Zum neuen Löschfahrzeug ein vierter Stellplatz.

Familientag bei der Löschgruppe Kirchlengern-Südlengern

DSC 1145Kirchlengern. Bei der Löschgruppe Kirchlengern-Südlengern ist die Freude (immer noch) groß. Die Einheit verfügt seit dem letzten Jahr über ein zusätzliches Einsatzfahrzeug. Dafür wurde eigens das Gerätehaus erweitert. Die Corona-Pandemie hat vieles durcheinandergebracht. Am Sonntag (12.06.2022) war es endlich soweit: Das Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz und die neue Fahrzeughalle wurden offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Bürgermeister Rüdiger Meier sprach von zwei wichtigen Dingen für den Brandschutz in der Gemeinde und darüber hinaus. „Beides funktioniere bereits seit eineinhalb Jahren“. Am Sonntag präsentierte sich die Feuerwehr mit einem Familientag in der Öffentlichkeit.

 

Der Bürgermeister hob während der Feierstunde die moderne Haustechnik des Gerätehauses Südlengern hervor. Das Gebäude, das im Jahr 2012/2013 errichtet worden war, werde mit der Abwärme einer Biogasanlage geheizt und verfüge über eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung. Die Erweiterung um einen vierten Stellplatz, der nun in Form einer Kalthalle realisiert wurde, sei von Anfang an geplant gewesen. „Das Thema Energiesparen ist brandaktuell. Insoweit ist das Gerätehaus samt neuer Standfläche mustergültig.“ Landrat Jürgen Müller überreichte anschließend symbolisch den Schlüssel für das neue Löschgruppenfahrzeug 20 des Katastrophenschutzes NRW – in Fachkreisen kurz LF 20 KatS genannt. „Wir übergeben hier ein Auto, mit dem bereits Hilfe geleistet wurde, das bei der Hochwasserkatastrophe im Märkischen Kreis im Einsatz war.“ Müller lobte das ehrenamtliche Engagement der Helfer. „Das zeichnet den Katastrophenschutz im Kreis Herford aus.“ Wehrführer Frank Rieke bedankte sich bei den Aktiven der Löschgruppe Südlengern, die mit der Stationierung des LF KatS weitere Verpflichtungen übernommen hätten. „Sie stehen nun bereit, um im gesamten Land Nordrhein-Westfalen überörtliche Hilfe zu leisten und unterstützen den ABC-Zug Herford im Notfall bei der Verletzten-Dekontamination.“

DSC 1119(v.l.) Wehrführer Frank Rieke, Tim Erdbrügger (Leiter der Löschgruppe), Stellvertreter Tobias Hurlbrink, Bürgermeister Rüdiger Meier,
Kreisbrandmeister Bernd Kröger, Landrat Jürgen Müller, stellv. Kreisbrandmeister Holger Klann u. Matthias Kuhle (Kreisfeuerwehrverband)
bei der Schlüsselübergabe für das neue Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz

 

DSC 1138Magirus hat den MAN mit Allradantrieb in ein „verkehrsrotes“ Feuerwehrauto verwandelt.

 

DSC 1139Das Beladungskonzept wurde vom Institut der Feuerwehr ausgearbeitet.
Leistungsstarke Pumpen und 600 Meter Schlauchmaterial zählen zur Ausrüstung.  

 

Brandbekämpfung und Wasserversorgung über lange Wegstrecken

Löschgruppenführer Tim Erdbrügger zeigte sich von dem neuen Auto begeistert. Er sprach von einem Kraftpaket mit einer umfangreichen und durchdachten Beladung. „Für die Brandbekämpfung, Hochwasserlagen und Alltagseinsätze sind nahezu alle erforderlichen Geräte vorhanden.“ Die Konzeption habe das Institut der Feuerwehr in Münster übernommen. Für die Anschaffungskosen sei das Land NRW aufgekommen. Der Sechzehntonner von MAN (Typ TGM 18.340) verfügt über Allradantrieb (4x4) und eine zwillingsbereifte Hinterachse. Der Common-Rail-Diesel-Motor leistet etwa 340 PS, während das vollautomatische Allison-Wandler-Getriebe samt Retarder-Bremse die Schaltvorgänge übernimmt. Gewässer bis zu einer Tiefe von 90 Zentimetern können problemlos durchfahren bzw. durchwatet werden. Den Fahrzeugaufbau hat Feuerwehrausrüster Magirus aus Ulm/Donau erstellt. Das  LF-KatS hat 1.000 Liter Löschwasser für den Erstangriff an Bord. Die fest eingebaute Pumpe im Heck (FPN 10-2000) leistet 2.000 Liter bei zehn Bar Ausgangsdruck. Es gibt sechs Geräteräume für die feuerwehrtechnische Beladung, die für die  Brandbekämpfung, Wasserversorgung über lange Wegstrecken und kleinere technische Hilfeleistungen ausgelegt ist. Herzstück im Geräteraum 1 bildet die Tragkraftspritze von Johstadt (PF Pumpen, Jöhstadt/Sachsen). Ihre Leistung ist mit 1.500 Litern bei zehn Bar Ausgangsdruck angegeben. „Sie schafft aber spielend mehr“, so Tobias Hurlbrink, stellvertretender Leiter der Löschgruppe. Das LF 20 KatS verfügt eigens über einen pneumatischen Lift, um die schwere Pumpe sicher vom Fahrzeug entnehmen zu können.  Das Landeslöschfahrzeug ist mit 30 B-Schläuchen bestückt, die eine Länge von 600 Metern ergeben. 360 Meter Schlauchmaterial liegen zusammengekuppelt im Heck. Zwei Einsatzkräfte, die auf Podesten (sog. Auftritt-Plattformen) stehen, können dadurch bereits einen Teil der Schlauchleitung verlegen, während das Fahrzeug langsam voranfährt. Der Stromerzeuger von Endress (Geräteraum 2) leistet 13 Kilovoltampere und ist mit einer Fremdeinspeise-Steckdose versehen. Ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast und zwei LED-Arbeitsscheinwerfern auf der Kabine sorgen zudem bei schlechten Sichtverhältnissen für Sicherheit. Hurlbrink lobte die einfache Bedienung der Heckpumpe mit manuellen Schaltern. „Über jeden Knopf wird jeweils nur eine Funktion gesteuert!“  Zur weiteren Ausrüstung zählen unter anderem Schmutzwasserpumpe (Durchfluss 1.500 l/min), zwei Motorsägen in unterschiedlichen Größen, Waldbrandrucksäcke und –taschen mit 30 Meter langen D-Schläuchen sowie 5.000-Liter-Faltbehälter. Das Beschaffungsprogramm des Landes umfasse insgesamt 109 LF 20 KatS, sagte Kreisbrandmeister Bernd Kröger. „Jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt erhält somit zwei Fahrzeuge. Ein weiteres verbleibt zu Ausbildungszwecken am Institut der Feuerwehr.“

