45. Leistungsnachweis der Feuerwehren aus dem Kreis Herford
Kreis Herford. Die Feuerwehrleute im Kreis Herford sind hoch motiviert, sportlich fit und verstehen ihr Handwerk. Beim 45. Leistungsnachweis des Kreisfeuerwehrverbandes Herford, der am vergangenen Wochenende (26.09.2026) in Hiddenhausen-Eilshausen stattfand, ist das deutlich geworden. Etwa 200 Ehrenamtliche nahmen an dem Traditionswettbewerb teil. Sie zeigten eine Löschübung, führten Knoten vor, beantworteten Fachfragen und absolvierten einen Staffellauf. Am Ende zog Kreisbrandmeister Bernd Kröger ein positives Fazit: „Alle Mannschaften haben das Leistungsziel erreicht!“
Zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung sind am Samstagmorgen in der Fahrzeughalle des Löschzugs Eilshausen an der Königsberger Straße zusammengekommen, um sich während eines gemeinsamen Frühstücks über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren. „Ich finde es toll, wie viel Wertschätzung die Feuerwehr genießt“, sagt Landrat Mirco Schmidt in Anbetracht der vielen Gäste. Er bedankt sich gleichzeitig bei den Feuerwehrleuten, die sich an diesem Tag dem Wettbewerb stellen. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir im Kreis Herford eine schlagkräftige Feuerwehr haben.“ Wenig später startet die Abordnung, darunter Bürgermeister, Bundes- und Landtagsabgeordnete, zu einem Rundgang über das Übungsgelände. „Der Leistungsnachweis dient dazu, die Schnelligkeit bei der Brandbekämpfung bzw. Technischen Hilfe weiter zu verbessern und die Kamerdschaft zu stärken“, sagt der Kreisbrandmeister. Rund 30 Mannschaften sind beim diesjährigen Wettbewerb - er wird nach den Richtlinien des Verbandes der Feuerwehren in NRW (VdF NRW) ausgetragen - mit von der Partie. Sie nehmen wahlweise als Gruppe, also mit neuen Einsatzkräften, oder sechsköpfige Staffel teil.
Die Mannschaft der Löschgruppe Bünde-Ahle beim Löschangriff: (v.l.) Andreas Rudkowski, Viktor Erdmann (Wassertrupp),
Maik Tempelmeier, Tim Cleeg (Schlauchtrupp), Björn Heimann u. Matthias Darnauer (Angriffstrupp).
Vertreter aus Politik und Verwaltung sind am Morgen an die Übungsstrecke gekommen.
Brandbekämpfung der Zielfeuer oder Kellerbrand mit Menschenrettung
Auf der abgesperrten Meierstraße bekommt gerade die Löschgruppe Bünde-Ahle ihren Einsatzbefehl von Hauptschiedsrichter Lutz Kölling (Herford): „Wasserentnahmestelle offenes Gewässer, zur Brandbekämpfung der Zielfeuer vor!“ Die neun Männer machen sich sofort an die Arbeit: Wasser- und Schlauchtrupp kuppeln zunächst die Saugleitung zusammen, die sie anschließend in den Brunnen eintauchten. Matthias Darnauer und Björn Heimann vom Angriffstrupp verlegen in der Zwischenzeit bereits das Schlauchmaterial über die 70 Meter Distanz bis zum „Zielfeuer“. „Melder“ Arnold Zimmermann unterstützt sie dabei. Mit ihrem Hohlstrahlrohr bringen sie die erste Zielklappe im „linken Brandabschnitt“ zu Fall. Wenig später sind der Wasser- und der Schlauchtrupp ebenfalls zur Stelle, um zwei weitere Angriffsleitungen vorzunehmen. Am Ende ist Gruppenführer Dirk Wehmeier zufrieden: „Wir sind deutlich unter der Zeitvorgabe von fünf Minuten geblieben.“ Auf Bahn zwei zeigt gleich im Anschluss die Staffel aus Enger-Dreyen ihr Können. Sie entnimmt das Löschwasser aus einem Übungs-Unterflurhydranten und setzt dazu ein Standrohr, mit dem sie die Sammelwasserversorgung anzapft. Die Löschzüge Spenge-Lenzinghausen, Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck und die Löschgruppe Kirchlengern-Ort haben sich für die Alternativübung entschieden. Ausgerüstet mit Atemschutzgeräten rücken die Trupps zur Menschenrettung in den „brennenden Keller“ der benachbarten Kreisfeuerwehrzentrale vor. Dort gilt es, eine vermisste Person, dargestellt durch eine Übungspuppe, zu retten.
An der nächsten Station demonstrieren die Ehrenamtlichen drei Feuerwehrknoten. Maximal drei Minuten stehen ihnen dafür zur Verfügung. Gefordert sind der Mastwurf, der zum Befestigen und Sichern von Geräten dient, der Schotenstich mit Aufziehschlaufe zum Verbinden von zwei Leinen und der Achterknoten, den die Einsatzkräfte bei der Absturzsicherung verwenden. Ein theoretischer Test gehört ebenfalls zum Programm. Die Feuerwehrleute beantworten in diesem Jahr unter anderem Fragen zum Thema „Gefährliche Stoffe und Güter (GSG)“. An der örtlichen Grundschule absolvieren sie schließlich noch in voller Montur einen Staffellauf über 450 Meter (Gruppenstärke) bzw. 300 Meter (Staffelstärke).
40 Mal dabei
Am Ende werden die gezeigten Leistungen belohnt: Während Erstteilnehmer/innen das Leistungsabzeichen in Bronze samt Urkunde erhalten, freuen sich erfahrene Einsatzkräfte über Auszeichnungen in Silber, Gold oder der Sonderstufe. Eine besondere Ehrung wird Frank Bockermann von der Löschgruppe Enger-Westerenger zuteil: Für seine sage und schreibe 40. Teilnahme wird er mit dem Leistungsabzeichen der „Sonderstufe in Gold mit Jahreszahl“ und einer Ehrenurkunde bedacht.
Im Jahr 1979 fand der erste Leistungsnachweis an gleicher Stelle statt. Mittlerweile kämpft die Veranstaltung allerdings mit sinkenden Teilnehmerzahlen. „Im Verlaufe der Jahre hat das Interesse spürbar nachgelassen“, bedauert Holger Klann, der Ausbildungsbeauftragte des Kreisfeuerwehrverbandes. Er wünscht sich in Zukunft wieder eine größere Resonanz – schließlich engagieren sich im Kreis Herford über 1.600 Feuerwehrleute, der Großteil davon rein ehrenamtlich.
Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)
Während eines gemeinsamen Frühstücks informiert Kreisbrandmeister Bernd Kröger
die Gäste aus Politik und Verwaltung, darunter Landrat Mirco Schmidt.

