Interschutz 2026 in Hannover
Hannover. Eine Woche lang (1.06. – 6.06.2026) stand Hannover im Zeichen der Interschutz. Am Ende hat die Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz auf ganzer Linie überzeugt. Aussteller und Fachbesucher zeigten sich gleichermaßen begeistert. 140.000 Menschen aus 144 Ländern strömten auf das größte Messegelände der Welt. Besonders das hohe internationale Besucherinteresse hat gezeigt, wie groß der Bedarf an Austausch, Innovation und globaler Zusammenarbeit ist. Die Elektromobilität, Digitalisierung und der Bevölkerungsschutz bildeten die Messeschwerpunkte. Leider wurde die Interschutz 2026 von einem tragischen Vorfall begleitet. Im Rahmen der FireFit Championships Europe, einem anspruchsvollen Feuerwehrwettkampf, der zeitgleich stattfand, verstarb ein Berufsfeuerwehrmann.
Katastrophenschutz und zivile Verteidigung werden vom Engagement der ehren- und hauptamtlichen Kräfte getragen „Bei aller Begeisterung für Technik und Technologie: Sie haben am meisten Aufmerksamkeit verdient!“, sagt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt zum Messestart am Montag. Deutschland sei tägliches Ziel einer hybriden Kriegsführung, erklärt der Minister zur geopolitischen Lage, und damit müsse man umgehen. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens bezeichnet die Weltleitmesse als Ort des fachlichen Austauschs, der Inspiration und der internationalen Zusammenarbeit. Und Belit Onay, Hannovers Oberbürgermeister, lobt den Deutschen Feuerwehrverband (DFV) mit seinen mehr als 1,4 Millionen Mitgliedern. Der Verband – er ist einer der ideellen Partner der Messe - stehe für das Zusammenspiel von Professionalität und ehrenamtlichem Engagement. Die Interschutz 2026 steht unter dem Motto „Safeguarding tomorrow“ oder „Die Zukunft schützen“. „Den Herausforderungen können wir nur gemeinsam begegnen, mit moderner Technologie, kluger Taktik und umfassender Ausbildung“, erklärt DFV-Präsident Karl-Heinz Banse in seinem Grußwort.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay sind zur Eröffnung der Interschutz gekommen. (Foto: DFV)
1.772 Aussteller aus 55 Ländern sind nach Hannover gekommen. Damit startet die größte Interschutz aller Zeiten. „Danke an alle, die daran beteiligt sind, dass wir hier so eine großartige Interschutz erleben dürfen“, sagt Messechef Dr. Jochen Köckler in einer Videobotschaft, die zum Messestart über die sozialen Medien verbreitet wird. Bereits am ersten Tag ist das Veranstaltungsgelände picke-packe-voll - drängen sich die Besucher durch die neun Messehallen und über das Freigelände. Die Ausstellungsfläche bricht mit rund 120.000 Quadratmetern ebenfalls alle Rekorde vergangener Jahre. „Damit bekräftigt die Interschutz ihre Position als international wichtiger Branchentreff“, meint Köckler.
SRFA-K für die Feuerwehr Villach
In Halle 27, sie misst alleine mehr als 30.000 Quadratmeter, sind viele bekannte Feuerwehrausrüster, aber auch PKW- und Nutzfahrzeughersteller zu finden. Empl, Fahrzeugbauer mit Hauptsitz in Österreich (Kaltenbach/Tirol) und Standort in Deutschland (Zahna-Elster/Sachsen-Anhalt), präsentiert mit dem Schweren Rüstfahrzeug Allrad-Kran (SRFA-K) der Feuerwehr Villach/Österreich ein Feuerwehrfahrzeug der Superlative. Der Vierachser mit 540 PS (Typ Volvo FMX 540 8x6) verfügt unter anderem über einen 30-Tonnen-Heckkran (Typ Palfinger 92002-SH) und hydraulische 20-Tonnen-Seilwinde (Typ Sepson Sepdurance H200). Das Hilfeleistungslöschfahrzeug-Industrie (HLF-I, Typ Scania P 370 4x4) der Werkfeuerwehr Airbus Manching und das Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 (HLF 20, Typ MAN TGM 16.320 4x4) der Feuerwehr Hilpolstein werden vom Messe-Publikum ebenso akribisch unter die Lupe genommen. Darüber hinaus führt Empl den ausziehbaren bzw. erweiterbaren Abrollbehälter-Dekontamination (AB-Dekon) der Werkfeuerwehr Chemiepark Knapsack vor.
