Kreis Herford. Die extreme Hitzewelle mit Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke war das bestimmende Thema im Juni. Besonders die Rettungsdienste hatten alle Hände voll zu tun. Zudem verschärfte die Trockenheit die Lage: Zeitweise galt in der Region der Graslandfeuerindex der Stufe 4; und in Löhne stand die Trinkwasserampel auf „Rot“. Experten warnen, dass solche Hitzeperioden auch in Deutschland künftig häufiger vorkommen könnten. Redaktion: kfv-herford.de blickt noch einmal auf die vergangenen Tage zurück.
Eine Woche lang (1.06. – 6.06.2026) steht Hannover im Zeichen der Interschutz. 1.772 Aussteller aus 55 Ländern präsentieren neuste Innovationen auf den Gebieten Brandschutz, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz. Am Ende zeigen sich Aussteller und Fachbesucher gleichermaßen begeistert. 140.000 Menschen aus 144 Ländern sind im Verlaufe der sechstägigen Veranstaltung über das Messegelände geströmt. Am Fronleichnamsfeiertag (4.06.2026) findet der Orientierungslauf der Jugendfeuerwehr Vlotho statt – und das zum mittlerweile 32. Mal. Rund 120 Nachwuchskräfte beweisen Geschick, Teamgeist und vor allem viel Kondition; denn unterwegs sind die unterschiedlichsten Aufgaben zu lösen. Am Ende nimmt die Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor den Siegerpokal mit nach Hause.
Die Interschutzmesse in Hannover ist aus Sicht der Veranstalter und Aussteller äußerst erfolgreich verlaufen.
(Foto: Redaktion: kfv-herford.de)
Tragischer Unfall in Enger (12.06.2026): Bei Gartenarbeiten in einer Neubausiedlung kippt ein Minibagger plötzlich um. Ein Mann gerät zwischen Baggerschaufel und Hauswand. Für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Der Stab für Außergewöhnliche Ereignisse (SAE) der Stadt Herford probt gemeinsam mit der Feuerwehr den Ernstfall, allerdings nur in der Theorie (12.06./13.06.2026). Ausgangspunkt der Übung ist ein angenommener, großflächiger Stromausfall im Osten der Stadt. ABC-Alarm beim Babynahrungshersteller Hipp an der Bielefelder Straße in Herford (16.06.2026): Eine Person hat bei Reinigungsarbeiten Dämpfe eingeatmet und klagt nun über eine Reizung der Atemwege. Einsatzkräfte der Feuerwehr rüsten sich mit Chemikalienschutzanzügen aus und erkunden die Kellerräume. Wenig später gibt der Einsatzleiter Entwarnung. Offenbar ist kein Chlorgas ausgetreten, wie zunächst vermutet, sondern eine Lauge, die mit Bindemittel unschädlich gemacht wird.
Die historische Hitzewelle ist das bestimmende Thema in der zweiten Junihälfte.
Im Kreis Herford steigt das Thermometer bis auf 38,9 Grad im Schatten.
Schilder warnen vor der Waldbrandgefahr.
(Foto: Redaktion: kfv-herford.de)
Am 18.06.2026 beginnt eine Hitzewelle, die rund zwölf Tage anhält. Der bisherige deutsche Temperaturrekord für einen Juni wird gebrochen. In Brandenburg messen die Meteorologen am 28.06.2026 41,7 Grad! Deutschland ist auf solch extreme Temperaturen schlecht vorbereitet. Betonfahrbahnen platzen auf, sodass Autobahnen gesperrt werden müssen. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr kommt ebenfalls an seine Grenzen, weil Klimaanlagen, Stellwerkstechnik und Weichen schlapp machen. Die Berliner Polizei setzt zwei Wasserwerfer ein, um Passanten bei Temperaturen um die 40 Grad mit einem feinen Sprühnebel abzukühlen. Im Verlaufe der Hitzewelle wird deutlich, dass viele Kommunen in Deutschland noch nicht über Hitzeschutzpläne/Hitzeaktionspläne verfügen, durch die beispielsweise die Rettungsdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt werden könnten. Experten fordern seit Langem ein Ende der Landschaftsversiegelung, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.
