Ölsperre über die Else gezogen!

43. Schlauchbootwettbewerb der Löschgruppe Bünde-Ahle

Bünde. An der Dammstraße in Bünde, dort wo die Else beschaulich durch die Landschaft fließt, war am Wochenende (25.04./26.04.2026) jede Menge los. Die Löschgruppe Ahle hatte zu ihrem Schlauchbootturnier eingeladen und die Resonanz war Riesengroß. Fast 90 Mannschaften gingen bei der 43. Neuauflage des Wettbewerbs an den Start und das bei bestem Frühlingswetter. Lars Vienop, Leiter der Löschgruppe, strahlte am Nachmittag mit der Sonne um die Wette: „Ein noch größeres Teilnehmerfeld wäre kaum zu schaffen!“    


Den Auftakt der Veranstaltung bildet am Samstag der Durchlauf der Jugendfeuerwehren. Das Starterfeld, bestehend aus 25 Mannschaften,  kommt aus dem gesamten Wittekindsland, dem benachbarten Oberzentrum Bielefeld und den Nachbarkreisen Minden-Lübbecke, Gütersloh, Lippe sowie dem angrenzenden Melle (Niedersachsen). Löschgruppenführer  Lars Vienop betont den Ausbildungscharakter der Veranstaltung: „Auch wenn der Spaß im Vordergrund steht, können die Teilnehmer/innen jedes Mal auch etwas für den Einsatzalltag lernen!“ In diesem Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto „Gefahrgut“. Aus einem „Gefahrguttransporter“, der am Ufer steht, läuft eine Flüssigkeit in die Else, so die angenommene Lage. Jetzt sind die Jugendfeuerwehrleute gefordert. Doch welche Schlauchbootbesatzung meistert die Situation am schnellsten und macht dabei die wenigsten Fehler?

Ein „wassergefährdender Stoff“ ist in die Else geflossen. Die Schlauchbootbesatzungen ziehen deshalb eine Ölsperre über den Fluss.

Im CSA vorgerückt

Bevor es auf die Strecke geht, drehen die Jugendlichen am Glücksrad. Danach steht fest, wer die Aufgabe als Angriffstrupp übernimmt. Bei der Jugendfeuerwehr Minden-Bölhorst fällt das Los auf Lotte (10) und Leonie (13). Die beiden Mädchen rüsten sich mit „Chemikalienschutzanzügen (CSA)“ aus, die mit simplen Maleroveralls simuliert werden.  Am Glücksrad wird auch ermittelt, wie viele „Ölbindewürfel“ mit an Bord zu nehmen sind. Beim Überfahren der Start- und Ziellinie löst die neunköpfige Besatzung des Schlauchbootes „Else 1“ per Lichtschranke und Bewegungsmelder eine Hupe aus. Jetzt beginnt die Zeit zu laufen. Mit schnellen Paddelschlägen geht es zur „Merkbox“, die am Ufer aufgebaut ist. Sie wird mittels Taster bestätigt und zeigt per Zufallsgenerator drei Gefahrstoffsymbole an, die beispielsweise vor einem „umweltgefährlichen Stoff“, einer „hautätzenden, schweren Augenschädigung“ oder einer „entzündend wirkenden Substanz“ warnen.  „Die Jugendlichen müssen sich die Symbole gut einprägen“, sagt Schiedsrichter Jan-Simon Boecker. Denn auf der Rückfahrt geht es darum, die passende Beschreibung der sogenannten Piktogramme an Punkt 8 mitzunehmen und dann an der Merkbox wieder passend zuzuordnen. Doch bevor es soweit ist, müssen die einzelnen Bootsbesatzungen erst einmal eine Ölsperre über die Else ziehen. Die orangefarbene Barriere ist am gegenüberliegenden Ufer  aufzunehmen, um sie dann auf der anderen Seite an einem Pfosten zu befestigen. Und das fordert die Manövrierkünste der Nachwuchsfeuerwehrleute ganz ordentlich, sodass nicht immer alles reibungslos läuft. Bei der Jugendfeuerwehr Bielefeld-Süd verheddert sich das Zugseil unter dem Boot, die Mannschaft aus Kirchlengern verliert ein Paddel und Levin (12) von der Jugendfeuerwehr Bünde seine Brille. Nachdem die anspruchsvolle Aufgabe gemeistert ist, bringen die Jugendlichen die „Ölbindewürfen“, tatsächlich handelt es sich um einfache Holzwürfel, direkt vor der Ölsperre zu Wasser. Währenddessen ist zu sehen, wie aus dem Anhänger des „Gefahrguttransporters“ weiße Dämpfe austreten. An dieser Stelle ist die Bootsbesatzung als nächstes gefordert: Der Angriffstrupp, bekleidet mit den „Chemikalienschutzanzügen“,  klettert über eine Leiter die Uferböschung hinauf und verschließt das leckgeschlagene Fass auf der Ladefläche mit Hammer und Holzpflock. In der Zwischenzeit umschifft die restliche Besatzung die Wendeboje. Nachdem der „CSA-Trupp“ wieder aufgenommen ist, beginnt die Rückfahrt stromabwärts. Die Nachwuchsfeuerwehrleute sammeln als nächstes die „Ölbindewürfel“ mit einem Kescher wieder ein, bauen die Ölsperre ab und stellen dann ihr Gefahrgutwissen auf die Probe. Hauptschiedsrichter Ralf Häcker behält derweil am Computerbildschirm im „Leitstand“ alles im Blick, während Ben Gloger mit der Stoppuhr an der Start-/Ziellinie wartet.    