(v.l.) Axel Freitag, Matthias Brand, Olaf Strehlow u. Axel Dahlhausen sind für die Auslosung der Positionen zuständig.

Staffel Bünde-Mitte
Gruppe Spenge-Lenzinghausen
Einsatzbefehl für die Gruppe Spenge-Mitte
Kommando: „4 A-Längen!“
(v.l.) Nils Ebmeyer, Lars Brinkmann, Abdel Aziz Al Saleh, Thomas Finkemeyer,
Daniel Niestradt u. John Watts vom Löschzug Spenge-Mitte


(v.l.) Hendrik Bäunker, Jens Hüsemann, Clinton Shepheard, Philip Kleineberg, Lars Bäunker u. Arndt Höpker vom Löschzug Enger-Mitte

Wassertrupp und Schlauchtrupp der Löschgruppe Bünde-Ahle kümmern sich um den Aufbau der Saugleitung.

„Saugleitung zu Wasser!“, heißt das Kommando beim Löschzug Hiddenhausen-Eilshausen.
„Verteiler Wasser marsch - verstanden!“



Geschafft! Bei der Staffel Vlotho-Mitte sind beide „Zielklappen gefallen“.
„Kellerbrand mit vermisster Person“, so lautet das Szenario der Alternativübung.








Gruppe Hiddenhausen Schweicheln-Bermbeck
In der Fahrzeughalle der benachbarten Kreisfeuerwehrzentrale führen die Teilnehmenden drei Feuerwehrknoten vor,
die im Einsatzalltag beherrscht werden müssen.

Achterknoten
(v.l.) Herfords Bürgermeisterin Anke Theisen u. Landrat Mirco Schmidt lassen sich vom
Kreisbrandmeister den Schotenstich mit Aufziehschlaufe erklären.
Sportliche Fitness ist beim Staffellauf gefordert.
Auswertung im Stabsraum der Kreisleitstelle
Schiedsrichterteam
Die Aktiven der Löschgruppe Kirchlengern-Mitte werden mit Urkunden und Abzeichen geehrt.
Gleichzeitig heißt es Abschied nehmen: Ihr altes Löschgruppenfahrzeug 8/6,
mit dem sie seit dem Jahr 1997 an den Start gegangen sind, wird in Kürze ersetzt.
Gruppe u. Staffel vom Löschzug Enger-Mitte sind zur „Siegerehrung“ angetreten.
Auszeichnung für Jens Hüsemann: Er hat zum 25. Mal am Leistungsnachweis teilgenommen.
Beide Staffeln des Löschzugs Vlotho-Mitte sind zur „Siegerehrung“ angetreten.
Staffel Rödinghausen-Schwenningdorf
Staffel Enger-Dreyen
Staffel Enger Oldinghausen-Pödinghausen
Frank Bockermann (l) von der Löschgruppe Enger-Westerenger nimmt zum 40. Mal am Leistungsnachweis teil.
Stellv. Kreisbrandmeister Holger Klann (r) überreicht ihm dafür das Leistungsabzeichen der Sonderstufe.
Die Jugendfeuerwehr Hiddenhausen-Eilshausen kümmert sich um das Schlauchmaterial:
(v.l.) Stellv. Jugendwart Julian Sielemann, Hanna (10), Patrick (15), Julian (11), Soe (15), Jaden (17),
Leonard (10) u. Betreuer Nils Hägerbäumer.