Fahrzeug des Monats
September 2026
Großtanklöschfahrzeug (GTLF) „Löschgigant“
Prototyp der Fa. Meyer Fahrzeugbau (Heinz Meyer Feuerwehrbedarf GmbH, Rehden/Nds.)
Technische Daten
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Fahrgestell (Hersteller) |
MAN |
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Typ |
TGS 28.440 |
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Motor |
6-Zylinder Diesel (Euro 6) |
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Hubraum |
rd. 12 l |
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Leistung |
440 PS (324 kW) |
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Antriebsart/Radformel |
6x4 (beide Hinterachsen angetrieben) |
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Getriebe |
automatisiertes Schaltgetriebe |
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Höchstgeschwindigkeit |
80 km/h |
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Abmessungen |
ca. 10,20 m (L), 2,55 m (B), 3,70 m (H) |
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zul. Gesamtgewicht |
28 t |
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Ausbau/Ausrüstung |
Meyer Fahrzeugbau, Rehden (Nds.) Pumpe Löschmittel Löscharme Weitere Beladung/Ausrüstung (auszugsweise) Selbstschutzanlage Sondersignalanlage/Beleuchtung |
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Besatzung |
1/2 (Trupp) |
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Präsentation |
6/2026 (Interschutz) |
Fortsetzung von der Startseite:
Mit dem „Löschgigant GTLF“ hat das Unternehmen Meyer, genauer gesagt die Heinz Meyer Feuerwehrbedarf GmbH, ein Fahrzeugkonzept entwickelt, das bei Vegetations-, Industrie- und Tunnelbränden, ja sogar bei der Flugzeugbrandbekämpfung zum Einsatz kommen kann. Die pfiffige Feuerwehrschmiede aus dem Landkreis Diepholz/Nds. hat sich ihr Universalsystem mit der Doppel-Löscharm-Technologie rechtlich schützen lassen. Meyer kann den „Löschgigant“ als Feuerwehrfahrzeug mit Festaufbau oder Wechsellader mit Absetzcontainer liefern.
Der Anfang Juni 2026 auf der Interschutzmesse vorgestellte Prototyp basiert auf einem Dreiachsfahrgestell von MAN. Die robuste Version (Typ TGS 28.440) mit den beiden angetriebenen Hinterachsen (6x4) und der kurzen Tageskabine bietet die ideale Basis für schwere Sonderaufbauten, wie das Universallöschsystem von Meyer. Für den Antrieb sorgt ein 6-Zylinder-Reihendieselmotor mit rd. 12 Litern Hubraum und 440 PS. Das MAN-Fahrgestell ist mit einem Hakenliftsystem von Meiller ausgerüstet, dessen stählerner Hilfsrahmen auf dem Fahrzeugrahmen verschraubt ist. Damit zieht das Wechselladerfahrzeug (WLF) den Löschcontainer bzw. Abrollbehälter (AB) auf die Ladefläche bzw. schiebt ihn an der Einsatzstelle erforderlichenfalls wieder herunter, um die Technik stationär zu nutzen.
Das Löschsystem ist dabei dreigeteilt: Im vorderen Bereich des Abrollbehälters ist das extrem leistungsstarke Aggregat-Pumpensystem von Jostadt (Typ ANP 10000) samt Dieselantrieb (340 PS) untergebracht. Die Förderleistung beträgt bis zu 10.000 Liter pro Minute bei zehn Bar Ausgangsdruck. Direkt über den beiden Hinterachsen ist der Löschmitteltank angeordnet. Er fasst 10.000 Liter Wasser. Optional kann der Feuerwehrausrüster das System auch um einen Schaummitteltank samt Schaumzumischanlage ergänzen. Der innovative Teil des Löschsystems ist am Heck des Containers zu finden, der deutlich über den Fahrzeuggrundriss hinausragt.
