Zum Jubiläum ein neues Fahrzeug

100 Jahre Löschgruppe Vlotho-Steinbründorf – Indienststellung des neuen LF 20 KatS

LF20 KatS UebergabeVlotho. Die Löschgruppe Vlotho-Steinbründorf besteht seit mittlerweile mehr als 100 Jahren. Eigentlich war im vergangenen Jahr eine große Jubiläumsfeier geplant. Doch die Pandemie machte Löschgruppenführer Thorsten Schmiedekamp und seiner Mannschaft einen Strich durch die Rechnung. Während einer kleinen Feierstunde wurde jetzt an die Gründung der Wehr im Jahr 1921 gedacht und das neue Einsatzfahrzeug offiziell in Dienst gestellt. Die Einheit verfügt nämlich seit kurzem über ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS) und übernimmt damit zusätzliche Aufgaben im Katastrophenschutz NRW. Die Aktiven können jetzt im Rahmen der Bezirksreserve auch über die Kreisgrenzen hinaus zum Einsatz kommen.

Bürgermeister Rocco Wilken lobte das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute. „Viele bringen zwar Fertigkeiten aus dem Beruf und dem Alltag mit, aber alle stellen sich einer zeitintensiven Aus- und Fortbildung in ihrer Freizeit. Für Eure tägliche zuverlässige Einsatzbereitschaft danke ich Euch auch im Namen der Bürger der Stadt Vlotho.“ Der Bürgermeister würdigte das besondere Jubiläum mit einer Ehrenurkunde, die er an Thorsten Schmiedekamp und Stellvertreter Christian Bokämper überreichte. Dass sich im ländlich geprägten Ortsteil Valdorf über so viele Jahre hinweg eine leistungsfähige Löschgruppe gehalten habe, hielt Kreisbrandmeister Bernd Kröger für bemerkenswert. „Das zeugt von der guten Kameradschaft!“ In den Gründerjahren wurde der „Rote Hahn” mit einfachstem Gerät bekämpft. „Ohne eine moderne Ausrüstung, einen hohen Ausbildungsstand und den persönlichen Einsatz der Aktiven, wären die Feuerwehreinsätze der heutigen Zeit allerdings nicht zu meistern“, betonte Wehrführer Torsten Sievering.

GruppenbildDie Löschgruppe Vlotho-Steinbründorf im Jubiläumsjahr 2021. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

LGFuehrungThorsten Schmiedekamp (r) und Vertreter Christian Bokämper leiten die Einheit. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

LF20 KatS UebergabeFeierstunde und Fahrzeugübergabe: (v.l.) Stellv. Wehrführer Thomas Twelsiek, stellv. Wehrführer Sven Detering, Bürgermeister Rocco Wilken, stellv. Löschgruppenführer Christian Bokämper, Löschgruppenführer Thorsten Schmiedekamp, Wehrführer Torsten Sievering, MdL Christian Dahm u. MdB Stefan Schwartze. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

Krater verschluckt Brunnenhaus

Als Gründungsjahr der heutigen Löschgruppe muss das Jahr 1921 angesehen werden, als auf Anregung von Amtmann und Bürgermeister Dr. Paul Schildwächter und Gemeindevorsteher Lücking die „Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Valdorf“ entstand. Eine handbetriebene Kolbenpumpe, die das Löschwasser ansaugte und ausstieß, war bis 1925 in Steinbründorf Nr. 20 untergestellt. Schon anno dazumal hatten sich die Aktiven an feste Regeln zu halten. Wer bei Übungen oder Versammlungen unentschuldigt fehlte, der zahlte eine Strafe von 5 Mark. Dreimaliges unentschuldigtes Fehlen „beim Brande“ führte gar zum Ausschluss aus der Feuerwehr. Die neuen Machtverhältnisse brachten Veränderungen mit sich: Im Juli 1934 schlossen sich die bisher selbstständigen Wehren Vlotho, Bonneberg, Steinbründorf und Exter zur „Freiwilligen Feuerwehr Vlotho e.V.“ zusammen. Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs übernahmen „zum Notdienst Verpflichtete“ die Aufgaben der Feuerwehr. In den 1950er Jahren erholte sich das Land allmählich von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Während dieser Zeit verfügte die Löschgruppe Steinbründorf über ein LF 8 mit Vorbaupumpe der Marke Borgward (Bremen). Im Sommer 1970 rückten die Aktiven zu einem besonders spektakulären Einsatz aus. Im nahen Bad Seebruch waren „Moortrichter“ und das am Rande liegende Brunnenhaus mitsamt Pumpenanlage in einem riesigen Krater versunken. Die Bodenplatten der benachbarten Kurklinik barsten. Wasser drang in die Wannenhalle ein. Feuerwehren aus dem gesamten Kreisgebiet und das THW rückten an, um die Löschgruppe Steinbründorf zu unterstützen.

