Großbrand im Berliner Werk der Hettich Unternehmensgruppe

170 Feuerwehrleute im Einsatz, Schutzmaßnahmen haben gegriffen

csm DSC 6245 e45964a023 aKirchlengern/Berlin. Der Großbrand im Berliner Werk der Hettich Unternehmensgruppe aus Kirchlengern ist mittlerweile gelöscht. Das Feuer hatte am Donnerstagabend (11.02.2021) eine Produktionshalle des Galvanik-Betriebs erfasst, der laut Angaben der Berliner Feuerwehr unter die Störfallverordnung fällt. Zeitweise waren rund 170 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Behörden hatten die Anwohner im Ortsteil Marienfelde (Bezirk Tempelhof-Schöneberg) dazu aufgefordert, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Messungen der Feuerwehr ergaben allerdings keine gesundheitsgefährdende Belastung der Luft. „Nach ersten Erkenntnissen des Umweltamtes haben alle Schutzmaßnahmen am Standort gegriffen“, schreibt das Unternehmen Hettich auf seiner Facebook-Seite. Bei dem Unglück wurde niemand schwerer verletzt.

Die Berliner Feuerwehr war am Donnerstagabend ausgerückt, nachdem die Brandmeldeanlage der Hettich Umformtechnik GmbH u. Co. KG um 20.03 Uhr ausgelöst hatte. Als die ersten Kräfte der Wache Marienfelde im Industriegebiet an der Motzener Straße eintrafen, stand die Produktionshalle mit der Galvanikanlage bereits in Flammen. „Dort lagerten große Mengen an gefährlichen Stoffen zur Metallverarbeitung“, sagte Karsten Göwecke, Vertreter des Landesbranddirektors der Berliner Feuerwehr. „Uns war sofort klar, dass eine umfangreiche Brandbekämpfung nötig ist!“ Hettich betreibt im Süden von Berlin auf 18.000 Quadratmetern eine Stanzerei, eine Härterei und die Galvanikanlage. Dort werden die Oberflächen der Möbelbeschläge elektrochemisch mit Metallen überzogen.

csm DSC 6245 e45964a023 aIm Berliner Werk der Hettich Unternehmensgruppe ist am Donnerstagabend ein Großbrand ausgebrochen. (Foto: Berliner Feuerwehr)

csm IMG 5723 98d1096c12 bDie Feuerwehr setzt Drehleitern und den Teleskopmast 50 zur Brandbekämpfung ein.
(Foto: Berliner Feuerwehr)

Die betroffene Produktionshalle misst insgesamt 5.000 Quadratmeter. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr erfassten die Flammen zunächst etwa 2.000 Quadratmeter davon. Zeitweise übernahmen 170 Feuerwehrleute die Löscharbeiten. Ein Mitarbeiter eines Energieversorgers zog sich während seiner Tätigkeit vor Ort leichte Verletzungen zu. Der „Stab Feuerwehr“ koordinierte das Einsatzgeschehen. Aufgrund des hohen Personalbedarfs seien zusätzlich alle Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr in den Dienst gerufen worden, hieß es von dort. Die Ehrenamtlichen unterstützten die Löschmaßnahmen und besetzten die Feuerwachen, um den Grundschutz im Stadtgebiet weiterhin zu gewährleisten. Da der Galvanik-Betrieb unter die Störfallverordnung fällt, informierte die Feuerwehr auch die umliegenden Kliniken, damit die sich auf mögliche Verletzte einstellen konnten.
Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig. So bestand die Befürchtung, dass in der Halle verschiedene Chemikalien reagieren und dadurch giftige Gase entstehen könnten. Einige Einsatzkräfte rüsteten sich deshalb mit speziellen Schutzanzügen aus. Mehrere Drehleiterbesatzungen und die Mannschaft des Teleskopmastes 50 gingen in Stellung, um den Großbrand aus der Luft einzudämmen. Trotzdem breitete sich das Feuer auf die gesamte Produktionshalle aus. „Kurzfristig mussten sogar Einsatzfahrzeuge in Sicherheit gebracht werden“, so ein Feuerwehrsprecher.
Vorsorglich wurden 62 Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft an der Motzener Straße evakuiert. Helfer des DRK betreuten sie zunächst in einem BVG-Bus. Später organisierten die Behörden die Unterbringung in einem Hotel. Wegen der Rauchentwicklung warnte die Feuerwehr die Bevölkerung in Marienfelde und dem angrenzenden Lichtenrade per Handy-App. Die Menschen sollten in einem Umkreis von drei Kilometern rund um die Einsatzstelle Fenster und Türen geschlossen halten sowie Klimaanlagen und Lüftungssysteme ausschalten. Umfangreiche Gefahrstoffmessungen, die von den Experten der Feuerwehr an verschiedenen Messpunkten mit Spezialfahrzeugen durchgeführt wurden, ergaben allerdings keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen.
Erst am Freitagvormittag, mehr als 15 Stunden nach Brandausbruch, meldete die Einsatzleitung „Feuer aus!“. Brandsicherheitswachen blieben noch geraume Zeit vor Ort. Als Ursache für den Brand werde nach ersten Einschätzungen ein technischer Defekt vermutet, so das Unternehmen Hettich, das den zahlreichen Helfern für ihren gefährlichen Einsatz dankte. Die Analyse der weiteren Auswirkungen auf den Geschäftsablauf habe gerade erst begonnen. „Hinweise auf freie Galvanik-Kapazitäten werden gerne entgegengenommen.“
Hettich zählt zu den weltweit größten Herstellern von Möbelbeschlägen. Das Unternehmen hat mehr als 6.700 Mitarbeiter, davon rund 3.600 in Deutschland. Die Firmenzentrale des Familienunternehmens, das für die Förderung ehrenamtlichen Engagements bekannt ist, befindet sich in Kirchlengern. (Infos: Berliner Feuerwehr, Redaktion: kfv-herford.de)

csm IMG 5717 591a6d2bc4 cDie Feuerwehr setzt eine Drohne zur Lageerkundung ein. (Foto: Berliner Feuerwehr)

csm UEUN9676 55c328dd05 dAus der Luft wird sichtbar, dass die Flammen bereits die gesamte rund 5.000 Quadratmeter große Produktionshalle mit der Galvanikanlage erfasst haben. (Drohnenfoto: Berliner Feuerwehr)

-Vo-

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