Lentner, Feuerwehrausrüster aus Hohenlinden/Bayern, hat unter anderem den neuen Rüstwagen (RW) der Feuerwehr Marbach (Typ Scania XT mit 320 PS), das Trockentanklöschfahrzeug (PTLF) der Berufsfeuerwehr Worms (Typ Scania P 360) und das moderne Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 (HLF 20) der Feuerwehr Fürstenfeldbruck (Typ MAN TGM 16.320) mit nach Hannover gebracht. Der Fahrzeughersteller zeigt mit Auxilium Evo sein weiterentwickeltes Aufbaukonzept und präsentiert eine neu entwickelte Pumpe mit größerem Bronze-Laufrad. Das ermöglicht eine niedrigere Drehzahl und liefert dabei höhere Leistungsdaten. Der neue Teleskopmast (TM) der Berufsfeuerwehr Linz/Österreich (Typ Volvo/Bronto Skylift F45XR) mit einer Arbeitshöhe von 45 Metern kann am Lentner-Stand in Halle 27 ebenfalls besichtigt werden.
Schweres Rüstfahrzeug Allrad-Kran (Volvo FMX 540 8x6/Aufbau Empl) der Feuerwehr Villach/Österreich
Hilfeleistungslöschfahrzeug-Industrie (Scania P 370 4x4/Aufbau Empl) der Werkfeuerwehr Airbus Manching
Teleskopmast der Berufsfeuerwehr Linz/Österreich (Volvo/Aufbau Bronto Skylift/Lentner)
Mehrzweckfahrzeug mit Raupenantrieb der Feuerwehr Villach/Österreich
Vehicle Control Unit und Hose Line Carrier
Weiter geht es zum benachbarten Messestand von Alpha Robotics (Vechta/Niedersachsen). Das Unternehmen arbeitet eng mit den Feuerwehren aus dem niedersächsischem Landkreis Vechta zusammen. Diese Kooperation hat über die Jahre feste, teils deutschlandweit einzigartige Strukturen im Bereich der zivilen Rettungsrobotik hervorgebracht. Auf Basis der langjährigen Partnerschaft zwischen Alpha Robotics und dem Kreisfeuerwehrverband Vechta bzw. dem Landkreis Vechta wurde der Einsatzzug „spezielle Fähigkeiten ferngeführte Systeme und Robotik“ („Alpha Squad“) gegründet. Er kommt landesweit immer dann zum Einsatz, wenn Roboter und Drohnen gefordert sind, weil die Gefahr für die Einsatzkräfte zu groß ist.
Auf der Interschutz zeigt das Unternehmen den neuen Sonder-Gerätewagen der Ortsfeuerwehr Lohne/Landkreis Vechta. Im Heck des Iveco Daily 4x4 werden der Wolf R1 - ein vollelektrischer, ferngesteuerter Einsatzroboter mit Raupenantrieb - und zwei Drohnen (Magirus M-Eye) mitgeführt. Der Mannschaftsraum des VCU-Transporters (VCU für Vehicle Control Unit oder Fahrzeug-Steuer-Einheit) dient als mobiler Leitstand für die unbemannten Einsatzsysteme. Der Super Wolf HR1 gilt als technologisches Aushängeschild von Alpha Robotics. Er verfügt über zwei Löschmonitore mit einer Leistung von jeweils 2.500 Litern pro Minute und einer Wurfweite von 80 Metern. Der Geräteanbauraum am Heck des Raupenfahrzeugs ist mit einem Dreipunkt-Hubgestänge (Hubkraft acht Tonnen) ausgerüstet, um Anbauwerkzeuge wie einen Forstmulcher betreiben zu können. Zur Wasserversorgung des Superwolf HR1 setzt Alpha Robotics einen als Hose Line Carrier (HLC) bezeichneten Schlauchwagen (SW) ein. Der Dreiachser vom Typ Mercedes-Benz Arocs 6x6 – er ist ebenfalls in Hannover zu sehen - hat eine überdimensionale Schlauchhaspel auf der Ladefläche, die 800 Meter formstabilen Druckschlauch fasst.