IMG 0207Das Gerätehaus der Löschgruppe Steinbründorf an der Straße Beerenkämpen wurde 1988 errichtet und 2003 erweitert. Beide Baumaßnahmen waren nur möglich, weil die Wehrleute viele Stunden Eigenleistung investierten. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

20220717 142717 resizedZurzeit ist nur Platz für die beiden „Großfahrzeuge“. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

20220717 142854 resizedDas Mannschaftstransportfahrzeug ist in einer provisorischen Garage untergestellt, die von den Wehrleuten in Eigenleistung errichtet wurde. Die jetzt anstehende Baumaßnahme sieht unter anderem einen dritten Stellplatz vor. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

Gerätehauserweiterung steht bevor

Die vergangenen Monate der Pandemie seien mit vielen Herausforderungen verbunden gewesen, meinte Löschgruppenführer Thorsten Schmiedekamp. „Jetzt blicken wir positiv in die Zukunft und sehen der Erweiterung unseres Gerätehauses freudig entgegen.“ Die Planungen, für die in den nächsten Tagen der Bauantrag gestellt wird, sehen für die 30 Aktiven einen zusätzlichen Fahrzeugstellplatz, neue Umkleideräume, sanitäre Anlagen und Lagerflächen vor. Dabei soll ein Konzept zur Schwarz-Weiß-Trennung umgesetzt werden, um Hygienevorschriften einzuhalten. Der Anbau ist insbesondere auch deshalb erforderlich geworden, weil am Standort Steinbründorf mittlerweile drei Einsatzfahrzeuge stationiert sind: Löschgruppenfahrzeug 10, Mannschaftstransporter mit Zusatzausrüstung Atemschutz-Überwachung und seit kurzem zusätzlich ein Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz. Das kurz LF 20 KatS genannte Auto, ein Mercedes-Benz (Typ Atego 1327 AF) mit Rosenbauer-Aufbau (Leonding/Österreich), wurde vom Bund finanziert. Stefan Schwartze, Mitglied des Deutschen Bundestags, übernahm deshalb die symbolische Schlüsselübergabe an die Löschgruppenführung. Das „Bundeslöschfahrzeug“ ist insbesondere für die Brandbekämpfung, Wasserförderung über lange Wegstrecken und Hochwasserlagen ausgerüstet. Es kommt im Rahmen des Katastrophenschutzes NRW, aber auch im normalen Alltag der Feuerwehr Vlotho zum Einsatz. „Das KatS passt genau in unser Einsatzkonzept“, so Wehrführer Sievering, „weil die Löschwasserversorgung im Außenbereich schwierig ist.“

20220717 143212 resizedSeit kurzem verfügt die Löschgruppe Steinbründorf über ein Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

20220717 143549 resizedDer Mercedes-Benz Atego mit Allradantrieb und Rosenbauer-Aufbau ist für die Brandbekämpfung, Wasserversorgung über lange Wegstrecken und für Hochwasserlagen ausgerüstet. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

