Hinter die Kulissen der Retter geschaut!

„Tag der offenen Tür“ an der Kreisfeuerwehrzentrale

DSC 8876Kreis Herford. Immer dann, wenn die Feuerwehren vor Ort Unterstützung benötigen, rückt die Mannschaft der Kreisfeuerwehrzentrale aus. In Hiddenhausen-Eilshausen werden dafür mehrere Sonderfahrzeuge und umfangreiches Spezialgerät bereitgehalten. Die Feuerwehrzentrale ist aber auch die zentrale Ausbildungsstätte für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Kreis Herford. Am Sonntag (5.07.2026) hatten das Amt für Bevölkerungsschutz und der Kreisfeuerwehrverband Herford zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen.


Schon am Vormittag ist das Gelände an der Meierstraße/Ecke Königsberger Straße gut gefüllt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Familien mit Kindern, nutzen die Gelegenheit, um hinter die Kulissen der Kreisfeuerwehrzentrale zu schauen. Gerade erst wurde die Einrichtung umfangreich erweitert und modernisiert. Neue Werkstätten, Büros, Fahrzeugstellplätze und Übungsanlagen sind entstanden. „Die Zentrale versteht sich als Dienstleister für die örtlichen Feuerwehren“, sagt Kreisbrandmeister Bernd Kröger.

Gebäude erkundet

Bei einem Rundgang durch den Gebäudekomplex können sich die Besucher selber einen Eindruck verschaffen. Die nach einem Brandeinsatz verschmutzten Schläuche und Atemschutzgeräte werden neuerdings in einer überdruckbelüfteten Schwarzbereichsschleuse angeliefert, um den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter sicherzustellen. Im „Schlauchpflegezentrum Bockermann SPZ-K“ erfolgt die Reinigung und Überprüfung des Schlauchmaterials. Die Anlage erledigt alle Arbeitsschritte, vom Vorweichen über das Waschen, Druckprüfen, Trocknen und Wickeln, vollautomatisch Die Feuerwehren im Kreis Herford verfügen zusammen über rund 7.000 Schläuche. „Die müssen zumindest einmal im Jahr gewartet und geprüft werden“, erläutert Mitarbeiter Hans Vahrson einer Besuchergruppe.

Beim „Tag der offenen Tür“ an der Kreisfeuerwehrzentrale gibt es einiges zu entdecken – wie etwa eine Pumpe, die das Wasser samt Tennisbällen absaugt.


Der Rettungsdienst informiert zur Ersten-Hilfe.


DSC 8876Die kleinen Gäste sind im Feuerwehr-Unimog unterwegs.

Im Zuge der Baumaßnahme am Feuerwehrstandort in Hiddenhausen-Eilshausen ist zudem eine neue Atemschutz-Werkstatt  mit Schwarz-, Grau- und Weißbereich entstanden, die modernsten Standards entspricht. Exakt 1.629 Atemschutzgeräte und 32 Chemikalienschutzanzüge werden hier Jahr für Jahr aufbereitet. Mitarbeiter Thomas Melzer erläutert, welche Arbeitsschritte dafür nötig sind. Das Belastungstraining für die Atemschutzgeräteträger findet jetzt in einer modernen Übungsstrecke statt. Dort, wo sonst Einsatzkräfte in voller Montur schwitzen, krabbeln heute Kinder durch das Gitterboxenlabyrinth. Timm Kazmierczak, Disponent der Leitstelle, ist im Stockwerk darüber im Einsatz. Gemeinsam mit seinen Kollegen zeigt er den Gästen, wie die Notrufannahme und Alarmierung am Computer abläuft.

Der Rettungsdienst des Kreises Herford hat einen Rettungswagen der neuesten Generation mitgebracht, der besichtigt werden kann. Notfallsanitäterin Leonie Wiebesiek und Azubi Felix Stühmeyer führen an einer Puppe die Herzdruckmassage vor. Direkt im Anschluss ist das Publikum gefordert, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Das Team für die Psychosoziale Unterstützung (PSU) informiert beim „Tag der offenen Tür“ über seine Arbeit - genauso wie  Andrea McMahon und Anja Sasse von der Notfallseelsorge der Kirchenkreise Herford und Vlotho.

