Kreis Herford. Anfang Januar 2026 kommt es in Berlin zum größten Stromausfall der Stadt seit Kriegsende. Hunderte Helfer, darunter Feuerwehrleute aus Spenge, versuchen die Lage in den Griff zu bekommen. Der Vorfall zeigt, dass die Kritischen Infrastrukturen (Kritis) in Deutschland durch Extremismus, aber auch Extremwetterlagen zunehmend gefährdet sind. Im Kreis Herford verläuft der Jahreswechsel relativ ruhig. Gebäudebrände fordern die Feuerwehren Herford, Bünde und Rödinghausen im weiteren Verlauf des Monats. Redaktion: kfv-herford.de blickt noch einmal auf die Ereignisse der vergangenen Tage zurück.
In der Silvesternacht 2025/2026 ereignen sich in Deutschland wieder zahlreiche Brände und Unfälle durch Pyrotechnik. Im benachbarten Bielefeld sterben zwei 18-Jährige auf tragische Weise beim hantieren mit selbstgebauten Böllern. Stimmen, die ein Verbot von privatem Feuerwerk fordern, werden lauter. Das würde auch Rettungsdienste und Feuerwehren entlasten. Mehr als eine Million Menschen unterschreiben eine entsprechende Petition, die dem Bundesinnenministerium in Berlin übergeben wird. Wieder einmal werden die Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr zur Zielscheibe von „Silvester-Chaoten“ – besonders in den großen Städten. Das Bundesjustizministerium hat bereits zuvor mitgeteilt, dass eine Verschärfung des Strafrechts für Angriffe auf Einsatzkräfte geplant sei. Die Menschen im Kreis Herford erleben, verglichen mit früheren Jahren, einen ruhigen Jahreswechsel. Die Polizei verzeichnet lediglich 65 „Mehreinsätze“. Die Arbeit der Feuerwehr beschränkt sich in der Silvesternacht auf das Ablöschen kleinerer Brände.
In einer Bar im Schweizer Urlaubsort Crans-Montana (Kanton Wallis/Schweiz) kommt es in den frühen Morgenstunden des Neujahrstags (1.01.2026) zur Katastrophe. Funken, ausgelöst durch Sprühfontänen auf Champagnerflaschen, entzünden vermutlich Dämmstoff an der Decke. Schlagartig steht das gesamte Untergeschoss der Bar in Flammen. 40 Menschen sterben bei der Tragödie, mehr als 100 werden verletzt, viele von ihnen schwer. Sofort wird das EU-Katastrophenschutzverfahren UCPM (Union Civil Protection Mechanism) in Gang gesetzt, um die Brandverletzten-Zentren (BVZ) in der Schweiz zu entlasten. 35 Patient/en/innen werden nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nach Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien ausgeflogen. Deutschland nimmt insgesamt elf Schwerverletzte auf. Die Verteilung erfolgt nach dem sogenannten Kleeblattmechanismus, den Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt haben. Zwei Patienten kommen nach Nordrhein-Westfalen (Kleeblatt West) und werden in Köln und Aachen behandelt.
Am Samstagabend (3.01.2026) haben die Feuerwehrleute aus Herford alle Hände voll zu tun. An der Lüderitzstraße brennt ein Wohnhaus. 85 Einsatzkräfte übernehmen bei klirrender Kälte die Löscharbeiten. Zwei Bewohner werden vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht, weil sie sich vermutlich Rauchvergiftungen zugezogen haben. Die Polizei kann die Ermittlungen zur Unglücksursache schnell abschließen: „Kerzen haben den Weihnachtsbaum in Brand gesetzt!“, teilt die Pressestelle mit.
Patient/en/innen der Brandkatastrophe in der Schweiz werden im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens ausgeflogen (Symbolfoto: Bundeswehr).
An der Lüderitzstraße in Herford steht ein Wohnhaus lichterloh in Flammen. (Foto: Feuerwehr Herford)
Bereits am frühen Samstagmorgen (3.01.2026) hat die Berliner Feuerwehr eine brennende Kabelbrücke gelöscht, die vor dem Heizkraftwerk in Lichterfelde über den Teltowkanal führt. Der Brand, zu dem sich Linksextremisten bekennen, hat weitreichende Folgen: Mehrere 110-kV-Hochspannungskabel sind zerstört und müssen abgeschaltet werden. Im Berliner Südwesten fallen dadurch Strom und Fernwärmeversorgung aus. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe, aber auch Krankenhäuser und Pflegeheime, sind in der Anfangsphase von der Energieversorgung abgeschnitten. Erst in der Nacht zum 5.01.2026 ruft die Senatsverwaltung die Großschadenslage aus und beantragt Amtshilfe bei der Bundeswehr. Unterstützung kommt auch aus Nordrhein-Westfalen. Zehn Energiemodule des Katastrophenschutzes, darunter die Einheit der 2. Bezirksreservebereitschaft, die in Spenge-Lenzinghausen stationiert ist, werden in die Hauptstadt beordert, um die Stromversorgung zu stabilisieren (5.01. bis 8.01.2026). Kritik am Krisenmanagement wird laut. In Berlin gibt es 37 Katastrophenschutzbehörden, die nach Feststellungen des Landesrechnungshofs nur unzureichend auf Krisen vorbereitet sind. Albrecht Broemme, ehemaliger Landesbranddirektor und Leiter der Berliner Feuerwehr, kritisiert die Verantwortlichen ebenfalls und spricht in einem Zeitungsinterview von „Schnarch-Nasen“.
