Fahrzeug des Monats Oktober 2018 - Universallöschfahrzeug

Fahrzeug des Monats

Oktober 2018

Universallöschfahrzeug 9000/3500/500 (ULF 9000/3500/500)  
Rosenbauer Tigon auf Tatra-Fahrgestell  


Technische Daten (Basisversion)

Fahrgestell (Hersteller)

Tatra (Koprivnice/Mähren, Tschechien)

Typ

Tatra Force T815-7
  - Backbone-Tube-Chassis (Zentralrohrrahmen)
  - Doppelkabine

Motor

Volvo D16, Tier 2

Leistung

515 kW (700 PS)

Antriebsart/Radformel

8x8

Getriebe

Allison 7-Gang-Automatikgetriebe

Höchstgeschwindigkeit

120 km/h

Abmessungen

12,26 m (L), 2,90 m (B), 3,70 m (H)

zul. Gesamtgewicht

43 t

Ausbau/Ausrüstung
(Konstruktion)

 

Rosenbauer (Leonding, Österreich)  
Aufbau
  - modulares Aufbaukonzept
  - Verwendung von lasergeschnittenen Aluminiumblechen
  - geschraubter Hilfsrahmen als Basis

Pumpe
  - Normaldruckpumpe
  - Typ: Rosenbauer N80
  - Leistung: 8.000 l/min bei 10 bar
alternativ:
  - Hochdruckpumpe
  - Typ: Rosenbauer H5
  - Leistung: 500 l/min bei 40 bar

 

Schaum-Zumischsystem
  - automatisches Druckzumischsystem
  - individuell für jeden Abgang
  - Typ: Rosenbauer Hydromatic 800
  - Leistung: 800 l/min bei 17 bar
  - Zumischrate: 1 % bis 7 % (stufenlos)

Löschmittel
  - Wassertank: 9.000 l
  - Schaummitteltank: 3.500 l
  - Pulverbehälter: 500 kg

 

Dachwerfer
 
- Typ: Rosenbauer RM80C mit ChemCore-Düse
  - kombinierter Wasser-Pulver-Einsatz möglich
  - Leistung: max. 9.500 l/min bei 10 bar
  - Steuergriffsteuerung aus der Fahrerkabine
  - Wurfweite: bis zu 100 m

 

Frontwerfer
  - Typ: Rosenbauer RM15C
  - Leistung: max. 2.000 l/min bei 10 bar
  - Joysticksteuerung aus der Fahrerkabine
  - Wurfweite: bis zu 70 m

 

weitere Ausstattung
  - „Pump u. Roll“ (Wasserabgabe während der Fahrt)
  - Hochdruck-Schnellangriffshaspel
  - Pulverlöschanlage
  - Bodensprühdüsen
  - Pneumatischer Lichtmast (LED)
  - Umfeld- u. Geräteraumbeleuchtung (LED)
  - Zentrales Reifenfüllsystem (CTIS)
  - geschützte Bremsleitungen
  - Rückfahrkamera

Besatzung

1/4

 

Wissenswertes:

Rosenbauer hat ein neues Speziallöschfahrzeug im Programm: Der Tigon verfügt trotz seines hohen Gewichts von 42 Tonnen über herausragende Offroad-Qualitäten. Sein rallyeerprobtes Fahrwerk macht das möglich.  Die Löschtechnik des Riesen ist ebenfalls auf den Extremeinsatz ausgelegt. Rosenbauer bietet für sein neues Spitzenmodel unterschiedliche Pumpen an. Das stärkste Aggregat  hat eine Förderleistung von bis zu 13.000 Litern pro Minute bei zehn Bar Ausgangsdruck. „Ein derart leistungsstarkes Industrielöschfahrzeug hat es in der Feuerwehrbranche noch nicht gegeben“, sagt Andreas Zeller, Vertriebsvorstand bei Rosenbauer.

 

