Fahrzeug des Monats
Juli 2026
Vorauslöschfahrzeug (VLF)
Einsatzfahrzeug der Berufsfeuerwehr München
Standort: Feuerwache 5 (FW Ramersdorf), Aschheimer Straße 30, München
Funkrufname: 5/49/1
Technische Daten
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Fahrgestell |
Iveco eDaily 72C |
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Antriebssystem |
vollelektrisch |
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Leistung |
- Systemleistung: 184 PS (135 kW) |
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Akkupaket |
Hochvoltbatterien (Lithium-Ionen-Akkus) |
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Reichweite |
ca. 180 km |
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Ladeleistung |
max. 80 kW Gleichstrom (DC) |
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Antriebsart/Radformel |
4x2 (Straßenantrieb) |
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Getriebe |
Eingang-Getriebe |
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Höchstgeschwindigkeit |
90 km/h |
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Abmessungen |
6,05 m (L), 2,35 m (B), 2,68 m (H) |
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Radstand |
3,45 m |
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zul. Gesamtgewicht |
7,2 t |
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Ausbau/Ausrüstung |
Iturri, Wilnsdorf/NRW Aufbau Ausrüstung (auszugsweise)
optisch |
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Besatzung |
1/3 (erweiterter Trupp) |
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Indienststellung |
7/2026 |
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amtl. Kennzeichen |
M-F 1026 |
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sonstiges |
Die FW 3 (Westend) u. 4 (Schwabing) erhalten ähnliche |
(Fortsetzung von der Startseite)
München (rd. 1,6 Millionen Einwohner) boomt und damit steigen auch die Anforderungen an die Feuerwehr. Aktuell läuft die Beschaffung von 80(!) hochmodernen Hilfeleistungslöschfahrzeugen. Gleichzeitig will die Branddirektion mit dem Projekt „Blitz“ klären, wie sich die Arbeit der Feuerwehr in Zukunft ändern könnte, um die „Reaktionszeiten“ zu verkürzen. Eine Arbeitsgruppe, die 2023 an den Start gegangen ist, hat dazu Standards überprüft, taktische Abläufe optimiert und die Fahrzeugbeladung modifiziert.
Das passende „Arbeitsgerät“ ist nun in der bayerischen Landeshauptstadt eingetroffen. Anfang Juli 2026 stellte die Branddirektion das Vorauslöschfahrzeug (VLF) mit E-Antrieb vor (Iveco eDaily/Iturri). Mannschaft und Gerät sind auf den Erstangriff abgestimmt. An der Einsatzstelle angekommen, arbeitet die vierköpfige Besatzung nach vordefinierten Standards. Die Erkundung, das Verlegen der Schlauchleitung und die Vornahme der Geräte sind genau aufeinander abgestimmt. Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sind die Einsatzkräfte per „Team-Radio“ ständig miteinander verbunden. Zu ihrer Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zählen u.a. Helme mit integrierten Wärmebildkameras.
Neben der Feuerwache 5 im Stadtteil Ramersdorf werden künftig auch die Wachen 3 (Westend) und 4 (Schwabing) mit VLF ausgestattet. Die Technische Universität München begleitet das zukunftsweisende Projekt, das sich jetzt in der Praxis bewähren muss.
Die Feuerwehr München hat im Rahmen des Projektes „Blitz“ ein Vorauslöschfahrzeug auf Basis
eines Iveco eDaily (Aufbau Iturri) in Dienst gestellt.
(Foto: FW München)
eDaily mit Hi-Power
Das Hochvoltsystem des Iveco eDaily 72C arbeitet mit einer Nennspannung von 400 Volt. Ein zentraler Synchronmotor an der Hinterachse sorgt dabei für den Antrieb. Das Aggregat bietet eine Permanentleistung von 122 PS (90 kW). Allerdings verfügt der Siebentonner über einen speziellen „Overboost-Modus“ (Iveco Hi-Power). Tritt der Fahrer das Gaspedal komplett durch (Kickdown), schaltet das System für kurze Zeit die volle Spitzenleistung von 184 PS (135 kW) frei, um zusätzliche Kraftreserven zu mobilisieren. So „sprintet“ das Löschfahrzeug im dichten Großstadtverkehr schnell auf Tempo 50 oder 80. Als Energiespeicher dienen zwei Batteriepakete mit einer Gesamtkapazität von 74 kWh. Die sind komplett im Fahrzeugrahmen verborgen, sodass kein Stauraum verloren geht. Per rekuperativem Fahrmodus wird Bremsenergie in elektrische Energie umgewandelt und in die Batterie zurückgespeist, was zudem die Bremsbeläge schont. Geht der Saft zur Neige, so lassen sich die Akkus mit einer Gleichstrom-Leistung von 80 kW wieder aufladen. Eine solche Schnellladung von 20 auf 80 Prozent dauert etwa 60 Minuten.
Hochdrucklöschanlage und Geräterucksäcke
Iturri, spanischer Feuerwehrausrüster mit Werk in Wilnsdorf (NRW), hat den Iveco eDaily in ein Vorauslöschfahrzeug verwandelt. Der Aufbau mit integrierter Mannschaftskabine entstand aus geschraubten Aluminium-Profilen. Die Fahrzeuglänge von sechs Metern lässt auf der linken und rechten Seite nur jeweils einen Geräteraum mit Rollladen zu. Sowohl die beiden hinteren Mittelsitze in Fahrtrichtung als auch der Beifahrerplatz sind mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Zwei 22-Zoll-Monitore, die sich in der Mannschaftskabine befinden, liefern auf der Einsatzfahrt aktuelle Informationen.