„VCU-Transporter“ der Feuerwehr Lohne (Iveco Daily 4x4/Ausstattung Alpha Robotics)
Der Sondergerätewagen dient als mobiler Leitstand für die unbemannten Einsatzsysteme.
Super Wolf HR1 von Alpha Robotics
Am Heck des Einsatzroboters wird ein Forstmulcher mitgeführt.
Alpha Robotics Hose Line Carrier (Schlauchwagen)
800-Meter-Schlauchhaspel auf der Ladefläche des Mercedes-Benz Arocs 6x6
Weltpremiere
Rosenbauer gilt als der größte Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen und Löschtechnik weltweit. Das Unternehmen mit Hauptsitz im österreichischen Leonding/Österreich präsentiert sich in Hannover auf einer Ausstellungsfläche von über 3.700 Quadratmetern. 16 Lösch-, Rüst- und Gerätefahrzeuge sowie etliche weitere Exponate, vom mobilen Druckluftschaumsystem (Compressed Air Foam System - CAFS) bis zum Helmmodell Heros mit intergerierter, ex-geschützter Lampe, zeigen die Österreicher in Hannover. Rosenbauer gilt in der Feuerwehrbranche als Vorreiter bei der Elektrifizierung von Feuerwehrfahrzeugen. Der Flughafen Genf/Schweiz hat das vollelektrische Hilfeleistungslöschfahrzeug RT (Revolutionary Technology) - es gilt bei Rosenbauer als Innovationsträger - gerade erst in Betrieb genommen. Am Rosenbauer-Stand in Halle 27 stehen die Besucher dicht gedrängt um das neongelbe eHLF mit Allradlenkung und variabler Bodenfreiheit. Das gilt gleichermaßen für den Panther 6x6 electric, einem vollelektrischen Flugfeldlöschfahrzeug (eFLF) mit 11.400 Litern Wasser und 1.370 Litern Schaum in den Tanks, das für den Airport Christchurch (Neuseeland) bestimmt ist.
Eine echte Weltpremiere gibt es bei Rosenbauer auch noch zu feiern: Das Unternehmen zeigt mit der L32A-XS electric die erste vollelektrische Drehleiter der Welt mit einem Gesamtgewicht von unter 16 Tonnen – der Belastungsgrenze für genormte Feuerwehraufstellflächen in Deutschland. Die Österreicher haben die eDLK 23/12 auf einem Fahrgestell von MAN (eTGM 16.285 4x2) mit zwei Hochvoltakkupaketen (nutzbare Leistung 160 Kilowattstunden) aufgebaut. Die Fahrzeugauslieferung an das Institut der Feuerwehr NRW (IdF NRW) ist für das 4. Quartal 2026 geplant. Der Einsatz im Lehrbetrieb soll ab 2027 erfolgen. Während der Weltleitmesse in Hannover erfolgt schon einmal die symbolische Schlüsselübergabe. Weitere Informationen zum eTGM bekommen die Besucher am Stand von MAN (München/Bayern). Der LKW-Hersteller hat den 16-Tonner erst Mitte Mai 2026 auf der Fachmesse Transpotec Logitec in Mailand/Italien präsentiert.
Vollelektrisches Hilfeleistungslöschfahrzeug Rosenbauer RT für die Flughafenfeuerwehr Genf/Schweiz
Flugfeldlöschfahrzeug Panther 6x6 electric, den der Airport Christchurch/Neuseeland erhält
Weltpremiere: Die L32A-XS electric (MAN eTGM 16.285 4x2/Aufbau Rosenbauer) ist die erste vollelektrische Drehleiter mit einem Gesamtgewicht von unter 16 Tonnen.
