Nachwuchs löscht brennende Lagerhalle auf Gut Oberbehme!

Gemeinsame Übung der Jugendfeuerwehren Kirchlengern und Hüllhorst

DSC 9016Kirchlengern. Die Feuerwehr Kirchlengern war am Mittwochabend (15.07.2026) auf Gut Oberbehme im Großeinsatz. Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung der Jugendfeuerwehr. Unterstützung kam aus dem benachbarten Hüllhorst (Kreis Minden-Lübbecke) – denn gleich an mehreren Stellen war „Feuer ausgebrochen“. Etwa 60 Nachwuchsfeuerwehrleute kümmerten sich um die Brandbekämpfung.

Am frühen Abend sammeln sich die Kräfte der Jugendfeuerwehren Kirchlengern, Hüllhorst und Oberbauerschaft auf dem Grässlin-Firmengelände im interkommunalen Gewerbegebiet Oberbehme. Die Jugendlichen beladen die Löschfahrzeuge mit frischen Schläuchen, die auf Rollwagen bereitstehen, und kontrollieren ihre persönliche Schutzausrüstung. Gemeinde-Jugendfeuerwehrwart Stefan Kröger (Kirchlengern) und Amtskollegin Franziska Brakmann (Hüllhorst) geben sich verschlossen. „Die Jugendlichen wissen deshalb noch nicht, was gleich auf sie zukommt“, sagt Brakmann.
Um kurz nach 18 Uhr löst die „Leitstelle“ Alarm aus. In einer Lagerhalle auf dem nahegelegenen Gut Oberbehme soll ein Feuer ausgebrochen sein, so die angenommene Lage. Zunächst machen sich die Löschgruppenfahrzeuge 10 aus Kirchlengern-Nord und Hüllhorst-Tengern auf den Weg. Mit Blaulicht und Martinshorn fahren die Löschmannschaften über das weitläufige Areal des landwirtschaftlichen Großbetriebs. Aus einer Lagerhalle dringt „leichter Rauch“. Klaus Westerholz, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Kirchlengern, mimt einen Vorarbeiter: „Da sind noch drei Kollegen drin!“, ruft er aufgeregt.

DSC 9033Auf Gut Oberbehme steht eine Lagerhalle in Brand. (v.l.) Lennart (13), Moritz (11) u. Ben (16) bringen einen „Arbeiter“ in Sicherheit.

DSC 9051Die Löschmannschaften bekämpfen den fiktiven Großbrand mit mehreren Strahlrohren im Außenangriff.

DSC 9028(v.l.) Nina (12), Pia (16), Lara La. (13) u. Lara Me. (10) kuppeln eine Sauleitung zusammen, durch die wenig später das Löschwasser in die Pumpe fließt.

Die beiden Gruppenführer, Joel (16) und Ben (16), erkunden die Lage und stimmen das weitere Vorgehen ab. Anschließend übernehmen die Nachwuchskräfte aus Kirchlengern die Personensuche in den Abschnitten 24/25 des rund 1.000 Quadratmeter großen Gebäudes, während die Jugendfeuerwehr Hüllhorst für die Bereiche 22/23 zuständig ist. Die Jugendlichen rüsten sich mit Übungsatemschutzgeräten aus. Sie tragen Schutzbrillen mit abgeklebten Sichtfeldern, sodass – genauso wie bei einem realen Innenangriff – absolute „Nullsicht“ herrscht. Ole (13) und Paul (11) vom Angriffstrupp aus Kirchlengern tasten sich in der Halle voran, ebenso wie Lennart (13) und Moritz (11) von der Hüllhorster Jugendfeuerwehr. Die Hohlstrahlrohre halten sie dabei einsatzbereit „im Anschlag“. Die Halle ist mit riesigen Kartoffelkisten gefüllt, die sich bis in eine Höhe von neun Metern auftürmen. Da die Ernte gerade erst begonnen hat, gibt es dazwischen allerdings noch reichlich Leerstand. Die Wassertrupps nehmen derweil einen Unterflurhydrant in Betrieb, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Bereits nach kurzer Zeit sind die „vermissten Arbeiter“ gefunden: Die Jugendlichen schleppen nach und nach drei Übungspuppen nach draußen, die in sicherer Entfernung „versorgt werden“.
Doch damit nicht genug: „Aufgeheizte Brandgase sorgen für eine Durchzündung und im Nu steht das gesamte Kartoffellager im Vollbrand“, beschreibt Übungsleiter Klaus Westerholz die neue Lage. Außerdem ist ein Außenlager in Gefahr, das aus hunderten von leeren Kartoffelkisten besteht. Die Löschtrupps bringen insgesamt fünf Strahlrohre in Stellung und bekämpfen den fiktiven Großbrand im Außenangriff. An anderer Stelle setzt der starke „Funkenflug“ eine Wiese sowie ein angrenzendes Waldstück „in Brand“. Auch in diesem Einsatzabschnitt kämpft der Feuerwehrnachwuchs mit zahlreichen Strahlrohren gegen die Flammen. Zur Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs für den Katastrophenschutz aus Hüllhorst-Schnathorst gehören Leo (17), Nina (12), Pia (16), Lara La. (13) und Lara Me. (10). Die Gruppe pumpt das Löschwasser mit Hilfe einer Tragkraftspritze aus den Gräften, die das historische Gutshaus umgeben. Eine 500 Meter lange B-Leitung, die andere Jugendliche in der Zwischenzeit aufgebaut haben, führt von hier aus bis tief in das Waldgebiet.
Nach gut zwei Stunden ist die Übung beendet und es gibt Bratwürstchen und kühle Getränke zur Stärkung. Klaus Westerholz und Stefan Mehnert, Leiter der Feuerwehr Hüllhorst, sind zufrieden. „Alle Aufgaben wurden hervorragend gelöst“, sagt Westerholz. Auch Carl-Mauritz von Laer, Chef des landwirtschaftlichen Großbetriebs, schaut vorbei und zeigt sich begeistert. „Ihr übernehmt bereits in jungen Jahren gesellschaftliche Verantwortung“, lobt er den Nachwuchs.

Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

DSC 9002Vom Bereitstellungsraum aus geht es zur Einsatzstelle.

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DSC 9012Die Jugendlichen tragen Schutzbrillen mit abgeklebten Sichtfeldern, die für „Nullsicht“ sorgen.

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DSC 9044Eine Tragkraftspritze wird vor dem historischen Gutshaus in Stellung gebracht.

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DSC 9047Stefan Mehnert, Leiter der Feuerwehr Hüllhorst, Klaus Westerholz (Kirchlengern) und Gruppenführer Leo (Hüllhorst).

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DSC 9059(v.l.) Charlotte (16), Julian S. (17) u. Julian G. (16) von der Jugendfeuerwehr Kirchlengern

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DSC 9073Stellv. Wehrführer Klaus Westerholz, Carl-Mauritz von Laer (Werreland GbR – Esser-Uhlenburg, Blomeyer, von Laer), Stefan Mehnert (Wehrführer Hüllhorst) und Gemeinde-Jugendfeuerwehrwart Stefan Kröger (Kirchlengern)

DSC 9066Rund 60 Jugendliche und zahlreiche Betreuer aus Kirchlengern und Hüllhorst waren am Mittwochabend im Großeinsatz.