Wehrversammlung der Feuerwehr Kirchlengern
Kirchlengern. Die Feuerwehr Kirchlengern hat während ihrer Wehrversammlung auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurückgeblickt. Aktive, ehemals Aktive, Freunde und Förderer sowie Gäste aus Politik und Verwaltung waren dazu am Freitagabend (20.02.2026) in der Fahrzeughalle der Löschgruppe Kirchlengern-Nord zusammengekommen. Stellvertretender Wehrführer Klaus Westerholz nutzte noch einmal die Gelegenheit, um sich bei seiner Mannschaft zu bedanken: „Ihr habt im vergangenen Jahr erneut eine hervorragende Arbeit geleistet.“
Bürgermeister Rüdiger Meier lobte in seinem Grußwort ebenfalls das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute. „Ihr leistet einen wichtigen Beitrag, um die öffentliche Sicherheit aufrecht zu erhalten.“ Die Menschen registrierten sehr genau, was die Feuerwehr leiste, meinte Meier. Das habe sich während der Großbrände im zurückliegenden Jahr gerade erst wieder gezeigt. Damals hatten sich die Bürger rührig um die Verpflegung der Einsatzkräfte gekümmert. „Rat und Verwaltung werden auch in den kommenden Jahren die nötigen Rahmenbedingungen schaffen, damit die Feuerwehr Kirchlengern die notwendige Ausrüstung erhält“, sagte Meier.
Jahresbericht der Wehrführung
Stellvertretender Wehrführer Klaus Westerholz zog in seinem Jahresbericht 2025 Bilanz. Zu 154 Einsätzen - und damit 14 Mal mehr als 2024 - rückten die Ehrenamtlichen aus. Vier Großbrände wurden gelöscht. „Leider gab es beim Brand des Wohnhauses in Häver ein Todesopfer zu beklagen“, sagte Westerholz. Belastend sei auch ein Verkehrsunfall auf dem Nordring im Dezember gewesen, bei dem ein junger Mensch sein Leben verloren habe. Zahlreiche weitere Einsätze sind in der Statistik aufgeführt, darunter alleine 31 Wasser- und Sturmschäden.
Maßnahmen, die unter den Vorbeugenden Brandschutz fallen, zählten ebenfalls zu den Aufgaben der Feuerwehr Kirchlengern. So wurden im Zuge der Errichtung der neuen Gewerbehallen des Unternehmens Hillwood Deutschland an der Hamerkampstraße und im Rahmen der Baumaßnahme an der Erich-Kästner-Gesamtschule intensive feuerwehrtechnische Beratungen durchgeführt. Zudem standen im Rahmen der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung 14 Veranstaltungen an Schulen, Kitas und Kindergärten auf dem Programm, davon sechs Räumungsübungen.
Gruppenfoto der Geehrten und Beförderten
Die Wehr hat eine neue Hochleistungspumpe erhalten (Leistung 5.000 l/min).
Während der Wehrversammlung wird symbolisch der dafür passende Saugkorb übergeben: (v.l.)
Stellv. Wehrführer Klaus Westerholz, Bürgermeister Rüdiger Meier u. Björn Sudek, Leiter der Löschgruppe Kirchlengern-Nord.
Westerholz informierte während der Wehrversammlung auch über zahlreiche weitere Aktivitäten der Feuerwehrleute, die außerhalb des Einsatz- und Übungsgeschehens stattfanden. Dazu zählten der Besuch des 150-jährigen Jubiläums der Feuerwehr Tännesberg, Kirchlengerns Partnergemeinde im Oberpfälzer Wald, die offizielle Übergabe des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs 20 (HLF 20) an die Löschgruppe Kirchlengern-Mitte sowie die Teilnahme an einem „Tag der offenen Tür“ auf dem Gelände des Straßenverkehrsamtes.
Insgesamt 272 Mitglieder, davon 130 Aktive, zählt die Feuerwehr Kirchlengern zurzeit.