Action im 4D-Kino
Ziegler, mit Hauptsitz in Giengen/Brenz (Baden-Württemberg), ist ein weiterer, international führender Komplettanbieter von Feuerwehrtechnik. Zu den Ausstellungsstücken der traditionsreichen „Feuerwehr-Schmiede“ zählt ein Schaumlöschfahrzeug (SLF) der niederländischen Brandweer (Typ Volvo FM) mit Schaumzumischsystem (Z-Foam), Lösch- und Rettungsarm (High Reach Extendable Turret/HRET bzw. Z-Attack, Leistung 6.000 Liter pro Minute), Frontwerfer und benutzergeführtem Bedienkonzept (Z-Control). Ebenfalls vor dem Ziegler Pavillon P 35 zu sehen: Das hochmoderne Flugfeldlöschfahrzeug (FLF) Z6 der Flughafenfeuerwehr Hannover (12.500 Liter Löschwasser, 1.500 Liter Schaummittel, 250 Kilo Pulver) und die neue HLF-Generation der Feuerwehr München (Typ MAN TGM 16.320 4x2). Insgesamt 80 Fahrzeuge dieses Typs liefert Ziegler bis Ende 2028 in die bayerische Landeshauptstadt. Das Tragkraftspritzen-Erfolgsmodell Ultra Power (PFPN 10-2000) haben die Ziegler-Ingenieure indes weiter verbessert. Auf der Interschutz wird deutlich: Die 5. Generation ist nochmals leichter geworden, verfügt über mehr Leistung, ein optimiertes Bedienkonzept (mit drei Schaltern und einem Dreh-Drück-Steller) und eine neue, dreiseitige Umfeldbeleuchtung. Im 4D-Kino der Ziegler Group nehmen die Besucher derweil auf zwölf Z-Cab-Sitzen Platz, um zwei Minuten lang in einen „actiongeladenen Feuerwehreinsatz einzutauchen“.
Schaumlöschfahrzeug der niederländischen Brandweer (Volvo FM/Aufbau Ziegler)
Flugfeldlöschfahrzeug Ziegler Z6 für den Flughafen Hannover
Von der KL 26 zur SmartControl-Drehleiter.
Unter dem Motto „Built to Protect" („Gebaut, um zu schützen“) macht Magirus am Pavillon 32 erlebbar, wofür das Unternehmen seit über 160 Jahren steht: Technik, die Menschenleben schützt. Der Feuerwehrausrüster aus Ulm/Donau (Baden-Württemberg) ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Drehleitersegment – hat mit der M68L aus der Serie der "Extra Long Ladders" die höchste Leiter der Welt im Programm (Arbeitshöhe 68 Meter). In Hannover zeigt Magirus seine SmartControl-Drehleiter der neuesten Generation. Neugestaltete, ergonomische Bedienelemente und eine schnelle Menüführung sorgen für eine einfache, komfortable und intuitive Steuerung des Leiterparks. Praktische Vorführungen mit der Korbtragenhalterung RescueSupport RS300 sorgen für viel Beachtung. Das Schienensystem wird von der Magirus-Crew in rund 20 Sekunden unter dem Rettungskorb der Drehleiter montiert. Lediglich zwei Einsatzkräfte sind nötig, um in luftiger Höhe eine Schleifkorbtrage daran einzuhaken. Das System ist für eine Rettungslast von 300 Kilogramm ausgelegt. Im Inneren des Pavillons trifft moderne auf historische Löschtechnik. Neben dem Löschroboter der Magirus AirCore-Serie steht die Magirus-Kraftfahrdrehleiter 26 (KL 26) aus dem Jahr 1927.
Praktische Übungen mit der SmartControl-Drehleiter am Magirus-Pavillon
Gezeigt wird die Korbtragenhalterung Magirus RescueSupport RS 300.
Historische Kraftfahrdrehleiter 26
104 Meter in die Höhe
Auf dem Freigelände ziehen unzählige Feuerwehrfahrzeuge die Blicke auf sich. Dazu zählen das kompakte Tunnelrettungsfahrzeug von BAI (Bagnolo Mella/Italien) auf einem Scania-Fahrgestell (Typ L 360 8x2/6, 360 PS, Allison Automatikgetriebe) mit niedriger Einstiegshöhe (12.000 Liter Löschwasser, 1.350 Liter Schaummittel, Dach- u. Frontmonitor) und das mächtige Industrielöschfahrzeug von THT (Policka/Tschechien) auf einem Vierachsfahrgestell (Typ Scania P 500) mit hydraulischem Löscharm für das Chemiewerk in Sokolov/Tschechien. Vema Lift Oy (Kaarina/Finnland) führt zwei seiner Teleskopmasten vor. Sie erreichen Arbeitshöhen von 42 Metern (Typ Scania P 460 6x2*4) und 47 Metern (Typ Scania P 500 6x2*4). Mit dem Bronto Skylift F104HLA geht es für einige unerschrockene Interschutzbesucher beeindruckende 104 Meter in die Höhe. Der Hersteller mit Sitz im finnischen Tampere hat für den Aufbau ein sechsachsiges Fahrgestell von Vlovo mit 540 PS (Typ FMX 540 12x4*8) verwendet. Übrigens: Es geht noch höher hinaus. Der leistungsstärkste von einem LKW gestützte Teleskopmast der Welt ist der Bronto Skylift F112HLA mit einer Arbeitshöhe von 112 Metern.