„Blaulichtfamilie“ zeigt ihr Spezialgerät

Schon vor einiger Zeit hat an der Feuerwehrzentrale ein modernes Wechsellader-System Einzug gehalten. Beim „Tag der offenen Tür“ werden die Wechselladerfahrzeuge mit den Abrollbehältern „Wasser“ für die Brandbekämpfung (8.000 Liter Fassungsvermögen) und  „Rüst“ für die schwere Technische Hilfe gezeigt. Die ABC-Einheit der Feuerwehr Herford demonstriert zudem, wie unsichtbare atomare, biologische und chemische Gefahrstoffe aufgespürt werden. Derweil führt die Feuerwehr Spenge eine Spezialpumpe vor, die das Wasser samt darin schwimmender Tennisbälle absaugt. „Die Pumpe könnte bei Hochwasser auch größere Schmutzpartikel problemlos bewältigen“, sagt Feuerwehrmann Matthias Richter. Am Stand des Technischen Hilfswerks (THW) erklärt Sascha Bogdan den Gerätekraftwagen des Ortsvereins Bünde. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Ortsverein Herford präsentiert ebenfalls ihr Spezialgerät, darunter ein Geräteanhänger für die Strömungs- und Fließwasserrettung sowie das Hochwasserboot „Black Pearl“ mit einem 30-PS-Außenborder. Auch die NRW-Polizei ist vor Ort, um unter dem Motto „Riegel vor! Sicher ist sicher.“ für das Thema Einbruchschutz zu sensibilisieren.

Bei einer spannenden Erlebnistour über das Gelände sind die kleinen Gäste gefordert. An acht Stationen lösen sie knifflige Rätsel und finden unter anderem heraus, wie schwer die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute wirklich ist. Hüpfburg, Slalomparcours und ein Buzzer-Spiel lassen zudem keine Langeweile aufkommen. Das Blasorchester der Feuerwehr Herford begleitet den „Tag der offenen Tür“ mit beschwingten Tönen.

Am Ende zeigen sich Silke Vahrson-Hildebrand, die Leiterin des Amtes für Bevölkerungsschutz beim Kreis Herford, und Kreisbrandmeister Bernd Kröger zufrieden. Die Menschen hätten sich sehr interessiert gezeigt, meint Vahrson-Hildebrand. „Es wurden viele intensive Gespräche geführt!“

Sechs hauptamtliche Mitarbeiter sind an der Kreisfeuerwehrzentrale beschäftigt, die 1968 ihren Betrieb aufgenommen hat. Zudem gibt es eine Rufbereitschaft, zu der 16 Ehrenamtliche des benachbarten Löschzugs Hiddenhausen-Eilshausen zählen. Die Kräfte der sogenannten Schnelleinsatzgruppe (SEG) rücken außerhalb der normalen Arbeitszeit mit den Sonderfahrzeugen aus oder sie springen ein, um frische Schläuche und Atemschutzgeräte herauszugeben.

                                                                                                                                  Jens Vogelsang

                                                                                                                                  (Text u. Fotos)

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DSC 8796PSU-Team: (v.l.) Patrick Wiegner (Vlotho), Sven Schloemann (Enger) und Olaf Mohrmann (Hiddenhausen)


DSC 8800(v.l.) Anja Modesta, Frederik Lückemeier und Lina Deutermann vom DRK Herford-Land informieren zu Katretter,
der Smartphone-App, die registrierte Ersthelfer parallel zum regulären Rettungsdienst alarmiert.


DSC 8801(v.l.)  Andrea McMahon und Anja Sasse informieren zur Notfallseelsorge.


DSC 8806Die Jugendfeuerwehrleute aus Löhne und Spenge verkaufen Popcorn.


DSC 8813Die ABC-Einheit der Feuerwehr Herford ist mit dem Gerätewagen-Mess und ABC-Erkunder vor Ort.


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DSC 8818Sebastian Rettberg (Spenge) versorgt die Besucher mit Infos zum Vorbeugenden Brandschutz.


DSC 8820(v.l.) Sascha Bentrup (Kreisfeuerwehrzentrale) und Tobias Schwarz (Hiddenhausen) zeigen einen Baumbiegesimulator für die Motorsägen-Ausbildung.



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DSC 8830(v.l.) Jan Mertens und Niklas Weber am Geräteanhänger Strömungs- u. Fließwasserrettung.


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DSC 8834(v.l.) Jan Brokfeld, Oliver Sucker und Julian Wasilewski vom DRK Bünde vor dem „MTW-Fü-Dekon-V“
der Medizinischen Task Force 33 (Bielefeld, Herford, Minden-Lübbecke)


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DSC 8846Disponenten der Leitstelle erklären die Notrufannahme und die Alarmierung per Computer.


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DSC 8855„Schlauchpflegezentrum Bockermann SPZ-K“


DSC 8856Thomas Melzer (Mitte) erklärt die Pflege und Wartung der Atemschutzgeräte.


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DSC 8863Die Atemschutzübungsstrecke ist an diesem Tag in Kinderhand.


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DSC 8884(v.l.)  Sandra Echternkamp (Kreis Herford), Karsten Nordsieck (KFV),
Noel Schuppenat (Kreis Herford) und Daniela Henseler (Kreis Herford)


DSC 8887Silke Vahrson-Hildebrand (Amt für Bevölkerungsschutz) und Andreas Bartels (THW Vlotho)


DSC 8889Kreisjugendfeuerwehrwartin Natascha Meier (Mitte) kümmert sich gemeinsam mit der  Jugendfeuerwehr Löhne um den Popcornverkauf.


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