Bunter Familientag

Die Vorstellung des neuen LF 20 KatS bildete beim Familientag einen von mehreren Programmpunkten. So fand die Veranstaltung gemeinsam mit dem THW-Ortsverein Bünde und dem Ortsverein Bünde des DRK Herford-Land statt. Während die THW-Helfer Mehrzweckgerätewagen, Radbagger und  mobile Tankanlage mitgebracht hatten, gaben die Sanitäter des DRK am Rettungswagen und Gerätewagen Sanität Hinweise zur Ersten-Hilfe. Marco Kretschmer vom PSU-Team der Feuerwehr informierte zudem an einem Stand über die Möglichkeiten der Psychosozialen Unterstützung. Währenddessen vergnügten sich die Kinder in der Hüpfburg oder bei den Wasserspielen. Die Paddeltouren auf der nahen Else fanden hingegen bei Eltern und Kindern großen Anklang. Bleibt zu hoffen, dass die Corona-Pandemie bald endgültig überwunden ist, damit solch gelungene Feuerwehrveranstaltungen, wie der Familientag in Südlengern, künftig wieder häufiger stattfinden.

                                                                                                                    Von Jens Vogelsang

                                                                                                                     (Text u. Fotos)   

 

 

DSC 1124Während einer Feierstunde werden Gerätehausanbau und Löschgruppenfahrzeug ihrer Bestimmung übergeben.
(v.l.) Kreisbrandmeister Bernd Kröger, Landrat Jürgen Müller u. Bürgermeister Rüdiger Meier zählen zu den Gästen.

 

DSC 1125Der Landrat lobt das Engagement im Katastrophenschutz.

 

DSC 1123Löschgruppenführer Tim Erdbrügger ist zufrieden und spricht von einem Aufschwung für seine Löschgruppe.

 

DSC 1142Die zusätzliche Halle (r) entstand in Industriebauweise. Erst bei näherem Hinsehen ist zu erkennen, dass angebaut wurde.
In Südlengern sind jetzt HLF 20, LF 20, LF 20 KatS, MTF u. Anhänger stationiert.

 

DSC 1128Tobias Hurlbrink demonstriert, wie die schwere Tragkraftspritze von Jostadt per Pneumatik-Lift vom Fahrzeug entnommen wird.

 

DSC 1130Leistungsstarker Endress-Stromerzeuger im Geräteraum 2

 

DSC 1134Waldbrandrucksäcke und Waldbrandtaschen zählen ebenfalls zur Ausrüstung

 

DSC 1131Die leistungsstarke Heckpumpe ist einfach zu bedienen.

 

DSC 1135Hinterreifen mit Schneeketten-Aufnahmeeinrichtung

 

DSC 1136Alles ist sofort griffbereit, so, wie das Zubehör für die Saugleitungen.

 

DSC 1137Jan Dressler zeigt den kombinierten Geräteträger für die Atemschutz- und Kleinlöschgeräte.

 

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DSC 1115Und er läuft und läuft …! Das alte LF 16-TS der Löschgruppe Südlengern (Bj. 1962, 125 PS) ist beim Familientag ein Blickfang.

 

DSC 1149Marco Kretschmer vom PSU-Team der Feuerwehr informiert zu den Möglichkeiten der Psychosozialen Unterstützung.

 

DSC 1151Das THW vom Ortsverein Bünde ist mit dem Radbagger angerückt.

 

DSC 1153Larsen Hills (l) und seine Leute erklären das schwere Räumgerät und eine mobile Tankanlage.

 

DSC 1156Das Team vom DRK Herford-Land gibt …

 

DSC 1152… Hinweise zur Ersten-Hilfe.

 

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DSC 1162Die Paddeltouren auf der Else finden bei Eltern und Kindern großen Anklang.

 

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