Die Messestände der großen Berufsfeuerwehren stoßen ebenfalls auf das Interesse der Interschutzbesucher. So zeigt die Feuerwehr Dortmund ihr Tanklöschfahrzeug 10000 (Typ Scania P 500, Aufbau Walser, 10.000 Liter Wasser, 500 Liter Schaummittel) und bei der Feuerwehr Hannover gibt es den Gerätewagen der Höhenretter zu sehen. Für Aufsehen sorgt der neue Feuerwehr-Informations-Truck (FIT) der Berliner Feuerwehr, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert. Die Hauptstädter stellen erstmals ein Modell ihres geplanten Feuerlöschbootes „navisH2“ vor. Es soll eine Länge von rund 23 Metern haben und über einen emissionsfreien Brennstoffzellenantrieb verfügen.
Tunnelrettungsfahrzeug von BAI auf Scania-Fahrgestell (L 360 8x2/6)
Industrielöschfahrzeug mit Löscharm für das Chemiewerk Sokolov (Scania P 500/Aufbau THT)
Vema Lift Oy führt zwei seiner Teleskopmasten der 42- und 47-Meter-Klasse vor.
Bronto Skylift F104HLA (Arbeitshöhe 104 Meter)
Promotion-Truck der Berliner Feuerwehr
Modell des Feuerlöschbootes „navisH2“, das mit Wasserstoff angetrieben werden soll
Spezialtechnik für den Katastrophenschutz
Der Katastrophenschutz verlangt nach besonderen Lösungen: New Space Technologys/NST (Buchlovice/Tschechien) zeigt mit dem KALAN ein „brachiales“ Amphibien-Kettenfahrzeug, das von einem Tatra-V12-Motor mit knapp 600 PS angetrieben wird. Es kann bis zu 70 Personen auf der Ladefläche transportieren oder bis zu 13 Tonnen Nutzlast tragen. Der „Löschtraktor“ der Feuerwehr Wiesmoor hat bereits bundesweit für Aufsehen gesorgt. Das Gespann des niedersächsischen Anbieters Rebo Sonderfahrzeuge (Visbek) besteht aus einem modifizierten John Deere Traktor samt Tandem-Löschanhänger (12.000 Liter Wasser, 410 Liter Schaummittel). Es kombiniert die Geländeeigenschaften eines Schleppers mit der Löschkraft eines Tanklöschfahrzeugs. Umfangreiches Equipment hat die Feuerwehr Mülheim/Ruhr (NRW) auf dem Freigelände aufgebaut. Sie betreibt eine bundesweit einmalige Spezialeinheit für die Notwasserversorgung. Mit dem „Schnelleinsatzsystem Kritische Infrastruktur-Wasser (SES KRITIS-W), zu dem unter anderem drei Tank- und Transportmodule (Fassungsvermögen insgesamt 45.000 Liter) gehören, stellt sie bei Ausfällen der Wasserversorgung im Katastrophenfall die dezentrale Grundversorgung der Bevölkerung sicher. Für die Beseitigung von Munition ist das Schwere Räumfahrzeug für Kampfmittel (Heavy Pyrotechnic Vehicle - HPV) des ukrainischen Herstellers Validus Special Auto (Hatne) gedacht. Der Aufbau des MAN 6x6 mit 480 PS verfügt über Schiebeverdeck und Heckkran.