Am Ufer steht schließlich noch eine letzte Aufgabe auf dem Programm. Die Jugendlichen schnappen sich zwei Schrubber und „dekontaminieren“ damit eine „Einsatzkraft“, dargestellt durch eine Puppe. Zehn Magneten, die sich am gesamten Körper befinden und die Verunreinigung simulieren, fallen nach und nach in die „Dekontaminationswanne“. Eine Kletterwand und eine Hüpfburg für die kleinen Gäste, die auf der Wiese an der Dammstraße aufgebaut sind, sorgen zudem für Spaß und Spannung.


Gefahrgutunfall am Ufer: Das „Chemiefass“ wird mit einem Holzpflock abgedichtet.

S
iegerpokal und Wandertrophäe gehen in den Kreis Lippe

Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger, Kreisbrandmeister Bernd Kröger, Wehrführer Matthias Brand und Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier sind zur Siegerehrung gekommen. Rutenkröger lobt die Jugendfeuerwehrleute. „Wir setzen auf Euch als Nachwuchskräfte!“ Am Ende ist der Jugendfeuerwehr  Detmold-Diestelbruch/Kreis Lippe (Gesamtzeit 11:49 Minuten) der Gesamtsieg nicht zu nehmen – und das gleich bei ihrer erstmaligen Teilnahme. Stolz nehmen Jugendsprecher Vincent Garbe (17) und Stellvertreter Yannis Lübbecke (15) den Siegerpokal und die Wandertrophäe entgegen.  „Das verpflichtet Euch, im nächsten Jahr wieder anzutreten“, sagt Löschgruppenführer Lars Vienop. Auf den weiteren Plätzen landen die Gruppen Verl 2/Kreis Gütersloh (12:03 Minuten) und Bielefeld-Ost (12:26 Minuten). Den undankbaren 4. Platz belegt die Jugendfeuerwehr Schloß Holte-Stukenbrock/Kreis Gütersloh (12:32 Minuten). Erst auf Rang 5. folgt mit der Mannschaft Herford-Schwarzenmoor 2 (12:48 Minuten) eine Jugendfeuerwehr aus dem Kreis Herford. Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. „Im Januar 2027 beginnen die Vorbereitungen für die 44. Wettfahrt“, sagt Vienop. Er ist sich sicher: „Die Ideen gehen uns nicht aus!“

 

                                                                                                                                  Jens Vogelsang

                                                                                                                                 (Text u. Fotos)

 

 


Die Mannschaft aus Verl am Glücksrad.

 

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DSC 7852An der „Merkbox“ leuchten per Zufallsgenerator Gefahrensymbole auf.


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DSC 7874Holzwürfel simulieren Ölbindemittel


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DSC 7874Leonie und Lotte von der Jugendfeuerwehr Minden-Bölhorst übernehmen die Dekontaminationsmaßnahmen.


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DSC 7900Die beiden Mannschaften der Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor.


DSC 7903Team Bünde


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DSC 7920(v.l.) Löschgruppenführer Lars Vienop und Hauptschiedsrichter Ralf Häcker


DSC 7921„CSA-Trupp“ der Bootsbesatzung aus Bünde: (v.l.) Levin und Jermaine.


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DSC 7944Team Kirchlengern


DSC 7945Die Mannschaft aus Vlotho.


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DSC 7953(v.l.) Löschgruppenführer Lars Vienop, Stellvertreter Thomas Kluthe, Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier,
Kreisbrandmeister Bernd Kröger, Wehrführer Matthias Brand und Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger


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DSC 7957Siegerpokal und Wandertrophäe gehen an die Jugendfeuerwehr Detmold-Diestelbruch.


DSC 7960Gruppenfoto der Siegermannschaften (Plätze 1. – 3.)


DSC 7962Die Jugendfeuerwehr Detmold-Diestelbruch erreicht bei der erstmaligen Teilnahme am Wettbewerb gleich den ersten Platz.