Fahrzeugbauern über die Schultern geschaut!

Ehrenabteilung Herford besichtigt Unternehmen Schlingmann in Dissen a.T.W.

Schlingmann Ehrenabteil HF dDissen a.T.W./Herford. Die Schlingmann GmbH u. Co. KG mit Sitz in Dissen am Teutoburger Wald ist einer der größten Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen in Deutschland. Zum Portfolie zählen unter anderem Lösch- und Tanklöschfahrzeuge, Rüst- und Gerätewagen sowie Pumpentechnik. Anfang Juni 2026 hatte die Ehrenabteilung der Feuerwehr Herford die Gelegenheit, den renommierten Feuerwehrausrüster aus Niedersachsen zu besichtigen. „Wir haben einen sehr interessanten und informativen Nachmittag erlebt“, so Michael Heise, Stadtbrandinspektor a.D.

Insgesamt elf Kameraden nehmen an der Besichtigungstour teil. Begleitet werden sie von Lutz Kölling, dem Chef der Hauptamtlichen Wache Herford. Auf dem Werksgelände in Dissen angekommen, wird die Gruppe von Jürgen Beckmann, dem langjährigen Ausbildungsleiter des Unternehmens, in Empfang genommen. Beckmann, der sich zwischenzeitlich im Ruhestand befindet, stellt die verschiedenen Arbeitsbereiche des Feuerwehrausrüsters vor und nimmt sich dabei viel Zeit für die Besuchergruppe aus OWL.

Schlingmann Ehrenabteil HF aDie Ehrenabteilung der Feuerwehr Herford ist beim Unternehmen Schlingmann zu Gast. (Foto: FW Herford)

Rundgang durch die Abteilungen

Der Rundgang führt durch sämtliche Abteilungen des Familien-Unternehmens. Beginnend im Karosseriebau erhalten die Feuerwehrrentner einen umfassenden Einblick in die Entstehung der Fahrzeugaufbauten, die individuell nach Kundenwunsch realisiert werden. Das Aufbaukonzept Varus zeichne sich besonders durch seine robuste Edelstahl-Konstruktion, innovative LED-Lichttechnik und ergonomischen Mannschaftskabinen aus, macht Beckmann deutlich. Anschließend geht es weiter in die Lackiererei. Auch hier zeigt sich, wie hochwertig die Einsatzfahrzeuge aus dem Hause Schlingmann verarbeitet sind und wie sorgfältig alle Arbeiten ausgeführt werden. In der Schlosserei erläutert Beckmann, wie die einzelnen Bauteile gefertigt und für den Einbau vorbereitet werden. Den Abschluss bildet die Endmontage, wo die Fahrzeuge ihre endgültige Ausstattung erhalten und Schritt für Schritt zu einsatzbereiten Feuerwehrfahrzeugen zusammengefügt werden. So nimmt die Besuchergruppe unter anderem die neue Hilfeleistungslöschfahrzeug-Generation (HLF-Generation) der Feuerwehr Frankfurt a.M. in Augenschein. Sie entsteht auf Mercedes-Benz-Fahrgestellen (Typ Atego 1530 F, Straßenantrieb, 299 PS/220 kW, Euro 6). Insgesamt 24 dieser Fahrzeuge liefert Schlingmann schrittweise in die Mainmetropole.
Am Ende zeigen sich die Feuerwehrrentner aus der Heimat beeindruckt von der hohen Fertigungstiefe (Anteil der Eigenfertigung) sowie der präzisen und qualitätsorientierten Arbeitsweise des Unternehmens. „Der gesamte Produktionsablauf hat deutlich gemacht, mit welchem handwerklichen Können, technischem Verständnis und großem Engagement bei Schlingmann Feuerwehrfahrzeuge entstehen, die den hohen Anforderungen im Einsatzalltag gerecht werden“, meint Michael Heise. Die Männer der Ehrenabteilung bedanken sich bei Jürgen Beckmann für die freundliche Aufnahme, die engagierte Führung und die vielen interessanten Informationen. Ein weiteres Dankeschön richten sie an die Geschäftsführung. „Wir haben einen eindrucksvollen Blick hinter die Kulissen eines modernen Feuerwehrfahrzeug-Herstellers erhalten“, sagt Heise. Er spricht von einem gelungenen Nachmittag, der in bester Erinnerung bleiben werde.

Schlingmann Ehrenabteil HF dElf Kameraden nehmen an der Besichtigungstour teil. (Foto: FW Herford)

Über Schlingmann

Der Feuerwehrausrüster kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1880 machte sich Heinrich Schlingmann mit einer Stellmacherei selbstständig und fertigte fortan Kutschwagen. Mit der zunehmenden Motorisierung in den 1930er Jahren spezialisierte sich Schlingmann auf diverse Kofferaufbauten für leichte Lastwagen. 1935 fertigte das Unternehmen erstmals ein Feuerwehrfahrzeug. Den Opel-Blitz erhielt damals die Feuerwehr Dissen.
Nach der Waldbrandkatastrophe in Niedersachsen im Jahr 1975 entwickelte der Feuerwehrausrüster, entsprechend den technischen Weisungen des Niedersächsischen Innenministeriums, das Tanklöschfahrzeug 8 Wald (TLF 8 W) auf einem Unimog-Fahrgestell von Mercedes-Benz - den sogenannten Niedersachsentanker (geländegängiges TLF mit Truppbesatzung, 1.800 Litern Löschwasser und Sonderausführung Waldbrandbekämpfung). Das Konzept überzeugte: Die öffentliche Hand orderte reihenweise Fahrzeuge dieses Typs. Für Schlingmann blieb die Beschaffungswelle nicht ohne Folgen. Zusätzliche Mitarbeiter wurden eingestellt, das Unternehmen wuchs und die Geschäftsleitung traf die Entscheidung, künftig ausschließlich Feuerwehrfahrzeuge zu fertigen.
Das Unternehmen befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. An den vier Standorten in Dissen (Nds.), Versmold (NRW) und Burgstädt (Sachsen) werden rund 250 Mitarbeitende beschäftigt. (Michael Heise, Redaktion: kfv-herford.de)

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