Amphibien-Kettenfahrzeug KALAN von New Space Technologys für den Extrem-Einsatz
Löschtraktor der Feuerwehr Wiesmoor (Aufbau Rebo Sonderfahrzeuge)
Spezielles Equipment der Feuerwehr Mülheim für die Notwasserversorgung
Kampfmittel-Räumfahrzeug von Validus Special Auto aus der Ukraine auf MAN-6x6-Fahrgestell
Servicejet mit Elektro-Hybrid-Antrieb
Beim Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail (Bussnang/Schweiz), der nördlich der Messehalle 26 zu finden ist, besteht die Möglichkeit, den Servicejet zu besichtigen. Der dreiteilige Lösch- und Rettungszug (LRZ) der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) besteht aus zwei Steuerwagen und einem dazwischenliegenden Mittelwagen. Er ist mit einem nachhaltigen Elektro-Hybrid-Antrieb ausgerüstet. Der Strom aus der Oberleitung verleiht ihm eine Antriebsleistung von über 4.000 PS. Ein leistungsstarker Akku mit 280 Kilowattstunden dient als alternative Energiequelle und zwei Dieselaggregate mit insgesamt 1.060 PS stehen auf der Rückfallebene zur Verfügung. Der Servicejet kann im Notfall (im regulären Oberleitungsbetrieb) auf bis zu Tempo 160 beschleunigen. Für die Brandbekämpfung werden 40.000 Liter Wasser und 1.000 Liter Schaummittel mitgeführt. Sechs Wasserwerfer dienen zur Abgabe des Löschmittels. Vier Strahlventilatoren erzeugen im Inneren des Zugs einen Überdruck, der zusammen mit einem Filtersystem das Eindringen von Rauch verhindert. Der Zug ist für die Evakuierung von rund 300 Personen und Schleppvorgänge bis 2.000 Tonnen ausgelegt. 18 „Servicejets“ bilden die neue Rettungszugflotte der ÖBB.
Servicejet der Österreichischen Bundesbahnen mit Elektro-Hybrid-Antrieb
Der Lösch- und Rettungszug ist mit umfangreichem Feuerwehrequipment beladen.
Vielfältiges Angebot
Das Angebot an Rettungsgeräten, Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Medizintechnik ist auf der Messe schier unüberschaubar. Dräger (Lübeck/Schleswig-Holstein) präsentiert mit der PSS AirBoss Extend einen Pressluftatmer mit elektronischer Überwachung. Holmatro (Raamsdonksveer/Niederlande) demonstriert sein kompaktes, hydraulisches Multifunktionswerkzeug T1. Weber-Hydraulik (Güglingen/Baden-Württemberg) zeigt mit dem BÜFFEL B 10 ALU seine neueste Innovation. Der Heber bringt dank seines Aluminium-Gehäuses rund 40 Prozent weniger Gewicht auf die Waage. Gleichzeitig wurde die Hubkraft auf zehn Tonnen gesteigert. Lukas Hydraulik (Erlangen/Bayern) hat mit e3 CONNECT eine elektronische Schnittstelle entwickelt, die für ein zuverlässigeres Zusammenspiel zwischen Rettungsgerät und Zubehör sorgt, wie das Unternehmen auf der Interschutz vorführt. Neuigkeiten gibt es auch von Haix (Mainburg/Bayern). Der Sicherheits-Schuhhersteller stellt mit dem Eagle 3 einen Feuerwehrstiefel mit „OneTouch-Verschlusssystem“ vor.



„Bevölkerungsschutzhalle“
Der Bevölkerungsschutz ist in Halle 17 zu finden. Hier präsentiert unter anderem das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Lösungen zur Krisenvorsorge und zivilen Verteidigung. Die Medizinische Task Force (MTF) des Bundes befindet sich im Aufbau. 61 dieser standardisierten taktischen Einsatzabteilungen für den Zivilschutz und die länderübergreifende Katastrophenhilfe sind geplant. Am BBK-Stand ist unter anderem ein sogenanntes Viertragenfahrzeug auf Unimog-Fahrgestell zu sehen (Aufbau WAS, Emsbüren/Niedersachsen), das für die MTF-Teileinheit Patiententransport vorgesehen ist.
In der „Bevölkerungsschutzhalle“ gibt es zudem ein Forum, das von führenden Experten gestaltet wird. Die praxisnahen Vorträge widmen sich den Auswirkungen des Klimawandels, der Zeitenwende im Bevölkerungsschutz und der Künstlichen Intelligenz (KI) im Einsatz. Oberst i.G. Armin Schaus (Bundeswehr) gibt täglich Einblicke in den Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) und beleuchtet die zivil-militärische Zusammenarbeit aus erster Hand.
Das BBK zeigt ein Viertragenfahrzeug (Mercedes-Benz Unimog/Aufbau WAS) für die Medizinische Task Force des Bundes.