Einheiten des Katastrophenschutzes NRW, darunter das Energiemodul der 2. Bezirksreservebereitschaft (Herford/Minden-Lübbecke) sind in Berlin im Einsatz, um die Stromversorgung zu stabilisieren. (Foto: Feuerwehr Spenge)
Kai Wegner (hinten links), Regierender Bürgermeister von Berlin, Innensenatorin Iris Spranger (vorne links) und Per Kleist, Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors, zusammen mit weiteren Mitgliedern der Örtlichen Einsatzleitung. (Foto: Berliner Feuerwehr)
Carolin Schönknecht-Albinus - beim Löschzug Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck aktiv – nimmt am RTL-Quiz „Wer wird Millionär?“ teil (7.01.2026). Rund 45 Minuten steht die 36-jährige Account-Managerin im TV-Rampenlicht, beantwortet die Fragen mit steigendem Schwierigkeitsgrad und gewinnt schließlich 125.000 Euro. Im Gespräch mit Moderator Günther Jauch lobt Schönknecht-Albinus die Feuerwehr und das Feuerwehrehrenamt. Sie sei bereits in der Jugendfeuerwehr angefangen, der Löschzug habe erst vor wenigen Jahren ein neues Gerätehaus bekommen und der Förderverein benötige Spenden, erfahren die Zuschauer im Studio und das Millionenpublikum an den Bildschirmen.
Carolin Schönknecht-Albinus (4. v.l.), Feuerwehrfrau aus Hiddenhausen, macht beim RTL-Quiz „Wer wird Millionär?“ Werbung für die Feuerwehr. (Foto: Feuerwehr Hiddenhausen)
In der Nacht zu Montag (12.01.2026) brennen an der Brüderstraße, Ecke Johannisstraße in Herford mehrere große Müllbehälter. Die Flammen greifen auf die Fassade eines Mehrfamilienhauses über. Ein Großaufgebot der Feuerwehr verhindert Schlimmeres. Die Einsatzkräfte bringen acht Personen aus dem verqualmten Gebäude in Sicherheit und setzen eine Drehleiter zur Brandbekämpfung ein.
Unbekannte Täter dringen während der Nacht in das Gerätehaus des Löschzugs Vlotho ein (22.01.2026). Sie stehlen einen hydraulischen Spreizer samt Akkus aus einem der Einsatzfahrzeuge. Bürgermeister und Wehrführung sprechen von „einer großen Sauerei“. „Die Gerätschaften werden gebraucht, um im Notfall Leben zu retten!“ Jetzt sollen die Gerätehäuser der Weserstadt mit Kameras und Sensoren besser geschützt werden.
Diebe dringen in das Gerätehaus Vlotho-Mitte ein und stehlen hochwertiges Rettungsgerät. Bürgermeister und Wehrführer sind in Anbetracht einer solch skrupellosen Tat sauer. (Foto: Feuerwehr Vlotho)
In einem Wohnhaus an der Engerstraße in Bünde bricht Montagvormittag (26.01.2026) ein Feuer aus. Da niemand zu Hause ist, breitet sich der Brand zunächst unbemerkt vom Erdgeschoss des Altbaus bis in das Obergeschoss aus. Kräfte der Hauptamtlichen Wache, die Einheiten Hunnebrock, Mitte und Dünne sowie die Tagesalarmbereitschaft Miele sind schnell vor Ort und übernehmen die Löscharbeiten. Am frühen Mittwochabend (28.01.2026) stehen in Rödinghausen-Ostkilver zwei PKW samt Carport in Flammen. Das Feuer greift schnell auf den Dachstuhl des Bungalows über. Die Leistelle löst deshalb Großalarm (Feuer Stufe 3 „Menschenleben in Gefahr“) aus. Zwei Atemschutztrupps rücken zur gezielten Innenbrandbekämpfung in das Dachgeschoss des Gebäudes vor. Andere Feuerwehrleute löschen Hausfassade, Carport und Fahrzeuge. Die Bewohner haben sich zuvor rechtzeitig in Sicherheit gebracht, sodass niemand verletzt wird.
Wieder einmal ist die Feuerwehr Vlotho auf der A2 im Einsatz (29.01.2026). Zwischen dem Kreuz Bad Oeynhausen und der Anschlussstelle Vlotho-West sind am Morgen sechs PKW und ein LKW bei winterlichen Straßenverhältnissen zusammengekracht. Der Rettungsdienst bringt zwei Verletzte ins Krankenhaus. Die Feuerwehrleute errichten am Rande der Fahrbahn ein Schnelleinsatzzelt, um die weiteren Betroffenen zu betreuen. Die Autobahn bleibt den kompletten Vormittag hindurch in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt.
Der Bundestag verabschiedet das sogenannte Kritis-Dachgesetz (Kritis für Kritische Infrastrukturen) (29.01.2026). So gelten künftig unter anderem für Energienetzbetreiber, Kraftwerke und Wasserwerke strengere Sicherheitsvorschriften, damit diese besser vor möglichen Angriffen oder den Folgen von Naturkatastrophen geschützt sind. Der Krieg in der Ukraine geht derweil mit unverminderter Härte weiter. Vor diesem Hintergrund übergibt der Kreis Herford Ende Januar 2026 einen ausgemusterten Rettungswagen an die Hilfsorganisation „Helpchain“. Das Fahrzeug soll zeitnah dem ukrainischen Zivilschutz zur Verfügung gestellt werden und entlang der Frontlinie zum Einsatz kommen. (Redaktion: kfv-herford.de)
-Vo-
In Rödinghausen stehen zunächst zwei PKW in Brand. Das Feuer greift binnen Minuten vom Carport auf das Wohnhaus über. (Foto: Feuerwehr Rödinghausen)