Auf der Interschutzmesse in Hannover hat Feuerwehrausrüster Meyer das „Löschgigant GTLF“ erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert. (Foto: Redaktion: kfv-herford.de)
Das Wechselladerfahrzeug verfügt über einen Löschcontainer mit leistungsstarker Pumpe, großem Löschmitteltank und innovativer Doppel-Löscharm-Technologie. (Foto: Meyer/Rehden)
Enorme Flächenabdeckung
Die mechanischen Funktionselemente, bestehend aus dem Trägerrahmen mit der Doppel-Löscharm-Technologie, werden dabei elektro-hydraulisch betrieben. Nach dem Aufrichten folgt das Ausschwenken bzw. Ausrichten der mächtigen Löscharme. Sie sind mit insgesamt zehn Auslassdüsen bestückt, fünf auf jeder Seite. Die Löschdüsen lassen sich elektrisch verstellen. So kann zwischen Voll- und Sprühstrahl gewählt werden, und auch der Wasserdurchlass lässt sich justieren. Bis zu 1.000 Liter Wasser strömen aus jeder einzelnen Auslassdüse, wobei die Wurfweite bis zu 45 Meter beträgt. Auch in eingeklapptem Zustand entfalten die Löscharme ihr volles Potenzial: Während das dreiachsige Trägerfahrzeug im Pump-and-Roll-Betrieb langsam voranfährt, kann das Löschmittel quasi simultan zu beiden Seiten – etwa zur effizienten Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden entlang von Wirtschaftswegen – ausgebracht werden. Sind alle Düsen in Betrieb, erreicht das System eine enorme Flächenabdeckung bzw. ist eine effektive Riegelstellung garantiert. Das Universallöschsystem verfügt am Heck zusätzlich über drehende, geneigte Düsen. Die sind speziell dafür ausgelegt, Löschwasser gezielt durch Öffnungen wie Tore, Fenster oder Ladeluken in ein Gebäude einzubringen. Durch die Rotation wird eine besonders große Wasseroberfläche erzeugt, was eine gute Kühlwirkung zur Folge hat. Ein Monitor (Wasserwerfer), der im vorderen Bereich des Containers verbaut ist, kann zur punktuellen Brandbekämpfung eingesetzt werden. Alle Funktionen des Löschsystems sind aus sicherer Entfernung über eine HBC-Fernbedienung (industrielle Funkfernsteuerung) steuerbar. Der Eigenschutz wird über eine Selbstschutzdüse sichergestellt, die sich über dem Fahrerhaus befindet.
Nachschub an Löschmittel
Gigantisch ist nicht nur die Löschleistung, sondern auch der Wasserverbrauch von bis zu 10.000 Litern pro Minute. Wird nur eine Seite des Doppel-Löscharm-Systems genutzt, reduziert sich der Bedarf bereits um die Hälfte. Im stationären Betrieb erfolgt die Versorgung über Schlauchleitungen. Bei einem Festaufbau oder aufgesatteltem Abrollcontainer kann im Fahrbetrieb von hinten über einen Tankanhänger eingespeist werden. Dazu gibt es am Heck des Containers zwei A-Festkupplungen als Einspeise-Vorrichtungen. Für den autarken Betrieb auf einem Anhänger ist eine Einspeisung von vorn mit mehreren Zubringern im Wechsel vorgesehen.
Die Heinz Meyer Feuerwehrbedarf GmbH stellt Feuerwehr- und Sonderfahrzeuge her. Das 1996 gegründete Familienunternehmen beschäftigt 35 Mitarbeitende. Zum Leistungsspektrum gehören Fahrzeug-, Anhänger- und Containerbau, Rollcontainer, Atemschutzsitze und Industrie-Notduschen. Darüber hinaus bietet der Feuerwehrausrüster Reparaturen, Service und Nachrüstungen unabhängig von Fahrzeugtyp und Aufbauhersteller an. (Redaktion: kfv-herford.de)
-Vo-
Mit den Löschdüsen lassen sich Wurfweiten bis zu 45 Metern erreichen. (Foto: Meyer/Rehden)
Sind die Löscharme eingeklappt wird das Löschwasser quasi simultan zu beiden Seiten abgegeben. (Foto: Meyer/Rehden)
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