Interschutz 2026 in Hannover
Hannover. Der Countdown läuft: Am 1. Juni 2026 beginnt die Interschutz 2026 in Hannover. Sie verspricht eine Messe der Superlative zu werden. Mehr als 1.700 Aussteller präsentieren sich bis zum 6. Juni 2026 auf dem größten Messegelände der Welt. Unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“ wird ein schier unüberschaubares Angebot an Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Feuerwehr und Bevölkerungsschutz, Rettungswesen, Vorbeugender Brandschutz, Kommunikations- und Leitstellentechnik sowie Schutzausrüstung geboten. Die Interschutz hat im Verlaufe von mehr als 70 Jahren ihr Gesicht verändert. „Aus einer reinen Feuerwehrmesse ist eine Weltleitmesse geworden“, sagt Dr. Jochen Köckler, Chef der Deutschen Messe AG.
Die Interschutz 2022 stand noch ganz unter den Auswirkungen der Pandemie und des Ukraine-Kriegs. So waren die großen deutschen Feuerwehrausrüster der Messe ferngeblieben – wohl auch um in unsicheren Zeiten Kosten zu sparen. Dafür bricht die diesjährige Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz schon jetzt alle Rekorde. 1.750 Aussteller (2022: 1.296) aus 55 Ländern haben ihr Kommen angekündigt – so viele, wie nie zuvor. Die Ausstellungsfläche, sie umfasst neun Messehalle und diverse Freigelände-Areale, ist mit mehr als 118.000 Quadratmetern(!) ebenfalls rekordverdächtig groß. Mehr als 40 internationale Delegationen, die u.a. aus Australien und den USA kommen, haben sich angesagt.
Am 1. Juni 2026 öffnet die Interschutz 2026 ihre Tore. Sie gilt als Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz.
(Foto: DMAG)
Feuerwehrausrüster aus dem In- und Ausland präsentieren ihre Lösungen – u.a. für den Katastrophenschutz.
(Foto: DMAG)
Feuerwehrtechnik aus allen Teilen der Welt
Die stärkste Ausstellernation ist Deutschland, gefolgt von Österreich, China, Italien und den Niederlanden. Alle großen deutschen Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, wie Magirus (Ulm/Donau), Ziegler (Giengen/Brenz) und Schlingmann (Dissen a.T.W.), sind, anders als noch vier Jahre zuvor, wieder vertreten. Am Magirus Pavillon 32 erwarten die Besucher unter dem Motto „Built to protect“ („Gebaut, um zu schützen“) „starke Produkte, spannende Einblicke und Live-Demovorführungen“. Das Unternehmen hat mit der M68L die höchste Drehleiter der Welt und mit der M42L-AS die weltweit leistungsstärkste Gelenkdrehleiter im Programm. Rosenbauer präsentiert sich auf über 3.700 Quadratmetern als weltweit führender Feuerwehr-Systemanbieter (Halle 27, Halle 13, Freigelände). 16 Lösch-, Rüst- und Gerätefahrzeuge sowie etliche weitere Exponate bringen die Österreicher mit nach Hannover. Empl (Zahna-Elster, Halle 27), Lentner (Hohenlinden, Halle 27), Schmitz (Nobitz, Halle 27), Bai (Italien, Freigelände), Iturri (Spanien, Halle 27), Wiss (Polen/Freigelände) und THT (Tschechien/Freigelände), sind nur einige der weiteren führenden Hersteller, die ihre Fahrzeuglösungen auf der Interschutz vorstellen. Auch auf die Industrielöschfahrzeuge der Werkfeuerwehren, wie Currenta (Leverkusen, Halle 13), Chemiepark Knapsack (Hürth, Halle 27/Empl) und Airbus Defence and Space (Manching, Halle 27/Empl), sowie die Einsatzfahrzeuge der großen Berufsfeuerwehren, wie Berlin (Halle 13) und Hannover (Halle 12), darf man gespannt sein.
Zivil-Militärische Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung
„Die Aussteller verstehen sich als Systemlöser in einer Welt, die resilienter (widerstandsfähiger) werden muss“, sagt Messe-Chef Köckler. Dazu zähle die Intensivierung der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ). Die Interschutz sei deshalb nach Ansicht Köcklers auch zu einer politischen Messe geworden. Ein besonderer Programmpunkt verspricht vor diesem Hintergrund der tägliche Auftritt von Oberst i.G. Armin Schaus (Halle 17). Der Abteilungsleiter im Operativen Führungskommando der Bundeswehr (OpFüKdoBw) nimmt den „Operationsplan Deutschland“ („Oplan Deu“) in den Blick. Das mittlerweile 1.400 Seiten lange, geheime Dokument regelt unter anderem, welche Aufgaben die „Blaulichtorganisationen“ im Spannungs- oder Verteidigungsfall übernehmen sollen. Erstmals wird das DRK ein mobiles, 3.000 Quadratmeter großes Feldkrankenhaus aufbauen (Halle 23). Es besteht aus 20 Großzelten, verfügt über Notaufnahme, OP-Säle, Röntgeneinheit, Labor sowie Apotheke und kann innerhalb von 72 Stunden in Krisengebiete entsandt werden. „Von Montag bis Donnerstag können die Besucher hautnah erleben, wie medizinische Infrastruktur in Krisengebieten funktioniert“, so Köckler.