Tatra-Renntruck als Vorbild  

Der Tigon ist überall dort in seinem Element, wo andere Feuerwehrfahrzeuge schon auf der Anfahrt versagen, weil es keine befestigten Straßen gibt. Die Sandwüste gehört genauso zu seinem Revier, wird die Regionen der Tundra. Äußerlich erinnert der Tigon stark an die Renntrucks der Rallye Dakar (früher Paris-Dakar), der bedeutendsten Langstrecken- und Wüstenrallye der Welt. Das verwundert nicht: Der Vierachser basiert nämlich auf einem Tatra-Force-Fahrgestell mit robustem Zentralrohrrahmen und Allradantrieb (8x8). Der Tschechische LKW-Hersteller verwendet die geniale Backbone-Tube-Technik („Rückgrat-Röhren-Technik“) unter anderem in seinen Rennfahrzeugen, mit denen er bereits sechs Mal die Dakar-Rallye gewinnen konnte. Hans Ledwinka, österreichischer Automobilkonstrukteur, hat den Zentralrohrrahmen erfunden. Er war in den zwanziger und dreißiger Jahren Chefkonstrukteur bei Tatra. Wichtigstes Merkmal ist das namensgebende zentrale Rohr aus Stahl. An ihm werden alle weiteren Bauteile der Bodengruppe, wie etwa das Fahrwerk mit den Einzelradaufhängungen, montiert. Auf diese Weise erreicht das Fahrgestell eine extrem hohe Torsions- und Biegesteifigkeit sowie eine optimale Verteilung der auftretenden Kräfte. Der Tigon kann dadurch selbst extreme Geländeunebenheiten ausgleichen. Er verfügt zudem über ein Reifendrucksystem, sodass die Standflächen seiner Breitreifen an die Beschaffenheit des Untergrundes angepasst werden können. Der Rohrrahmen schützt ganz nebenbei alle beweglichen Antriebskomponenten vor Beschädigungen und Verschmutzungen, weil sie  innenliegend verbaut sind. Zusammen mit der 700 PS starken Volvo-Maschine und einem vollautomatischen Wandler-Getriebe werde der Tigon zu einem Feuerwehrfahrzeug der Superlative, meint Rosenbauer.

 

Wasserwerfer mit innovativer ChemCore-Düse

Der Löschriese hat in der Basisversion 9.000 Liter Löschwasser, 3.500 Liter Schaummittel und 500 Kilogramm Pulver an Bord. Die Rosenbauer-Pumpe N80 fördert bis zu 8.000 Liter pro Minute bei zehn Bar Ausgangsdruck. Um die Löschtechnik bereits während der Anfahrt nutzen zu können, ist der 42-Tonner mit einem Spezial-PTO-Getriebe (Power-Take-off-Nebenantrieb) ausgerüstet. Das verteilt die Kraft zwischen Antriebsstrang und Pumpenanlage, wodurch ein Pump-and-roll-Betrieb möglich ist. Die Pumpe kann so beispielsweise zum Selbstschutz bei Fahrten über brennenden Untergrund genutzt werden.  Um die verschiedenen Löschmittel auszubringen verfügt der Tigon unter anderem über den Dachmonitor RM80C. Der hat eine Leistung von maximal 9.000 Litern pro Minute und erreicht eine Wurfweite von bis zu 100 Metern. Mit der Rosenbauer-ChemCore-Düse kann Löschpulver mit bis zu 1,5 Kilogramm pro Sekunde in den Wasserstrahl eingebracht werden. Der Effekt: Das Pulver driftet durch den Wind weniger stark ab und erreicht ebenfalls große Weiten. Durch die Spezialdüse können aber auch Pulver und Löschschaum gleichzeitig versprüht werden. Diese Kombination wird vor allem bei Flüssigkeitsbränden eingesetzt. Das Pulver schlägt die Flammen nieder, während der Schaum kühlt, eine stabile Decke bildet und die Flammen am Ende erstickt. (Redaktion: kfv-herford.de)

 

                                                                                                                                                   -Vo-

 

 


Der Tigon ist das neue Universallöschfahrzeug von Rosenbauer.
(Foto: Rosenbauer International AG, Leonding/Österreich)

 


Er verfügt über das Backbone-Tube-Chassis von Tatra, das für beeindruckende
Fahreigenschaften im Gelände sorgt. (Foto: Rosenbauer International AG, Leonding/Österreich)

 

Das ULF 9000/3500/500 hat 9.000 Liter Wasser, 3.500 Liter Schaummittel und 500 Kilogramm Pulver an Bord.
(Foto: Rosenbauer International AG, Leonding/Österreich)

 

Es ist mit seinem leistungsstarken Volvo-Motor mit 700 PS vor allem abseits befestigter Straßen in seinem Element.
(Foto: Rosenbauer International AG, Leonding/Österreich)

 

 

Über Tatra

Der Name Tatra ist mit einer der längsten Automobil-Geschichten weltweit verbunden. Sie reicht bis in das Jahr 1850 zurück. Im Jahr 1923 fusionierten die Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft und die Waggonfabrik Ringhoffer AG in Prag. Das neu entstandene Unternehmen wurde nach dem höchsten Gebirge der damaligen Tschechoslowakei benannt: Der Tatra.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die sozialistische Führung damit, das Unternehmen auf die LKW-Produktion umzustellen. Die Fertigung von repräsentativen Personenwagen lief jedoch noch bis 1998 weiter. Heute hat Tatra ausschließlich Lastwagen im Programm, die als äußerst robust und geländetauglich gelten. Sie zeichnen sich durch luftgekühlte V-Motoren, Stirnrad-Differentialgetriebe, einen zentralen Rohrrahmen (Tatra-Konzept) und Allradantrieb (vom 4x4 bis zum 12x12) aus. Tatra ist der einzige Motorenhersteller für Lastwagen, der einen luftgekühlten V8-Zylinder nach der Euro-5-Abgasnorm anbietet. (Redaktion: kfv-herford.de)

 

                                                                                                                                                    -Vo-     

 

 

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