Praxistraining
Das Rahmenprogramm des sechstägigen Messe-Events hat noch einiges mehr zu bieten. Die Fachgruppe für Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen (SRHT) der Feuerwehr Hannover zeigt ihr Können unter dem Dach des „Höhenretter Pavillons“ (P 34). Am Samstag (6. Juni 2026) gehen Höhenretter-Teams aus ganz Deutschland beim nationalen Leistungsvergleich an den Start. Währenddessen trainieren die Teilnehmenden der S-GARD SAFETYTOUR (S-GARD Schutzkleidung, Heinsberg/NRW) an einer mobilen, gasbetriebenen Simulationsanlage moderne Taktiken zur Brandbekämpfung. Bei der 3. Holmatro Rescue Challenge (Holmatro Rescue Equipment, Raamsdonksveer/Niederlande) treten 28 Teams aus aller Welt gegeneinander an. Sie haben 20 Minuten Zeit, um einen „eingeklemmten Autofahrer“ mit hydraulischen Rettungsgeräten aus einem „Unfallfahrzeug“ zu befreien. Die Lukas Rescue League (Lukas Hydraulik, Erlangen/Bayern) bietet mit den Lukas Crash Days ein ähnliches Training an. Die Retter können an real gecrashten Fahrzeugen neueste Rettungstechniken und medizinische Versorgungsstandard kennenlernen. Am Stand des TFA-Teams (Toughest Firefighter Alive) der Feuerwehr Hamburg findet die Maday Rescue Challenge statt. Die Aufgabe: Ein verunglückter Atemschutzgeräteträger muss unter realistischen Bedingungen gerettet werden.
Die Höhenretter der Feuerwehr Hannover sind unter dem Dach von Pavillon 34 im Übungseinsatz. (Foto: DMAG)
Die Teilnehmenden der S-GARD SAFETYTOUR bei der Realbrandbekämpfung.
Bei der Holmatro Rescue Challenge treten Teams aus der ganzen Welt gegeneinander an.
Feuerwehrleute aus Taiwan trainieren bei den Lukas Crash Days den Umgang mit hydraulischen Rettungsgeräten.
Das „Krankenhaus aus der Kiste“.
Erstmals ist das komplette Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf einer Interschutz-Messe zu sehen. Die DRK-Helfer haben die 3.000 Quadratmeter große Zeltstadt mit 120 Betten, OP-Saal, Sanitär- und Hygieneanlagen, Patientenküche und Wäscherei in Halle 23 aufgebaut. Mit eigener Wasser- und Stromversorgung, rund 50 Tonnen Gewicht und auf Paletten verpackt, kann das „Krankenhaus aus der Kiste“ innerhalb von 72 Stunden in ein Katastrophen- oder Konfliktgebiet entsandt werden. Ein erfahrenes Team aus rund 30 Fachkräften – Ärzte, Pflegekräfte, Hebammen und Techniker – arbeitet eng mit den lokalen Helfern zusammen, um eine optimale Behandlung sicherzustellen.
Feldkrankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes in Halle 23
Provisorischer OP-Saal
Internationale Zusammenarbeit
Der Deutsche Feuerwehrverband ist mit einem Gemeinschaftsstand auf der Interschutz vertreten. Beteiligt sind unter anderem die Landesfeuerwehrverbände, die Deutsche Jugendfeuerwehr (DJF) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Die Weltleitmesse bietet Gelegenheit zur internationalen Zusammenarbeit. Erstmals seit seiner Gründung vor einem Jahr tagt der Verband der Feuerwehren der Europäischen Union (European Firefighters‘ Association – EUFFAS). Das deutsche Feuerwehrwesen habe viele Lösungen, die auch für andere Länder interessant seien, sagt DFV-Vizepräsident Dr. Christoph Weltecke während der Delegiertenversammlung des Weltfeuerwehrverbandes (CTIF). „So kommt es immer wieder zum gegenseitigen Austausch.“ Wer möchte, der kann am DFV-Stand in einem Hubschraubersimulator Platz nehmen. Das Gerät steht eigentlich an der Feuerwehrschule Marseille/Frankreich, wo französische Spezialisten die Vegetationsbrandbekämpfung trainieren.
