2018

Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt!

Wohnungsbrand am Schindelweg in Eilshausen

HP1060035iddenhausen. Eine Familie hat in der Nacht zu Sonntag (19.08.2018) offenbar großes Glück gehabt. In ihrer Wohnung am Schindelweg in Eilshausen war ein Feuer ausgebrochen, das einen Abstellraum völlig zerstörte. Wie durch ein Wunder wurde durch das Unglück niemand ernsthaft verletzt. In dem Zweifamilienhaus hatten sich 15 Personen aufgehalten; vier von ihnen wurden leicht verletzt in die Krankenhäuser in Herford und Bünde gebracht. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit zahlreichen Helfern vor Ort.

Das Feuer war der Kreisleitstelle um 2.42 Uhr gemeldet worden. Als die ersten Einsatzkräfte vom Löschzug Eilshausen vor Ort eintrafen, stand bereits ein Menschenpulk vor dem Gebäude. Die drei Familien, die alle aus Syrien stammen sollen, waren nach draußen geflüchtet, nachdem sie das Feuer im Obergeschoss wahrgenommen hatten. Einsatzleiter Bernd Gante berichtete, dass die Lage in der Anfangsphase unübersichtlich gewesen sei. „Ob sich tatsächlich alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest!“ Rauch oder offene Flammen seien anfangs von außen nicht zu sehen gewesen. Das Gebäude am Schindelweg, der von der Brandhorststraße abzweigt, ist zweigeteilt. Die betroffene Wohnung im Obergeschoss ist über den linken Eingang und eine steile Treppe zu erreichen, während sich der Zugang für die Erdgeschosswohnung auf der rechten Seite befindet.

Die Einsatzkräfte führten 15 Personen, darunter einige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von bis zu 23 Jahren, zur Brandhorststraße, wo ein Behandlungsplatz eingerichtet wurde. Dort kümmerten sich zunächst Notarzt und Rettungsdienst aus Bünde um ihre Versorgung. Wegen der großen Zahl an Betroffenen hatte die Leitstelle bereits MANV 3 (Massenanfall von Verletzten der Stufe 3) ausgelöst. Weitere Rettungswagen aus Bünde, Herford und Löhne sowie der Rettungswachen Spenge und Vlotho eilten zur Unterstützung nach Hiddenhausen. Außerdem rückten alle vier Schnelleinsatzgruppen (SEG), die das DRK und die Johanniter im Kreis Herford unterhalten, mit Rettungswagen und Gerätewagen-Sanität (GW-San) aus.

Suche nach Vermissten verläuft ergebnislos

In dem Haus am Schindelweg waren zum Unglückszeitpunkt 17 Personen gemeldet, wie eine Abfrage der Kreisleitstelle ergab. „Deshalb haben wir uns zunächst auf die Menschenrettung konzentriert“, erläuterte Bernd Gante. Zwei Trupps durchsuchten unter schwerem Atemschutz die Räume im Obergeschoss, konnten aber nichts finden. Ein weiterer übernahm die Personensuche im Erdgeschoss, die ebenfalls ergebnislos blieb. Schnell stand fest, die beiden Vermissten hatten sich zum Unglückszeitpunkt nicht in dem Gebäude aufgehalten. Erst jetzt konnten sich die Wehrleute ganz auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Sarah-Jane und Thomas Rainey bildeten den ersten Angriffstrupp. Vom Wohnzimmer aus erreichten Sie den Abstellraum, der zu diesem Zeitpunkt lichterloh in Flammen stand. Als sie die Zimmertür vorsichtig öffneten, kam ihnen dichter, schwarzer Rauch entgegen. Mit dem Hohlstrahlrohr gelang es ihnen, die Flammen einzudämmen. Außerdem installierten die Wehrleute im Wohnzimmerzugang einen speziellen Brandvorhang, sodass sich der Rauch nicht weiter ausbreiten konnte. Währenddessen kontrollierte ein Trupp vom Korb der Drehleiter aus die Dachfläche.

Schwangere ins Krankenhaus gebracht

Zwischenzeitlich waren die 15 Bewohner von mehreren Notärzten, darunter leitende Notärztin Kathleen Schröder, untersucht worden. Der Rettungsdienst lieferte schließlich vier Personen, darunter eine schwangere Frau, zur Beobachtung in die Krankenhäuser in Herford und Bünde ein. Bei ihnen waren leichte gesundheitliche Beeinträchtigungen festgestellt worden, die offenbar in erster Linie von der Aufregung herrührten. Ilias Christou, Chef des Restaurants Athos, das sich ganz in der Nähe befindet, stellte seine Gaststube zur Verfügung. Dort wurde ein Teil der Flüchtlingsfamilien weiter betreut.
Die Einsatzkräfte löschten derweil letzte Brandnester ab und kontrollierten den gesamten Bereich mit einer Wärmebildkamera. Durch das Feuer war eine Wasserleitung geplatzt. Die Wehrleute setzten deshalb einen Wasserstaubsauger ein, um die Erdgeschosswohnung trocken zu legen. Bernd Gante erklärte, dass die Räume im Obergeschoss vorerst nicht mehr nutzbar seien. Daraufhin kümmerte sich die betroffene Familie selbständig um ein Ausweichquartier.
Die Feuerwehr war mit 50 Wehrleuten im Einsatz. Die letzten kehrten gegen sechs Uhr morgens zum Standort zurück.

Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)

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In einem Wohnhaus am Schindelweg hat es in der Nacht zu Sonntag gebrannt.

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Am Fenster der Obergeschosswohnung sind die Spuren der Rauchentwicklung zu sehen.

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Die Bewohner können sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Ein Großaufgebot an Rettungskräften kümmert sich um ihre Versorgung.

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Die Wehrleute kontrollieren die Dachfläche vom Korb der Drehleiter aus.

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Etwa 50 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

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Um letzte Brandnester zu erreichen, müssen zahlreiche Matratzen aus der Wohnung geräumt werden.

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Gastwirt Ilias Christou stellt seine Gaststube als Betreuungsraum zur Verfügung.

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Einsatzleiter Bernd Gante steht der Presse Rede und Antwort.