In Enger kommt es zu einem „Verkehrsunfall mit einem Bus“. Die Leitstelle löst „ManV-20-Alarm“ aus. Glücklicherweise handelt es sich nur um eine große Übung, an der Rettungsdienst und Feuerwehr beteiligt sind (19.06.2026). Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bünde leisten am Samstagabend (20.06.2026) echte Schwerstarbeit. Bei Temperaturen von über 30 Grad werden sie zur Straße Am Bauhof gerufen. Vor einer Lagerhalle brennen ein Transporter und Baumaterialien. Ein kurzer, aber heftiger Gewitterschauer sorgt am frühen Sonntagmorgen (21.06.2026) in Herford für vollgelaufene Keller. Besonders betroffen sind die Anwohner des Biemser Wegs und der Elverdisser Straße. Teilweise steht das Wasser 1,50 Meter hoch in den Kellerräumen. Einsatz für die Feuerwehr Löhne (25.06.2026): Am Morgen brennt auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebs an der Brückenstraße ein Bagger. Das Feuer droht auf eine angrenzende Lagerhalle überzugreifen. Um das Gebäude zu schützen, bauen die Wehrleute eine Riegelstellung auf. Zur Verstärkung rücken die Tanklöschfahrzeuge 4000 aus Hiddenhausen und Kirchlengern sowie das Wechselladerfahrzeug der Feuerwehrzentrale mit dem Abrollbehälter „Wasser“ an. Die Feuerwehrleute sind quasi doppelt erfolgreich. Sie erzielen einen schnellen Löscherfolg und müssen dafür nicht einmal Wasser aus dem Trinkwassernetz entnehmen, das wegen der Hitze seine Kapazitätsgrenze erreicht hat.
Rund 100 Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr proben in Enger den Ernstfall.
(Foto: Redaktion: kfv-herford.de)
Nach einem heftigen Gewitterschauer stehen in Herford-Elverdissen Keller und Garagen unter Wasser.
(Foto: FW Herford)
Die Feuerwehr Löhne löscht auf dem Gelände eines Entsorgungsbetriebs einen brennenden Bagger.
(Foto: FW Löhne)
In der Nacht zu Sonntag (28.06.2026) zieht ein Gewitter über den Kreis Herford hinweg. Besonders in Herford und Hiddenhausen kommt es zu Schäden. So schlägt der Blitz mit einem lauten Knall in eine alte Eiche im Ortsteil Oetinghausen ein. Der Schornstein eines nebenstehenden Wohnhauses wird von einem großen Ast getroffen und stürzt vom Dach. Das hochsommerlich warme Wetter hält an, wodurch es vermehrt zu Vegetationsbränden kommt. So steht am 29.06.2026 in Enger-Westerenger eine Zypressenhecke in Flammen. Die örtliche Löschgruppe bringt die Lage schnell unter Kontrolle. In der Nacht zu Dienstag (30.06.2026) bricht in einem Wohnhaus in Spenge-Wallenbrück ein Feuer aus. Die Feuerwehr Spenge sowie die Drehleiterbesatzung aus Enger-Dreyen sind schnell vor Ort und löschen den Brand unter Atemschutz mit einem C-Rohr. Ein Bewohner, der sich in der Brandwohnung aufgehalten hat, wird vorsorglich vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht.
Der Neubau der Rettungswache Vlotho ist in den zurückliegenden Monaten weit vorangeschritten. Momentan finden in dem Rohbau an der Salzuflener Straße, den der Kreis Herford in Auftrag gegeben hat, die Innenarbeiten statt. Noch in diesem Jahr soll das moderne Funktionsgebäude, das künftig Platz für 30 Beschäftigte bietet, in Betrieb gehen. Durch Vandalismus und Diebstahl auf der Baustelle ist es zu Verzögerungen gekommen. (Redaktion: kfv-herford.de)
-Vo-
In Hiddenhausen schlägt der Blitz in eine alte Eiche ein. Abgebrochene Äste reißen einen Schornstein vom Dach.
(Foto: FW Hiddenhausen)
Hitze und Trockenheit sorgen für Vegetationsbrände. In Westerenger löscht die Feuerwehr eine brennende Zypressenhecke.
(Foto: FW Enger)
Der Neubau der Rettungswache Vlotho schreitet voran. Das Gebäude soll noch in diesem Jahr bezogen werden.
(Foto aus 4/26: Redaktion: kfv-herford.de)