Spannende Übungen zählen zum Rahmenprogramm.
(Foto: DMAG)
Die Liebhaber historischer Feuerwehrautos kommen ebenfalls auf ihre Kosten.
(Foto: DMAG)
Rahmenprogramm mit Wettbewerben und Mitmach-Aktionen
Zudem sind auf der Interschutz 2026 zahlreiche Sonderveranstaltungen, Wettbewerbe von Einsatzkräften und Mitmach-Aktionen geplant.
Premiere feiert das „WildfireCamp@Interschutz“, eine Kooperation aus gemeinnützigen Organisationen, wissenschaftlichen Instituten und Wirtschaftsunternehmen. Experten aus dem In- und Ausland stellen auf dem Außengelände innovative Möglichkeiten zur Bekämpfung und Vermeidung von Wald- und Vegetationsbränden vor.
Die Fachgruppe für Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen (SRHT) der Feuerwehr Hannover zeigt ihr Können im Höhenretter Pavillon (P 34). Am Samstag, 6. Juni 2026, gehen zudem Höhenrettungsteams aus ganz Deutschland beim nationalen Leistungsvergleich an den Start.
Die S-Gard Safetytour (S-Gard Schutzkleidung, Heinsberg) bereitet auf dem Freigelände fünf Feuerwehr-Stationen für Einsteiger und Fortgeschrittene vor. Um die Herausforderungen zu meistern, sind Teamwork, gute Kommunikation und die richtige Taktik erforderlich.
Bei der 3. Holmatro Rescue Challenge (Holmatro-Gruppe, Niederlande) treten 28 Teams aus aller Welt gegeneinander an (vor Halle 26). Sie haben 20 Minuten Zeit, um einen „eingeklemmten Autofahrer“ mit hydraulischen Rettungsgeräten aus einem „Unfallfahrzeug“ zu befreien.
Die Lukas Crash Days (Lukas Hydraulik, Erlangen), organisiert von der Lukas Rescue League und Idex Fire & Safety, sind ein praxisnahes, hochintensives Ausbildungs- und Trainingsevent für erfahrene Rettungskräfte (Pavillon P 33). Die Teilnehmenden können an real gecrashten Fahrzeugen neueste Rettungstechniken und medizinische Versorgungsstandards für den Ernstfall trainieren.
Am Stand des TFA-Teams (Toughest Firefighter Alive) der Feuerwehr Hamburg findet die Maday Rescue Challenge statt (Halle 12). Die Aufgabe: Ein verunglückter Atemschutzgeräteträger muss unter realistischen Bedingungen gerettet werden.
Der Smart Public Safety Hub (Eurocommand, Hamburg) bietet Gelegenheit, die Zukunft der Einsatzleitung hautnah zu erleben (Halle 16). Vor den Augen der Besucher entsteht ein „gemeinsames, digitales Lagebild“, das alle relevanten Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitstellt.
Auf dem Interschutz Forum in der „Bevölkerungsschutz-Halle“ (Halle 17) diskutieren Experten u.a. über die „Zeitenwende“ im Bevölkerungsschutz, den Klimawandel und die autarke Notfallenergie.
Die FireFit European Championships, die Europameisterschaften im Feuerwehrsport, werden sicherlich wieder viele Zuschauer an die Strecke locken (Freigelände). Montag und Dienstag finden die Trainingsläufe statt, Mittwoch und Donnerstag stehen im Zeichen der Qualifizierungsläufe und Freitag/Samstag werden im Finale die Europameister ermittelt.
Erfolgsgeschichte beginnt in Essen
Rückblick: Die erste Fachausstellung fand 1953, also vor 73 Jahren, in Essen statt - damals noch unter dem Namen „Der Rote Hahn“, dem Symbol für das lodernde, zerstörerische Feuer. Rund 75.000 Besucher ließen sich das Messespektakel mit 232 Ausstellern in der vom Krieg immer noch schwer gezeichneten Ruhrgebietsmetropole nicht entgehen. Branddirektor a.D. August Ortloph, seinerzeit Vorsitzender der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), gilt als einer der „Interschutz-Erfinder“. Die Schauplätze der nächsten Internationalen Ausstellungen für Brand-, Strahlen- und Katastrophenschutz waren Köln (1961) und Frankfurt a.M. (1972) – jetzt unter dem Namen „Interschutz – Der Rote Hahn“. Nachdem der Ruf aus der Industrie nach einer Verkürzung des Intervalls immer lauter geworden war, entschloss man sich, bereits nach acht Jahren wieder eine Ausstellung stattfinden zu lassen, diesmal in Hannover (1980) mit der Deutschen Messe AG als Partner. Es folgten die Interschutz-Messen in Hannover (1988 u. 1994), Augsburg (2000), Hannover (2005), Leipzig (2010) und Hannover (2015 u. 2022).
Schnellübersicht
Interschutz 2026: 1.750 Aussteller aus 55 Ländern in neun Hallen und diversen Freigelände-Arealen
Abb. DMAG
„Save the date“
Die Interschutz, internationale Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz, findet im Jahr 2030 vom 20. bis 25. Mai auf dem Messegelände in Hannover statt. Das hat die Veranstalterin, die Deutsche Messe AG, bereits jetzt bekannt gegeben. (Redaktion: kfv-herford.de)
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