Leistungsstarke Pumpen und 600 Meter Schlauchmaterial

Der Dreizehntonner mit 272 PS verfügt über Allradantrieb samt singlebereifter Hinterachse und ein automatisiertes Schaltgetriebe. Die Feuerlöschkreiselpumpe im Heck (FPN 10-2000) leistet 2.000 Liter pro Minute bei zehn Bar Ausgangsdruck. Für den Erstangriff stehen 1.000 Liter Wasser in einem beheizbaren Tank zur Verfügung. Das Auto hat noch eine zweite Pumpe an Bord: Die Tragkraftspritze (PFPN 10-1500) „Ultra Power 4“ von Ziegler ist im Geräteraum 1 verladen. Sie wird von einem 3-Zylinder-Viertakt-Motor mit 68 PS angetrieben, hat eine Förderleistung von 1.500 Litern pro Minute und wird aufgrund ihres hohen Gewichts von 188 Kilogramm mit Hilfe eines pneumatischen Lifts vom Fahrzeug entnommen. Die Energieversorgung für das technische Gerät erfolgt über einen tragbaren Stromerzeuger mit einer Leistung von fünf Kilovoltampere, der im Geräteraum 2 untergebracht ist. Auf dem Dach des Aufbaus gibt es einen manuell aufklappbaren Lichtmast, der mit zwei LED-Scheinwerfern bestückt werden kann. Das KatS ist außerdem mit einer Umfeldbeleuchtung und Rangierscheinwerfern an den Außenspiegeln ausgerüstet, die bei schlechten Sichtverhältnissen für Sicherheit sorgen. Der Angriffstrupp kann sich bereits auf der Anfahrt mit Atemschutzgeräten (Typ Dräger PSS 5000) ausrüsten. Zwei weitere Normaldruckgeräte für den Sicherheitstrupp befinden sich im Geräteraum 4.

20220717 143405 resizedDie leistungsstarke Tragkraftspritze (Ziegler „Ultra Power 4“) wird mit einem pneumatischen Lift vom Fahrzeug entnommen. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

20220717 143614 resized 15-kVA-Stromerzeuger im Geräteraum 2 (Foto: Feuerwehr Vlotho)

20220717 143225 resizedDer Angriffstrupp kann sich während der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

20220717 143515 resizedEin Teil des Schlauchmaterials lagert in Kassetten über dem Pumpenstand. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

Die mitgeführten Schläuche reichen aus, um eine 600 Meter lange B-Leitung zu verlegen. Ein Teil des Materials lagert in Buchten über der Heckpumpe. Die Schlauchkassetten sind untereinander verbunden. Eine 300 Meter lange Leitung kann somit abgewickelt werden, während das Fahrzeug langsam voranfährt. Zur weiteren Ausrüstung zählen Faltbehälter (5.000 Liter), Tauchpumpe (Typ Mast) und Kettensäge (Typ Stihl). Die Funkausstattung umfasst ein digitales Fahrzeugfunkgerät (MRT) sowie fünf digitale Handsprechfunkgeräte (HRT Typ Motorola). Sollte die digitale Technik ausfallen, kann auf ein analoges 4-Meter-Funkgerät zurückgegriffen werden.
Einige Einsätze und Übungsdienste konnte die Löschgruppe bereits mit dem neuen Auto absolvieren. „Die Löschgruppe Steinbründorf ist mit dem LF 20 KatS in die vorgeplante Hilfe des Regierungsbezirks Detmold sowie das Waldbrandkonzept im Kreis Herford integriert und somit Bestandteil des überörtlichen Bevölkerungsschutzes“, erklärte Thorsten Schmiedekamp. (Infos: Feuerwehr Vlotho, Redaktion: kfv-herford.de)

-Vo-

 

Borgward Feuerwehr Spaeth ChrIn den 1950er Jahren verfügte die Einheit über ein Löschgruppenfahrzeug 8 der Marke Borgward (Bremen). Das Foto zeigt ein vergleichbares Fahrzeug. (Foto: Späth Chr., Wikipedia)

EhrenabteilungDie Ehrenabteilung der Löschgruppe Vlotho-Steinbründorf im Jubiläumsjahr 2021. (Foto: Feuerwehr Vlotho)

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