Winter-Blackout: Unwahrscheinlich aber nicht ausgeschlossen!
Bundesamt rät zur Vorsorge – Kreis Herford plant Notfallpunkte
Berlin/Bonn/Kreis Herford. Noch im November hatte Ralph Tiesler, Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vor Stromausfällen im Winter gewarnt. Zwischenzeitlich beruhigt die Behörde auf ihrer Internetseite: Das elektrische Energieversorgungssystem sei mehrfach redundant ausgelegt und verfüge über zahlreiche Sicherungsmechanismen. “Ein großflächiger Stromausfall ist deshalb äußerst unwahrscheinlich.“ Ebenso wird die Wahrscheinlichkeit als gering angesehen, dass es in Deutschland regional und zeitlich begrenzt zu erzwungenen Abschaltungen kommt, um das Netz zu stabilisieren. Dennoch rät das BBK zur Vorsorge. Um die Auswirkungen eines Stromausfalls für den Einzelnen zu reduzieren, sollte sich jeder Haushalt so vorbereiten, dass er einige Tage ohne Hilfe von außen auskomme. Und auch die Kommunen im Kreis Herford haben vor dem Hintergrund einer möglichen Energiemangellage reagiert. Schulen, Feuerwehrgerätehäuser und andere öffentliche Gebäude wurden als Notfallpunkte ausgewiesen. „Wir möchten vorbereitet sein!“, so Landrat Jürgen Müller.
Vlotho. Ob Menschenrettung, Brandbekämpfung oder Technische Hilfe: Die Drehleitern der Feuerwehr sind vielfältig einsetzbar. Geschulte Maschinisten steuern die teuren und für den Einsatz besonders wichtigen Hubrettungsgeräte. Erst kürzlich stand die Drehleiter 23/12 (DLK 23/12, MAN/Magirus) der Feuerwehr Vlotho im Mittelpunkt eines Lehrgangs auf Stadtebene. Zu den Teilnehmern zählten Ehrenamtliche der Löschgruppen Bonneberg, Steinbründorf und Uffeln sowie vom Löschzug Vlotho-Mitte. „Sie wurden zu Drehleiter-Helfern ausgebildet und unterstützen künftig die Maschinisten im Einsatzalltag“, erklärte Sven Detering, stellvertretender Wehrführer und Ausbildungsbeauftragter der Feuerwehr Vlotho.
Bünde. Die Feuerwehrleute vom Löschzug Bünde-Mitte freuen sich in diesen Tagen gleich über zwei neue Einsatzfahrzeuge. Am Freitagabend (4.11.2022) wurden das Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 und der Einsatzleitwagen 1 offiziell übergeben. Damit steht den Einsatzkräften die modernste Technik zur Verfügung, um für die Sicherheit der Bürger zu sorgen. Das sei ein bisschen wie Weihnachten, meinte Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger bei der symbolischen Schlüsselübergabe. „Die Fahrzeuge werden sicherlich auch in Krisensituationen, wie der Energiemangellage, gute Unterstützung leisten.“ Rund 642.000 Euro hat die Stadt Bünde dafür investiert.
Kreis Herford. Der Herbst ist da, und mit den sinkenden Temperaturen steigt die Gefahr von Kohlenmonoxid-Unfällen. Das gefährliche Gas kann aus defekten oder schlecht gewarteten Heizungsanlagen und Kaminöfen entweichen. Es sei geruch-, farb- und geschmacklos und deshalb für den Menschen nicht wahrnehmbar, warnt Dr. Steffen Grautoff, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Kreis Herford. „Bei einer hohen Konzentration in der Luft können bereits wenige Atemzüge zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen.“ Kreisverwaltung und Kreisfeuerwehrverband Herford mahnen deshalb gemeinsam zur Vorsicht.
Brüssel. Extreme Trockenheit und hohe Temperaturen bestimmten den Sommer 2022 in Europa. Bis in den August hinein verbrannten rund 660.000 Hektar Wald. Nie zuvor, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006, war der Wert höher. Besonders betroffen waren die Länder im Süden, wie Frankreich, Spanien und Portugal. Auch Deutschland und Slowenien gelten mittlerweile als Waldbrandländer. Das geht aus den Daten des Europäischen Waldbrandinformations-Systems (EFIS) hervor. Die Europäer helfen sich mittlerweile gegenseitig bei der Brandbekämpfung. Zuletzt waren zwei Löschflugzeuge des italienischen Zivilschutzes nach Niedersachsen verlegt worden, um die Löscharbeiten im Harz zu unterstützen. Die Canadair CL-415 kann mehr als 6.000 Liter Wasser aus der Luft abwerfen. Redaktion: kfv-herford.de stellt das Amphibienflugzeug als Fahrzeug des Monats Oktober 2022 vor.
Kirchlengern/Löhne. Damit im Notfall jeder Handgriff sitzt, haben 20 Feuerwehrleute aus Löhne und Kirchlengern „die Schulbank gedrückt“. Sie absolvierten in einem mehrwöchigen Lehrgang den vierten und letzten Teil ihrer Grundausbildung. Während der praktischen Prüfung am Samstag (10.09.2022) standen Übungen mit Schlauch- und Strahlrohr, aber auch Geräten zur Technischen Hilfe auf dem Programm. Am Ende gratulierten Frank Rieke, Wehrführer der Feuerwehr Kirchlengern, und Marvin Haase, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Löhne, allen Teilnehmern. „Jetzt geht es darum, Einsatzerfahrung zu sammeln“, so Rieke.