Hinzukommen 18 Einsatzkräfte, die beim Unternehmen Hettich arbeiten und eine Tagesalarmbereitschaft (TAB) bilden. „Das sind drei mehr, als im Vorjahr“, resümierte Westerholz. Der Vize-Feuerwehrchef appellierte an alle Anwesenden, sich für die Mitgliederwerbung stark zu machen. „Wir müssen an dem Thema Rekrutierung von Einsatzpersonal dranbleiben. Das ist kein Selbstläufer!“
Mit allen Einheiten zum Institut der Feuerwehr
Matthias Kuhle, Ausbildungsbeauftragter der Feuerwehr Kirchlengern, zog ebenfalls eine positive Bilanz. So konnten Clemens Kramer, Finn Meier, Lee Schuwerack, Jannis Tödtmann und Aiden Vickers mit Erfolg ihre Grundausbildung (Module 1 – 4) absolvieren, die gemeinsam mit der Feuerwehr Löhne stattfand. Darüber hinaus berichtete Kuhle vom gemeinsamen Ausbildungstag aller vier Löschgruppen auf dem Gelände des Instituts der Feuerwehr NRW in Münster. Während der Großübung „Elsefeuer 25“ waren 180 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreisgebiet mit 30 Fahrzeugen im Einsatz. „Sie pumpten im Gewerbegebiet Oberbehme das Löschwasser aus einer Zisterne, um es anschließend in das unterirdisch fest verbaute Leitungsnetz einzuspeisen“, erklärte Kuhle. Verschiedene Lehrgänge und Seminare auf Kreisebene und am Institut der Feuerwehr rundeten das Ausbildungsangebot ab.
Alle vier Löschgruppen verbringen einen gemeinsamen Ausbildungstag am Institut der Feuerwehr.
Eigenschaften, die man auf Tiktok und Snapchat nicht kennt
Eine Abordnung der Jugendfeuerwehr nahm ebenfalls an der Wehrversammlung teil. „Feuerwehr funktioniert mit Teamgeist, Freundschaft und Zusammenhalt“, davon zeigten sich Joel, Alina, Emmi, Sophie und Len am Freitagabend überzeugt. Alina: „Wir lernen hier Dinge, die man auf Social-Media-Plattformen, wie Tiktok oder Snapchat, nicht kennt. Wir lernen Verantwortung. Wir lernen, uns auf andere zu verlassen. Und wir lernen, dass man manchmal über sich hinauswachsen muss, auch wenn man das am Anfang gar nicht vorhatte.“ Die fünf Nachwuchsfeuerwehrleute gaben mit ihrem Jahresbericht einen eindrucksvollen Einblick in die Jugendarbeit des letzten Jahres und wurden dafür mit einem großen Applaus bedacht.
Stefanie Telthörster-Kröger leitet die Kinderfeuerwehr „Feuerfüchse“, die für Knirpse ab sechs Jahren offensteht. 32 Mitglieder zählt die Gruppe zurzeit. Ein zwölfköpfiges Team kümmert sich um die Betreuung. Dieter Schmölzmeier informierte die Anwesenden über die Aktivitäten der Ehrenabteilung. Die „Rentnertruppe“ besuchte zahlreiche Veranstaltungen und organisierte monatliche Treffen in den Gerätehäusern.
Abordnung der Jugendfeuerwehr
Silke Vahrson-Hildebrandt, Leiterin des Amtes für Bevölkerungsschutz beim Kreis Herford, beeindruckte mit einer weiteren Zahl: 2.248 Einsätze seien von den Mitarbeitenden der Rettungswache Kirchlengern, Obernackernstraße im zurückliegenden Jahr geleistet worden. „Insgesamt 39 Azubis absolvieren momentan ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter bzw. zur Notfallsanitäterin.“ Kreisbrandmeister Bernd Kröger freute sich über den Mitgliederzuwachs auf Kreisebene. So zählt der Kreisfeuerwehrverband Herford mittlerweile 2.884 Kameradinnen und Kameraden, davon 1.642 Aktive. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Brandeinsätze stark gestiegen – und zwar auf 876 (2024: 555). „Leider gab es drei Brandtote zu beklagen.“ Die Zahl der Gesamtalarmierungen sei hingegen auf 2.390 zurückgegangen. Sieben Einsatzkräfte aus dem Kreis Herford waren im letzten Jahr Opfer von Gewalt. Der Kreisbrandmeister sprach von einem gesellschaftlichen Problem, das nach wie vor nicht gelöst sei.
Feuerwehr Kirchlengern
(Text u. Fotos)
Ehrungen
Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW in Silber (25-jährige aktive Mitgliedschaft)
Thomas Brinkjost
Ehrennadel des Verbandes der Feuerwehren
40-jährige Mitgliedschaft
Dirk Bergmann
50-jährige Mitgliedschaft
Helmut Dörken
Beförderungen
Feuerwehrmann/-frau
Ute Merkühler
Oliver Weisheit
Gianluca Wenzel
Oberfeuerwehrmann
Heinrich Kaminski
Niklas Neiss
Unterbrandmeisterin
Lorena Walkenbach
Brandmeister
Patrick Eimertenbrink
Oberbrandmeister
Renee Passehl