Zentrales Ausrüstungselement des VLF ist die Hochdrucklöschanlage von Callies Brandschutzsysteme. Per Strahlrohr bzw. Löschpistole mit Zerstäuberdüse können 30 Liter Wasser mit einem Druck von 110 Bar abgegeben werden. Die Hochdruck-Löschtechnik nutzt eine Kombination aus Kühl- und Stickeffekt. Durch den hohen Betriebsdruck wird das Wasser in mikroskopisch kleine Wassertröpfchen zerstäubt, wodurch ein „kalter Nebel“ entsteht. Der entzieht dem Feuer rasch die Energie. Der freigesetzte Wasserdampf verdrängt zudem den Sauerstoff und erstickt die Flammen auf diese Weise. Mit dem Wassernebel sind auch schwer zugängliche Bereiche, wie etwa verwinkelte Dachstühle oder Zwischendecken, zu erreichen. Das Hochdrucklöschverfahren ist deshalb besonders gut geeignet, um Brände in der Entstehungsphase wirkungsvoll und zugleich ressourcenschonend zu bekämpfen. Auf der elektrisch betriebenen Schnellangriffshaspel im Heck des eDaily wird ein 100 Meter langer Hochdruckschlauch (HD-Schlauch) mitgeführt. Der Wassertank fasst (nur) 300 Liter. Das reicht für einen ununterbrochenen Löschangriff von zehn Minuten.
Für die „schnelle Technische Hilfe“ ist das VLF unter anderem mit einem hydraulischen Kombinationsgerät aus Schere und Spreizer (Typ Weber SPS 400 MK2 der Smart-Force-Generation) ausgerüstet. Durch den Akkubetrieb – genutzt werden hocheffiziente Lithium-Ionen-Blöcke von Milwaukee - entfallen schwere Hydraulikaggregate und Schläuche. Das Kombigerät kann deshalb (von einem einzelnen Retter) wie ein Rucksack transportiert werden und ist deshalb auch für die Personenrettung in unwegsamem Gelände geeignet. Es lässt sich zudem um einen mechanischen Rettungszylinder (Typ RZM CRT) erweitern, der aufgesteckt wird und die hydraulische Spreizkraft nutzt.
Hebekissen (Typ Vetter) und Rüstholz können im Notfall ebenfalls mit „Rucksack-Tragesystemen“ entnommen werden. Zur weiteren Beladung des eDaily zählen Sprungpolster (SP 16) sowie Multifunktionsleiter.
Das Vorauslöschfahrzeug hat sich bereits Anfang Juli 2026 bei einem gemeldeten Dachstuhlbrand an der Oderstraße (Bogenhausen) bewährt. Die Mannschaft des „5/49/1“ war als erstes vor Ort und löschte das Flachdach mit der Hochdrucklöschanlage. Für die intensive Suche nach Glutnestern und die Kontrolle der baulichen Strukturen war dann allerdings der komplette Löschzug erforderlich.
Über die Feuerwehr München
Die Berufsfeuerwehr der bayerischen Metropole zählt rund 1.700 Beamte im Einsatzdienst. Im Stadtgebiet gibt es zehn Feuerwachen: Hauptwache (Wache 1), Sendling (Wache 2), Westend (Wache 3), Schwabing (Wache 4), Ramersdorf (Wache 5), Pasing (Wache 6), Milbertshofen (Wache 7), Föhring (Wache 8), Neuperlach (Wache 9) und Riem (Wache 10). 21 Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr, die knapp 1.100 Aktive zählen, unterstützen die Berufsfeuerwehr. Die Feuerwehr München verzeichnete im Jahr 2025 ein besonders einsatzintensives Jahr mit mehreren prägenden Ereignissen. Insgesamt wurden 107.100 Einsätze (davon rd. 74.700 Rettungsdiensteinsätze) geleistet - ein neuer Höchststand und ein Anstieg von rund 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble ist der aktuelle Leiter der Branddirektion und somit Chef der Feuerwehr München. (Redaktion: kfv-herford.de)
-Vo-
Die Mannschaft des VLF besteht aus vier Einsatzkräften, die den Erstangriff übernehmen.
(Foto: Iturri)
Die Ausrüstung des sechs Meter langen Fahrzeugs wurde auf das Wesentliche reduziert.
(Foto: Iturri)
Blick in den Geräteraum 2 und die Mannschaftskabine mit Bildschirm für die Informationsübertragung.
(Foto: FW München)
Die Hochdrucklöschanlage arbeitet mit 110 Bar.
Der 100 Meter lange HD-Schlauch befindet sich auf einer Schnellangriffshaspel im Heck.
(Foto: FW München)
Der kombinierte Rettungssatz wird mit einem Tragesystem auf dem Rücken transportiert.
(Foto: FW München)
Zur Persönlichen Schutzausrüstung der Wehrleute zählen Helme mit integrierten Wärmebildkameras.
(Foto: FW München)
Hinweis: Der KFV Herford benötigt ständig interessante Fahrzeugfotos der Feuerwehr und
übrigen Hilfsorganisationen zur Aktualisierung seiner Internetseite.
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