Im Wiehengebirge Erfahrungen für die Jugendarbeit gesammelt

Jugendgruppenleiterlehrgang in Rödinghausen

DSC 0593Rödinghausen. Die Jugendfeuerwehr sichert der Freiwilligen Feuerwehr die Zukunft. Gerade deshalb ist die Arbeit der Jugendwarte und Betreuerteams von unschätzbarem Wert. Sie übernehmen eine hohe Verantwortung und brauchen für die Gestaltung der Jugendfeuerwehrdienste viel Organisationstalent und eine gehörige Portion Kreativität. 24 junge Feuerwehrleute, die sich den Herausforderungen der Jugendarbeit stellen, nahmen vom 18. bis 20. Januar 2019 an einem Jugendgruppenleiterlehrgang in Rödinghausen teil. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch stand dabei im Mittelpunkt.

Am Freitagabend waren die Teilnehmer im Jugendgästehaus des Kreises Herford zusammengekommen, um sich in der Abgeschiedenheit des Wiehengebirges ganz der Jugendarbeit zu widmen. Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier hatte den Lehrgang gemeinsam mit den übrigen Vorstandsmitgliedern der Kreisjugendfeuerwehr geplant. „Die Jugendgruppenleiterausbildung führen wir in Eigenregie durch. Das hat sich bereits seit vielen Jahren bewährt“, sagte Meier. Sie hielt die Durchführung als Internatsveranstaltung für besonders wichtig. „Das fördert die Kameradschaft und den Zusammenhalt!“

Nach dem Abendessen stand eine erste Gesprächsrunde auf dem Programm. Die Teilnehmer, allesamt ehrenamtliche Feuerwehrleute aus den Wehren im Kreisgebiet, stellten sich vor und berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen in der Jugendarbeit, die sie in den zurückliegenden Monaten bereits sammeln konnten. Fabian Stadelmann, stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart, übernahm die Moderation der munteren Diskussionsrunde. Er erläuterte dem Lehrgang im Anschluss, welche weiteren Seminare für die Ausbildung zum Jugendgruppenleiter erforderlich sind.
Feuerwehrtechnik, Sport und Spiel, Umweltaktionen und Freizeitfahrten, dafür steht die Jugendfeuerwehr. Doch wie lässt sich aus diesen „Zutaten“ ein möglichst interessanter und zugleich spannender Dienstplan zusammenstellen? Fabian Stadelmann erklärte am Samstag, was bei den Planungen für einen Jugendfeuerwehrdienst alles bedacht werden muss. „Besonders wichtig ist es, die Jugendlichen mit einzubeziehen!“ Danach zeigten die künftigen Jugendgruppenleiter ihre kreative Seite. Sie erstellten in Gruppenarbeit verschiedene Dienstpläne und präsentierten die Ergebnisse im Anschluss in großer Runde. „Wie halte ich die Kinder und Jugendlichen bei Laune, damit sie dabei bleiben?“, darauf kommt es an, so Stadelmann.

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Im beschaulichen Rödinghausen findet die Jugendgruppenleiter-Ausbildung statt.

Am 6. April ist „Tag der Jugendflamme“

Während ihrer Jugendfeuerwehrzeit können die Jungfeuerwehrleute die Leistungsspange und die Jugendflamme erwerben. Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier und Fachbereichsleiter Ulrich Pörtner vermittelten dem Lehrgang am Nachmittag das nötige Grundwissen zu den beiden Feuerwehrwettbewerben. In den letzten Jahren habe das Interesse an der Jugendflamme nachgelassen, so Meier. Deshalb werde es am 6. April an der Olof-Palme-Gesamtschule in Hiddenhausen einen „Tag der Jugendflamme“ geben, kündigte sie an. „Die Kreisjugendfeuerwehr übernimmt an diesem Tag die Abnahme des Wettbewerbs“, um die Abnahmeberechtigten auf Ortsebene zu entlasten. Die „Jugendflamme“ gliedert sich in drei Stufen, die aufeinander aufbauen. Zur Stufe 1. gehört beispielsweise das nötige Grundwissen über den Notruf, während für die erfolgreiche Teilnahme an der Stufe 2. eine Löschübung vorgeführt werden muss und bei Stufe 3. zusätzlich sportliches, soziales, kulturelles oder ökologisches Engagement gefordert ist. Und noch eine Neuerung kündigte die Kreisjugendfeuerwehrwartin an: Künftig wird es auch für die Knirpse in der Kinderfeuerwehr einen eigenen Wettbewerb geben. „Der Verband der Feuerwehren arbeitet an der Kinderflamme, die ebenfalls in drei Stufen kommen soll!“

Es muss immer ausreichend Zeit für Familie und Beruf bleiben!

Die Freiwillige Feuerwehr fordert gerade von den Ehrenamtlichen, die in der Jugendarbeit aktiv sind, ein hohes Maß an Engagement. Entscheidend sei, dass man sich selbst nicht überfordere, so Natascha Meier zum Thema Zeit- und Selbstmanagement. Deshalb sei ein gut funktionierendes Betreuerteam, das sich die Arbeit teile, besonders wichtig. „Es muss immer ausreichend Zeit für Familie und Beruf bleiben!“ Jens Vogelsang, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, appellierte zum Abschluss an die Lehrgangsteilnehmer, die Öffentlichkeitsarbeit nicht zu vernachlässigen. Nur dadurch bleibe die Jugendfeuerwehr im Gespräch. „Das ist wichtig, um für neue Mitglieder zu werben und die nötige finanzielle Unterstützung zu bekommen!“
Am Ende zogen die künftigen Jugendgruppenleiter ein positives Fazit. „Für meine zukünftige Aufgabe als stellvertretender Jugendwart war der Lehrgang eine gute Einführung“, meinte Lennart Wilkening (21) von der Löschgruppe Herford-Elverdissen. Besonders der Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern habe ihm viel gebracht. Dustin Diekmann (19) - seit dem vergangenen Jahr Betreuer bei der Jugendfeuerwehr Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck - zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Die Kameradschaft war super!“ Das sind die besten Voraussetzungen für den zweiten Teil der Jugendgruppenleiterausbildung, der am letzten Märzwochenende stattfindet.
Im Wittekindsland gibt es zurzeit 18 Jugendfeuerwehren mit rund 450 Mitgliedern. Im letzten Jahr sind mit den „Löschzwergen“ in Rödinghausen und den „Feuerfüchsen“ in Kirchlengern zwei Bambiniwehren hinzugekommen, die für Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren offenstehen. Zum Teilnehmerkreis des Jugendgruppenleiterlehrgangs zählten deshalb mit Tanja Blank (Rödinghausen), Laura Röhrig (Kirchlengern) und Sarah Sudek (Kirchlengern) auch drei stellvertretende Gemeinde-Kinderfeuerwehrwartinnen.

Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

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Das Jugendgästehaus des Kreises Herford, mitten im Wiehengebirge gelegen, dient ...

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... als Tagungsstätte und Unterkunft für die Internatsveranstaltung.

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Die Teilnehmer werden u.a. von Fabian Stadelmann (r) auf ihren Einsatz als Jugendgruppenleiter vorbereitet.

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Sie tauschen aber auch untereinander Erfahrungen aus, die ...

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... sie in der Jugendarbeit bereits gesammelt haben.

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24 Feuerwehrleute aus dem Kreis Herford absolvierten mit Erfolg den ersten Teil ihrer Jugendgruppenleiterausbildung.