 - LF8TS

Fahrzeug des Monats

November 2017

Löschgruppenfahrzeug 8 mit Tragkraftspritze (LF 8-TS)
historisches Einsatzfahrzeug der Löschabteilung Bielefeld-Hillegossen
(ehemaliges Einsatzfahrzeug der „Werkfeuerwehr Feldmühle AG Hillegossen“, heute Mitsubishi HiTec Paper Europe GmbH)

Technische Daten

Fahrgestell (Hersteller)

Adam Opel AG

Typ

Blitz 1,75 Tonnen (sog. leichter LKW)

Motor

6 Zylinder Vier-Takt-Benzinmotor

Hubraum

2.473 ccm (2,5 l)

Leistung

62 PS (3.700 U/min)

Kraftstofftank

68 l

Antriebsart/Radformel

Hinterradantrieb (hinten Zwillingsreifen)  

Getriebe

manuelles 4-Ganggetriebe

Bremsanlage

hydraulische Innenbackenbremsen auf beiden Achsen

Höchstgeschwindigkeit

ca. 95 km/h

Abmessungen

5,67 m (L) x 1,94 m (B) x 1,95 m (H)

zul. Gesamtgewicht

4,1 t („Dienstgewicht“)

Ausbau/Ausrüstung
(Konstruktion)

Magirus (Klöckner-Humbodt-Deutz AG Werk Ulm)
Vorbaupumpe
- Typ Magirus
- FPV 8/8: max. 800 l/min bei „80 Meter Wassersäule“
  (80 mWS entsprechen etwa 8 bar)
eingeschobene Tragkraftspritze  im Heck
- Typ Magirus TS 8/8
 6 A-Saugschläuche (auf dem Dach gelagert)
 2 A-Druckschläuche (zur Entnahme großer
 Wassermengen aus Überflurhydranten)
 2 Haspeln mit C-Schläuchen
 4-teilige Steckleiter
 Arbeitsstellenscheinwerfer
 Feuerlöscher
 Werkzeugkiste
 Erste-Hilfe-Kasten

Besatzung

1/8 (Gruppe)

Baujahr/Indienststellung

1958 (bei der Werkfeuerwehr Feldmühle AG Hillegossen)

amtl. Kennzeichen

Bi-Y 828 (mit Original-Plakette: „Landkreis Bielefeld“)

Wissenswertes:
Die Geschichte der Löschabteilung Bielefeld-Hillegossen ist wohl ziemlich einzigartig: Sie geht auf die Betriebsfeuerwehr der Papierfabrik Koholyt AG zurück. Die war im Jahr 1923 gegründet worden, nachdem ein Großbrand auf dem Holzplatz großen Schaden angerichtet hatte. 1942 erfolgte die Aufwertung zur „anerkannten Werkfeuerwehr“ der Feldmühle AG. Die firmeneigene Wehr entsprach damit in puncto Ausbildung und Ausstattung einer öffentlichen Feuerwehr und kam regelmäßig auch außerhalb des Werkgeländes im Stadtbezirk Stieghorst zum Einsatz. Die Feldmühle zählte zeitweise zu den zehn größten Unternehmen in Deutschland. Im Zuge der Zerlegung des Konzerns und der Übernahme der Papiersparte durch Stora Enso und später Mitsubishi Paper erfolgte im Jahr 2004 die Umwandlung der Werkfeuerwehr zur Löschabteilung Hillegossen der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld. Ihr Standort befindet sich an alter Stelle auf dem Werksgelände. Etwa die Hälfte der Aktiven arbeitet weiterhin in der Fabrik, die heute mit rund 700 Mitarbeitern, davon 480 in Bielefeld, Spezialpapiere herstellt (Gesamtkapazität: 185.000 t/pro Jahr).

Design nach amerikanischem Vorbild

Zum aktuellen Fuhrpark der Löschabteilung gehören Hilfeleistungslöschfahrzeug 10, Löschgruppenfahrzeug 20, Rüstwagen 1 und Mannschaftstransportwagen. Hinzu kommt ein besonderes „Schätzchen“: Der alte Opel Blitz, den Redaktion: kfv-herford.de als Fahrzeug des Monats November 2017 ausgewählt hat, wird von den Ehrenamtlichen liebevoll gehegt und gepflegt. Magirus, damals noch ein Unternehmen der Klöckner-Humboldt-Deutz AG, hatte den Kleinlaster 1958 in ein Löschgruppenfahrzeug verwandelt und ihn mit Vorbaupumpe und Tragkraftspritze aus eigener Produktion versehen. Der „Blitz“ ist zwar noch voll funktionstüchtig und komplett beladen, wird heute aber nur noch zu besonderen Anlässen aus der Garage geholt. Fällt eines der aktuellen Einsatzfahrzeuge aus, muss der Oldie allerdings als Reservefahrzeug herhalten. Das ehemalige Einsatzfahrzeug der „Werkfeuerwehr Feldmühle AG Hillegossen“ ist übrigens mit den Original-Nummernschildern aus den Fünfzigern unterwegs. Darauf klebt noch die Zulassungs-Plakette des damaligen Landkreises Bielefeld.
Opel hatte den „Blitz 1,75 Tonnen“ von 1952 – 1959 produziert. Etwa 90.000 Einheiten liefen in dieser Zeit vom Band und sicherten dem Autohersteller damals die Marktführerschaft im Segment der sogenannten leichten Lastwagen. Seine Rundungen und der markante Kühlergrill mit den mächtigen Querstreben folgten amerikanischen Vorbildern. Sie entsprachen aber auch dem damaligen Zeitgeschmack in Europa. Die Rüsselsheimer rüsteten den Laster mit einem Sechszylinder-Benzinmotor aus dem PKW-Programm (Opel „Kapitän“) aus, der für reichlich Leistung sorgte. Anfangs waren es 58 PS, ab 1955 wurden es 62 und ab 1959 sogar 70 PS. (Redaktion: kfv-herford.de)

-Vo-

2017 11 01
Die Löschabteilung Bielefeld-Hillegossen ist im Besitz eines alten Opel Blitz mit Magirus Aufbau. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 02
Das Löschgruppenfahrzeug verfügt über eine Vorbaupumpe und …(Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 03
… eingeschobene Tragkraftspritze im Heck. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 04
Auch die übrige Beladung ist noch komplett vorhanden. … (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 05
… Sie beschränkt sich allerdings auf das Wesentliche. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 06
A-Druckschläuche ermöglichen die Förderung von großen Wassermengen. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 07
Die A-Saugschläuche lagern auf dem Dach. … (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 08
… Sie können vom Heck aus über Trittstufen und eine Aufstiegsleiter
entnommen werden. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 09
Ein großer Arbeitsstellenscheinwerfer ist ebenfalls vorhanden. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 10
Der Opel bietet Platz für neun Einsatzkräfte. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 11
Seine Armaturentafel ist spartanisch ausgestattet oder einfach nur von schlichter Eleganz. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

2017 11 12
Auf dem Original-Nummernschild klebt noch die Zulassungs-Plakette vom „Landkreis Bielefeld“. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)

Hinweis: Der KFV Herford benötigt ständig interessante Fahrzeugfotos der Feuerwehr und übrigen Hilfsorganisationen zur Aktualisierung seiner Internetseite. Bildzusendungen unter Nennung des Urhebers an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kommentar schreiben