Die Liebhaber historischer Feuerwehrautos kommen während der Interschutz 2026 ebenfalls auf ihre Kosten. Am Stand von Polyma Energiesysteme (Kassel/Hessen) ist eine historische Lichtgiraffe auf einem Hanomag/Henschel-Fahrgestell (F 25) zu sehen, die einst bei der Feuerwehr Rotenburg a.d. Fulda im Dienst war. Der Förderverein Feuerwehrmuseum Celle e.V. stellt ein Löschgruppenfahrzeug 15 (LF 15) von Magirus Deutz (Baujahr 1955) und einen Einsatzleitwagen 2 (ELW 2, Mercedes-Benz O 309 D, Baujahr 1978) aus. Am Stand des Stadtfeuerwehrverbandes Augsburg ist ein Löschgruppenfahrzeug 8 (LF 8) aus den 1960er Jahren auf Basis des legendären Opel Blitz zu sehen. Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kann die Drehleiter 30 (DL 30) des Feuerwehr-Museums Wernigerode besichtigt werden (IFA W 50/Aufbau VEB Löschgerätewerk Luckenwalde, Baujahr 1985) und bei der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) sowie der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland (AGBF) verbreitet die historische Leiter der Feuerwehr Detmold Dieselgeruch – eine Metz Patent Automobil-Drehleiter MD 24+2 auf Mercedes-Benz-Fahrgestell (Typ L 3000 D, Baujahr 1935).
Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)
Kettenfahrzeug ExtremV (Dicosy/Schweiz) für extreme Einsatzsituationen
Unimog U 319 mit Dach-Nachbetankungs-System aus der Luft („Aerial Refill Roof System“) von Vallfirest/Spanien
Spezialkettenfahrzeug (PowerBully/Pistenbully) des Katastrophenschutzes Niedersachsen mit Hakenlift und Container für die Wald- u. Vegetationsbrandbekämpfung
Simulationsanlage „Türöffnung gegen Wasserdruck“
BMW iX3 in Feuerwehr-Version
BMW R 1300 RT mit Boxermotor und 145 PS für die Feuerwehr München
Fire Boost Pumper („Großpumpenfahrzeug“) mit hydraulischen Schwimmpumpen von Jieda Fire Technology/China zur Förderung großer Wassermengen
Fire Monitor Trailer („Schaum-Wasserwerfer-Anhänger“) von Jieda Fire Technology/China zur Abgabe großer Wassermengen
Gerätewagen-Gefahrgut der Kreisfeuerwehr Landkreis Vechta (MAN TGM 19.320/Aufbau Iturri/Spanien)
Heavy Class Firefighting Vehicle (schweres Löschfahrzeug) von Tital/Ukraine
Wald- u. Vegetationsbrand-Löschfahrzeug Sumatra von Jacinto/Portugal für extreme Bedingungen
Turbinenlöschfahrzeug für die Bombeiros (Feuerwehr) Ponte de Lima/Portugal (MAN TGS 26.480/Aufbau Jacinto/Portugal)
Gerätewagen-Wasserrettung (Iveco Daily 4x4/Aufbau Iturri/Spanien) der Berufsfeuerwehr Lübeck
Hubschrauber am Stand des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks
Der Löschgigant von Meyer Feuerwehrbedarf ist mit fernsteuerbaren Düsen-Löscharmen ausgerüstet.
Besonders geschütztes Einsatzfahrzeug Triton von Excalibur Army/Tschechien, für den Einsatz in munitionsbelasteten Gebieten
Flugfeldlöschfahrzeug Lion 6x6 von Volkan/Türkei mit Hybridantrieb
Historische Lichtgiraffe auf Hanomag/Henschel-Fahrgestell am Polyma-Stand
Einsatzleitwagen 2 (Mercedes-Benz O 309 D, Baujahr 1978) des Feuerwehrmuseums Celle
Löschgruppenfahrzeug 8 auf Opel-Blitz-Fahrgestell am Stand des Stadtfeuerwehrverbandes Augsburg
Drehleiter 30 (IFA W 50/Aufbau VEB Löschgerätewerk Luckenwalde) des Feuerwehrmuseums Wernigerode
Historische Drehleiter 24+2 (Mercedes-Benz/Aufbau Metz) der ehemaligen Landesbranddirektion Lippe, die in Detmold stationiert war
Mack Bulldog 45 Pumper (Baujahr 1945)